Richard Wagner

Richard Wagner gilt als einer der weltweit bedeutendsten Opernkomponisten. Kein anderer Komponist hat die Struktur der Oper stärker verändert als er. Wagner leitete schon mit seinen frühen Werken eine Reform der Oper ein, wie sie zu Beginn des „romantischen“ 19. Jahrhunderts noch undenkbar war.

  1. Biographische Daten
  2. Werke
  3. Bedeutung Wagners
  4. Opernbeispiel „Die Feen“ (Hörbeispiel)
  5. Fragen

„Keiner der lebenden Komponisten vermag uns so im Innersten zu packen und so zu entzücken wie Wagner, aber auch keiner uns so furchtbar abzumarten und zu langweilen wie er.“ (Paul Lindau)

1. Biographische Daten

  • Der deutsche Komponist Wilhelm Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren.
  • Er war das neunte Kind des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wagner (1770-1813) und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner geb. Pätz (1774-1848).
  • Sechs Monate nach seiner Geburt, am 23. November 1813, starb sein Vater an Typhus.
  • Und im August 1814 heiratete Wagners Mutter den jüdischen Schauspieler und Dichter Ludwig Geyer. Dieser hat sich nach dem Tod des Vaters der Familie angenommen, doch Wagner hat ihn nie richtig gemocht.
  • Spekulationen nach denen Geyer der leibliche Vater Richard Wagners gewesen sei,
  • sind weder bewiesen noch klar widerlegt.
  • Noch 1814 übersiedelte die Familie nach Dresden.
  • Dort besuchte er von 1822-1827 die Kreuzschule.
  • Mit 12 Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht.
  • Im Jahr 1828 kehrte Wagner nach Leipzig zurück und lernte dort 1828/1830 an der Nikolaischule und an der Thomasschule.
  • Mit 16 Jahren erlebte er Wilhelmine Schröder-Devrient in „Fidelio“. Von nun an stand für ihn fest Musiker zu werden.
  • Er verfasste bald erste Sonaten, ein Streichquartett und den unvollständigen Opernversuch „Die Hochzeit“.
  • Ab 1831 studierte er an der Universität Leipzig Musik. Außerdem nahm er Kompositions-Unterricht beim Thomaskantor Christian Theodor Weinlig.
  • 1833 erhielt er den Posten eines Chordirektors in Würzburg, wodurch er erste praktische Theatererfahrung machte. Hier entstand auch seine erste vollständig erhaltene Oper „Die Feen“.
  • Als musikalischer Leiter der Sommersaison in Bad Lauchstädt und des Theaters in Magdeburg lernte er die Schauspielerin Minna Planer (*5.September 1809 in Oederan, 25. Januar 1866 in Dresden) kennen, die er 1836 heiratete.
  • Am 1.April 1837 wurde Wagner Musikdirektor in Königsberg. Der Theaterbetrieb brach aber kurz darauf wegen der Direktion zusammen. Wagner geriet in Schulden.
  • Im Juni 1837 gelang es ihm eine Dirigentenstelle in Riga zu erlangen, wo er vor seinen deutschen Gläubigern sicher war.
  • ( Hier entstand 1838 der Text und der Beginn der Partitur von „Rienzi“.)
  • Noch im selben Jahr verlor er die Stellung wieder und ging nach Paris, dort verbrachte er die Jahre 1840/41 unter wirtschaftlich ärmlichen Verhältnissen und er vollendete den „Rienzi“(1840) und den „Fliegenden Holländer“(1841).
