Lebensmittelkonsum und Energieverbrauch

Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt außerhalb der Kreisläufe der Globalisierung und bleibt somit ohne Zugang zu kostspieligen Waren und Dienstleistungen. Insgesamt verbrauchen vier Fünftel der Weltbevölkerung schätzungsweise gerade einmal ein Fünftel der Gesamtressourcen.

Da das Durchschnittsein­kommen von Land zu Land stark variiert, fällt auch das Konsumniveau im internationalen Vergleich sehr unterschiedlich aus. Zwar schrumpft der Abstand zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern, doch die Diskrepanz zwischen den Ländern am unteren und denen am oberen Ende der Skala wird laufend größer.

Der Unterschied im Einkommensniveau macht sich vor allem bei Gütern des Grund­bedarfs wie Wasser und Le­bensmitteln geltend. Der Verbrauch pro Kopf und Tag lag im Durchschnitt der Neunziger)ahre bei 2 800 Kalorien. Hinter dem globalen Durchschnittswert verbergen sich jedoch gravierende Disparitäten. In den entwickelten Ländern hat der Verbrauch trotz anhal­tender Ungleichheiten ein insgesamt befriedigendes Niveau erreicht, das im Allgemeinen bei über 3 000 Kalorien liegt. In manchen Ländern wird sogar zu viel konsumiert (3 500 Kalorien in Frankreich, 3 650 in den USA). In den südlichen Ländern zeigt sich, eine Tendenz zum Besseren, doch das Bild bleibt uneinheitlich. In Lateinamerika und in der arabischen Welt ist die Ernährungslage trotz einiger Mängel recht zufriedenstellend. In den meisten anderen Entwicklungsländern bleibt die Versorgung mit 2500 bis 2800 Kalorien insgesamt unzureichend. In den ärmsten Regionen liegt der durchschnittliche Verbrauch bei weniger als 2300 Kalorien, hier leidet ein Teil der Bevölkerung unter chronischer Unterernährung. Das gilt vor allerm für Subsahara-Afrika, aber auch für einige Länder in Asien (Jemen, Bangladesch) und Amerika (Bolivien, Haiti). Durch  Trockenheit oder Überschwemmung verursachte Hungersnöte treten dank internationaler Hilfe und der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen seltener auf, häufiger dagegen Hunger aus anderen Gründen, etwa Folge von bewaffneten Konflikten (Sudan) oder einer verfehlten Wirt­schaftspolitik (Nordkorea). Auch vor­übergehende Lebensmittelknapphei­ten kommen immer wieder vor, wo­bei die Folgen häufig durch Unzu­länglichkeiten im Gesundheits System verschlimmert werden. Die Zahl der unterernährten Men­schen ist schwer abzuschätzen. Nach Angaben der Welternährungsorgani­sation FAO litten 2001 weltweit über 800 Millionen Menschen an Unterer­nährung, jeder Vierte in Afrika, fast jeder Vierte in Asien und jeder Siebte in Lateinamerika. Die Unterschiede bei der Deckung der Grundbedürfnis­se zeigen sich auch bei anderen Konsumgütern. Je teurer ein Produkt, umso ungleicher sein Verbrauch. Ganz deutlich wird dies bei industri­ellen Fertigprodukten. So sind Fern­sehgeräte nach wie vor sehr ungleich über die Welt verteilt, obwohl sie seit den 1990er-Jahren deutlich billiger geworden sind. In den reichen Ländern kamen auf 1000 Einwohner 500 Fernseher, das bedeutet mehr als ein Gerät pro Haushalt. Osteuropa hat seinen Rückstand noch nicht aufge­holt (150 bis 450 Geräte pro 1000 Ein­wohner). In den südlichen Ländern zeigen sich starke Kontraste: 300 bis 400 Geräte pro 1000 Einwohner in den neu industrialisierten Ländern gegenüber weniger als 8 in den ar­men Ländern Lateinamerikas, Asiens und vor allem Afrikas. Das Verhältnis zwischen Arm und Reich nähert sich hier also einer Relation von 1 zu 100. Noch krasser fällt der Vergleich hinsichtlich der Flugreisen aus, ob­wohl die Preise auch hier stark gesun­ken sind. In einigen reichen Ländern wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten und Australien kamen im Jahr 2000 auf 1000 Einwohner bis zu 4000 Flugpassagiere. In den meisten westeuropäischen Ländern lag die Zahl zwischen 400 und 1000, in Osteuropa unter 150. Innerhalb der Länder des Südens gibt es extreme Diskrepanzen – von 4000 Passagie­ren je tausend Einwohner in Singa­pur bis unter 2 in manchen Ländern Afrikas. Die Schere zwischen Arm und Reich ist hier noch ausgeprägter als bei den Fernsehgeräten, die Rela­tion liegt bei 1 zu über 2000. Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt außerhalb der Kreisläufe der Glo­balisierung und bleibt somit ohne Zu­gang zu kostspieligen Waren und Dienstleistungen. Insgesamt verbrau­chen vier Fünftel der Weltbevölkerung schätzungsweise gerade einmal ein Fünftel der Gesamtressourcen.

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