Internationaler Terrorismus

Der Terrorismus ist eine Form des politischen Extremismus, bei dem durch gewalttätige Anschläge versucht wird ein Ziel zu erreichen oder auf einen Missstand hinzuweisen.

Inhaltsverzeichnis

1. Terrorismus

  • Eine Definition
  • Geschichte des Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland

2. Internationaler Terrorismus

  • Übergang zur internationalen Ausweitung
  • Merkmale

3. Gefahren und Probleme des Terrorismus

  • Proliferation von Massenvernichtungswaffen
  • Taktik und Zerstörungspotential
  • Neue Herausforderungen

4. Bekämpfungsstrategien

  • Operative Maßnahmen
  • Strukturelle Maßnahmen

- Quellenangaben

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1. Terrorismus

Eine Definition

Der Terrorismus ist eine Form des politischen Extremismus, bei dem durch gewalttätige Anschläge versucht wird ein Ziel zu erreichen oder auf einen Missstand hinzuweisen. Die Vorgehensweise besteht darin, dass durch Anwendung von Gewalt, insbesondere auf ausgewählte Repräsentanten des “Systems” die “herrschende Schicht” verunsichert und die “unterdrückte Klasse” mobilisiert werden soll – zum Beispiel dadurch, dass der Staat mit seinen Abwehrmechanismen überreagiert.

Geschichte des Terrorismus in der Bundesrepublik Deuschland

Die Wurzeln des Terrorismus in Deutschland liegen in der Studentenbewegung Ende der Sechzigerjahre, als sich linksradikale Gruppierungen gegen die kapitalistische Entwicklung in Deutschland auflehnten. Die bekannteste dieser Organisationen war die Rote Armee (RAF), welche 1970 gegründet wurde um gegen dieses System vorzugehen und die führenden Köpfe auszuschalten. Der Terror durch die RAF erreichte seinen Höhepunkt im Herbst 1977 mit der Ermordung von Generalbundesanwalt Buback, dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Ponto, sowie dem Arbeitgeberpräsidenten Schleyer. Die Terroranschläge stürzten Deutschland in eine schwere Krise und entgegen den Erwartungen der Terroristen solidarisierte sich die Bevölkerung aufgrund der Gewaltakte mit der politischen Führung und nicht mit ihren militanten Gegnern. Dieser Höhepunkt des deutschen Terrorismus ging unter dem Namen “Der deutsche Herbst” in die Geschichte ein. Das letzte Attentat geschah in der Nacht vom 26. zum 27. März 1993, als vier bis fünf Personen die sechseinhalb Meter hohe Betomauer der soeben fertiggestellten, 250 Millionen Mark teuren Justizvollzugsanstalt Weiterstadt mit zwei Aluleitern und einer selbst gebastelten Strickleiter überwanden. Sie waren mit Strumpfmasken maskiert und mit Maschinenpistolen und Pistolen bewaffnet. Sie überwältigten einen Wachmann sowie zehn andere Personen, die sich in dem Gebäude aufhielten, fesselten sie und sperrten sie in einen grünen Lieferwagen, welcher einige hundert Meter von der JVA abgestellt wurde. Gegen 5:10 Uhr morgens erschütterten fünf Explosionen die Luft. 200 Kilogramm Sprengstoff hatten die nagelneue Anstalt in einen Trümmerhaufen verwandelt. Schaden: 100 Millionen Mark. Dies ist der höchste Sachschaden in der Geschichte des Terrorismus in der Bundesrepublik.

Analyse des RAF-Terrorismus

Das Ziel, welches bei allen RAF-Aktionen im Vordergrund stand, war die Zerschlagung des “kapitalistischen und korrupten Systems” in Deutschland. Der Terrorismus war ein Ausdruck der politischen Isolation revolutionärer Minderheiten und lag in Form des “Linksterrorismus” vor. Alle Mitglieder der RAF kamen aus einem gehobenen sozialen und intellektuellen Milieu. Wie bereits erwähnt, bekamen die Terroristen nicht den erwarteten Rückhalt aus der Bevölkerung, da sie durch ihre Aktionen auf Unverständnis und Ablehnung stießen. Das Hauptmerkmal dieser Art des Terrorismus ist jedoch klar zu erkennen: Das Operationsgebiet blieb national, Opfer und Täter gehörten der selben Nation an.