  • 1842 kehrte Wagner nach Dresden zurück. Dort fand die Uraufführung seiner Oper „Rienzi“ statt. Die Premiere hatte solchen Erfolg, dass dem Komponisten die Stellung eines Hofkapellmeisters auf Lebenszeit geben wurde.
  • Es folgen „Fliegender Holländer“(1843) und „Tannhäuser“(1845)
  • 1849 musste er als Revolutionär wegen der Teilnahme am Dresdner Maiaufstand im späteren verlauf der Märzrevolution aus dem Königreich Sachsen fliehen und wurde von der Polizei steckbrieflich gesucht. Er gelang auf Umwegen in die Schweiz.
  • Zusammen mit seiner Frau Minna lebte er bis 1858 im Züricher Asyl.
  • Bis 1852 entstanden die Prosaentwürfe des Ring; etwa gleichzeitig lernte er das Ehepaar Otto und Mathilde Wesendonck kennen.
  • 1853 lernte Wagner in Paris die sechzehnjährige Cosima Liszt kennen.
  • 1857 bezog er sein “Asyl“ auf dem Grundstück der Familie Wesendonck in Zürich.
  • Von seiner ersten Frau Minna Wagner trennte er sich nachdem sie seine schwärmerische Freundschaft zur verheirateten Mathilde Wesendonck aufgedeckt hatte.
  • Bis 1864 hatte er durch Turbulenzen Schulden und musste wieder fliehen.
  • Doch der König Ludwig II. von Bayern war ein großer Bewunderer Wagners. Er stellte ihm am Starnberger See ein Landhaus als Wohnsitz zur Verfügung und half ihm durch Geldgeschenke seine Schulden zu tilgen.
  • Am Starnberger See wurde Wagner von Cosima von Bülow besucht und sie beschlossen zusammen zu leben.
  • Am 10.April 1865 wurde ihre erste gemeinsame Tochter Isolde geboren.
  • Als sie 1867 nach Tribschen bei Luzern fliehen mussten, wurde ihre 2te Tochter Eva geboren.
  • Am 6. Juni 1870 kam Wagners Sohn Siegfried zur Welt., doch erst im Juli wurde Cosima und Hans von Bülow geschieden.
  • Am 25. August 1870 wurden Wagner und Cosima in Luzern kirchlich getraut.
  • 1871 entschloss sich Wagner, die Stadt Bayreuth zum Schauplatz der von ihm geplanten Festspiele zu machen.
  • Schon im Jahre 1872 übersiedelte die ganze Familie dorthin.
  • Am 21. November 1874 vollendete Wagner den „Ring der Nibelungen“
  • Im Sommer 1876 fanden die ersten Richard-Wagner Festspiele in Bayreuth statt. Dort wurden „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ Uraufgeführt. Aber die Festspiele endeten im finanziellen Desaster, so dass zunächst nicht an eine Wiederholung des Festspielsommers gedacht werden konnte.
  • 1881 vollendete Wagner die Partitur des „Parsifal“
  • 1882 gab es wieder einen Festspielsommer- es war Wagners letzter.
  • Am 26. Juli 1882 wurde in Bayreuth „Parsifal“ uraufgeführt.
  • Im September 1882 reiste Wagner mit seiner Familie nach Venedig, wo er auf Linderung seines von den Ärzten nicht erkannten Herzleidens.
  • Doch am 13. Februar 1883 erlitt er in seiner Wohnung im Palazzo Vendramin am Canal Grande einen Herzanfall und starb in Cosimas Armen.
  • Er wurde im Garten der Villa Wahnfried in Bayreuth beigesetzt.

