Menschenrechte

Philosophische und geschichtliche Hintergründe zu den Menschenrechten

Menschenrechte in der Aufklärung

In der Aufklärung wurden wesentlich Merkmale für die Definition von Menschenrechten festgelegt: Sie sind unveräußerlich und unbedingt gültig. Die Menschenrechte sind mit dem Wesen des Menschen untrennbar verbunden und können ihm nicht abgesprochen werden. In der Aufklärung wurde erstmals die Vernunft als Kriterium zur Bestimmung der Rechte des Menschen benutzt. Die Aufklärung wandte sich damit gegen die Fremdbestimmung des Menschen durch religiöse und politische Lehrsätze.

Immanuel Kant

Laut Kant haben alle Menschen das angeborene Recht auf Freiheit gemeinsam. Aus diesem grundlegenden Menschenrechtsprinzip leitet er alle weiteren Prinzipien ab: Gleichheit und Selbstständigkeit, womit die aktive Beteilung des Bürgers an der Gesetzgebung gemeint ist. Das Naturrecht, welches Kant radikalisiert, indem er es als Vernunftrecht a priori konstituiert, ist für alle Menschen universal gültig. Jeder Staat, als Rechtsstaat, muss gemäß der Menschrechte agieren, um sich nicht seiner Grundlage zu entziehen. Die Menschenrechte und deren Wahrung sind die Legitimationsbasis eines jeden Rechtsstaats. Daraus folgt, dass die Erhaltung des grundlegenden Rechts der Freiheit der Maßstab für die Legitimität eines Rechtsstaats ist. Aus dem Grundrecht der Freiheit zieht Kant folgende Schlüsse:

  • Jeder darf seine Freiheit soweit ausleben, als dass die Freiheit anderer dadurch nicht eingeschränkt wird
  • Die allen Staatsbürgern gemeinsame Gleichheit ist für jeden Rechtsstaat grundlegend
  • Jeder Bürger soll sich an der Gesetzgebung des jeweiligen Rechstaats beteiligen

Für Kant sind die Freiheit und alle aus ihr hervorgehenden Rechte mehr als dem Menschen von der „Natur“ dargereichte Geschenke. Er ist vielmehr davon überzeugt , wie aus seinem Aufsatz „Was ist Aufklärung“ hervorgeht, dass jeder Mensch von diesen Rechten aktiv Gebrach machen muss. Jeder Mensch muss sich, indem er seinen Verstand benutzt, aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ befreien.

John Locke

Locke geht von unveräußerlichen Menschenrechten aus, deren Erhaltung und Schutz die Aufgabe einer jeden legitimen Staatsgewalt ist. Der Staat, der die Grundrechte der Freiheit, des Privateigentums und des Lebens schützen soll, ist dabei dreigeteilt. Er setzt sich zusammen aus Legislative, Judikative und Exekutive. Laut Locke geht alle Macht allein vom Volke aus, welches somit das Recht besitzt, im Falle einer Verletzung der grundlegenden Recht durch die Regierung, diese abzusetzen.

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