2. Werke Die wichtigsten Bühnenwerke sind unter anderem:

  • Die Feen 1834
  • Rienzi, der letzte der Tribunen 1842
  • Der fliegende Holländer 1843
  • Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg 1845/61
  • Lohengrin 1850
  • Tristan und Isolde (1865)
  • Die Meistersinger von Nürnberg 1868
  • Der Ring der Nibelungen, mit vier Teilen:
  • o Vorabend: Das Rheingold 1851-1854
  • o Erster Tag : Die Walküre 1851-1856
  • o Zweiter Tag: Siegfried 1851- 1871
  • o Dritter Tag: Götterdämmerung 1848-1874
  • Parsifal, Bühnenweihfestspiel, 1882
  • Sonstiges
  • Symphonie C-Dur 1832
  • Konzertouvertüren (darunter Faust-Overtüre d-Moll)
  • 3 Kalviersonaten
  • Faustovertüre 1840
  • Kaisermarsch 1871

Schriften

  • „Oper und Drama“ 1851, ein Essay über die Theorie der Oper
  • „Das Judentum in der Musik“ 1850, eine Polemik gegen Jüdische Komponisten.
  • „Das Kunstwerk der Zukunft“ 1850
  • Er schrieb auch eine Autobiographie: „Mein Leben“ 1880
  • „Über das deutsche Musikwesen“ 1840
  • „ Ein deutscher Musiker in Paris“1840/41
  • „Eine Mitteilung an Meine Freunde“ 1851
  • „Über Franz Liszts symphonische Dichtungen“ 1857
  • „Zukunftsmusik“ 1860
  • „Deutsche Kunst und Politik“ 1868
  • „Über das Dirigieren“ 1869
  • „Über die Anwendung der Musik auf das Drama“ 1879
  • „Religion und Kunst“ 1880

3. Bedeutung Wagners Gesamtkunstwerk und Leitmotivtechnik Richard Wagner gilt als einer der weltweit bedeutendsten Opernkomponisten. Kein anderer Komponist hat die Struktur der Oper stärker verändert als er. Wagner leitete schon mit seinen frühen Werken eine Reform der Oper ein, wie sie zu Beginn des „romantischen“ 19. Jahrhunderts noch undenkbar war. Sein Ziel war die Erschaffung eines „Gesamtkunstwerks“, bei dem alle Sparten der Kunst unter der Musik zusammenwirken sollten. So wollte er die Vollkommenheit des Dramas erreichen. Es sollte also eine Synthese aus Musik, Text, dramatischer Handlung und Bühneninszenierung stattfinden. So sollten alle Bühnenkünste zu einer Einheit verschmelzen ( formuliert in seiner Schrift „Oper und Drama“, 1850/51). Deswegen schrieb er seine Texte grundsätzlich selbst. Wagner setzt sein Konzept von der „unendlichen Melodie“ gegen den traditionellen Aufbau einer Oper (mit Rezitativen und Arien). In der „unendlichen Melodie“ sind Orchester und Gesangstimmen eng miteinander verwoben. Getragen wird diese unendliche Melodie von Wagners ausgeprägter Leitmotivtechnik. Bei der Leitmotivtechnik ordnet er bestimmten Personen, Situationen oder Stimmungen eine melodische Formel (bzw. Tonfolgen) zu. Und diese melodische Formel erklingt dann beim Auftreten der zugehörigen Person oder des Ereignisses. Diese bestimmte Tonfolge soll die Personen, Gegenstände oder Situationen symbolisieren, dieses ankündigen oder den Hörer dazu anleiten Gedankenverbindungen selbst herzustellen. Die Leitmotive sind keine Erfindung Wagners, sondern kommen (-meist auch als sogenannte Erinnerungsmotive-) schon in Werken des 18. Jahrhunderts vor Verwurzelt im Denken seiner Zeit Wagner Werk steht im Zusammenhang mit der Philosophie und der Weltanschauung seiner Zeit. Man kann den geist von Schopenhauer darin erkennen. Normen zu sprengen gehörte auch zu Wagner, doch war auch bei ihm die Weltanschauung seines Jahrhunderts wirksam. Er laß auch 1940 die Schriften des Frühsozialisten Pierre Proudhon. Er hatte auch Vertrauensmänner die in enger Bezeihun g zu Karl Marx standen (Georg Herwegh) Wagners Antisemitismus Die Werke Wagners sind seit ihrer Entstehung stark ideologisiert/ (politisch) beeinflusst. Die Ursache dafür ist unter anderem die politische , mythologische und antisemitische Haltung Wagners. Dies zeigt sich in seinem Pamphlet „Das Judenthum in der Musik“(1850). Da er in dieser Schrift antisemitische Gedanken äußert, stößt seine Musik zum Teil auf heftige Kritik und war bis zum Jahr 2000 in Israel verpönt und verboten. Allerdings war er sein ganzes Leben lang persönlich mit Juden befreundet (Karl Tausing, Joseph Rubinstein, Angelo Neumann, berühmte Sänderin Lilli Lehmann, Dirigent Hermann Levi). Adolf Hitler und die Nationalsozialisten nutzen seine künstlerische Überzeugung für ihre politischen Zwecke. Schlussendlich ist eine Reduktion der Wagner-Werke auf die rein musikalischen Qualitäten des Werks dringend angebracht. 4.Die Feen (Oper)

  • Die Feen ist die erste vollendete Oper von Richard Wagner
  • Diese Oper wurde im Stile der deutschen romantischen Oper gestaltet.
  • Die Vorlage für diese Oper stammt von Carlo Gozzis Werken „La donna serpente – Die
  • Frau als Schlange“ und „il corvo- Der Rabe“
  • Die Uraufführung der Feen fand am 29.Juni 1888 im königlichen Hof- und Nationaltheater in
  • München statt.
  • Zu Weihnachten 1865 verschenkte Wagner die Orginalpartitur der Oper an seinen Gönner
  • Ludwig der II von Bayern. 1939 wurde diese Orginalpartitur der Opern „Das
  • Liebesverbot“, „Rienzi“, „Rheingold“ und „Die Walküre“, Adolf Hitler anlässlich seines 50.
  • Geburtstages geschenkt. Seit 1945 sind sie verschwunden.

Die Handlung ist in 3 Akte aufgeteilt. Handlung: Arindal und sein Jäger Gernot verirren sich auf der Jagd ins Reich der Feen. Sie erblickten dort die Fee Ada. Arindal und Ada verlieben sich unsterblich ineinander und heiraten. Die Feenkönigin willigt aber nur unter der Bedingung ein, dass Arindal Ada die ersten acht Jahre nicht fragen soll, wer sie sei. Er fragt sie und wird verbannt. Ada verzichtet auf die Unsterblichkeit und sucht ihren Mann. Gesandte wollen Adrindal in sein Königreich Tramond zurückbringen, da es angegriffen wird. Auf dem Weg zurück wird er müde und schläft ein. Als er erwacht steht Ada vor ihm. Ada sagt ihm dass sie sich am nächsten Tag wieder sehn können, solange er ihr schwört sie nicht zu verfluchen, egal was geschieht. Er kehrt in sein Reich zurück. Dort verlieren seine Krieger die Schlacht, da ein Mannesweib namens Ada das Heer in alle Himmelsrichtungen zerstreut hat. Arindal verflucht Ada aufs heftigste. Nach dem Bruch des Eides offenbart sich Ada. Alles war nur Schein. Ada wird für die nächsten Hundert Jahre zu Stein verwandelt. Arindal verfällt in Wahnsinn und sucht nach seiner Frau. Der zauberer Groma hilft ihm und 2 Feen führen ihn in die Unterwelt zu Ada. Dort muss er einen Kampf gegen die Geister der Unterwelt führen. Dann ergreift adrindal die Leier und bringt seiner angebeteten ein Ständchen. Ada erwacht wieder zum Leben und Adrindal wird wegen seines Mutes von der Königin der Feen die Unsterblichkeit verliehen. Sie werden beide für immer im Feenreich bleiben. 5. Fragen

  • 1. Wie heißt das aus der Romantik übernommene Konzept Wagners, bei dem alle Einzelkünste miteinander verschmelzen?
  • 2. Durch welchen musikalischen Trick gelingt es Wagner, ein musikalisches Thema endlos fortzuspinnen und doch erkennbar zu halten?
  • 3. Wie heißt der königliche Förderer Richard Wagners?
  • 4. In welcher Stadt befindet sich das Festspielhaus der Wagner-Festspiele?
  • 5. Wer schrieb die Texte (Libretti) zu Richard Wagners Opern?
  • 6. Warum stößt Richard Wagners Musik zum Teil auf heftige Kritik?
  • 7. Wer nutzte Richard Wagners künstlerische Überzeugung für seine politischen Zwecke?

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