2. Internationaler Terrorismus

Übergang zur internationalen Ausweitung

Im Gegensatz zur bisher vorgestellten Art des Terrorismus werden bei internationalem Terrorismus ausländische Personen, deren Eigentum, oder aber das Territorium eines anderen Staates direkt angegriffen. Die Ziele unterscheiden sich dadurch, dass durch terroristische Anschläge die Aufmerksamkeit der gesamten Weltbevölkerung erregt wird. Anschläge garantieren ein noch größeres “internationales” Publikum, welches auf die beklagten Missstände hingewiesen werden soll. Anschläge, welche in erster Linie gegen ein anderes Land gerichtet sind, haben aber auch Auswirkungen auf Drittländer, wenn zum Beispiel wichtige Finanzzentren oder internationale Organsiationen betroffen sind. Der internationale Terrorismus nahm mit dem Anschlag auf israelische Sportler durch palästinensische Terroristen bei den olympischen Spielen 1972 erstmals Formen an. Seither gab es zahlreiche Anschläge auf Touristen in muslimischen Ländern (z.B. am 17.11.1997 in Luxor, Ägypten, bei dem auch mehrere deutsche und schweizer Touristen ums Leben kamen). Seit dem 11. September 2001 erreicht der globale Terrorismus ein völlig neues Gefährdungspotential, da die Anschläge nicht mehr eine spezifische, nationale Ordnung, sondern die bestehende internationale Ordnung angreifen. Die Angriffe richten sich zwar in erster Linie gegen die USA und ihre Verbündeten, gefährden aber auch das internationale Zusammenleben und den Weltfrieden. Das erklärte Ziel der verantwortlichen Terroristen ist es, den Einfluss des Westens aus den islamischen Ländern zurückzudrängen.

3. Terroristische Organisationen

Die islamistische Terrororganisation Al-Quaida

Al-Quaida (“Die Basis”) entstand 1988/89 in Afghanistan unter der Führung des saudischen Milliardärs OsamaBn Muhammad Bin Laden. Es lassen sich drei Phasen in der Entwicklung von Al-Quaida unterscheiden: 1. Phase (1988-1990) Konzentration und organisierter Aufbau einer Guerillaorganisation, welche im Afghanistankrieg gegen die sowjetischen Besatzer kämpfte. Erster Aufbau interntaionaler Rekrutierungs- und Ausbildungslager für muslimische Freiwillige aus aller Welt, welche für Al-Quaida kämpfen wollten. 2. Phase (1990-1996) Nach de, Rückzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan weitete Al-Quaida die Aggressionen gegen unislamische Eliten in muslimischen Ländern aus. der Aufbau internationaler Terrorzellen nahm Formen an, da verschiedene Terrorgruppen aus islamischen Ländern (Islamischer Djihad, Jamaia ´Jslamiah, Hamas) sich mit Al-Quaida koordinierten. Al-Quaida rekrutierte und entsendete außerdem Kämpfer in Konflikte und Krisengebiete, bei denen sich muslimische Gruppen bedroht sahen (Süd-Philipinen, Bosnien, Kosovo, Tschetschenien, Somalia). 3. Phase (ab 1996) Al-Quaida verstärkte seine Aggressionen gegen den Westen, besonders gegen die USA und Israel. Die Terrorgruppe, als deren Führer immer noch Osama Bin Laden gilt, bekämpft seither nicht mehr nur aus ihrer Sicht “korrupte” Regime, sondern geht allgemein gegen den Westen vor, welcher diese Regime unterstützt und finanziert. Bin Laden wirft dem Westen vor, die islamisch geprägte Welt unterdrücken und kontrollieren zu wollen.

Struktur und Organisationsform von Al-Quaida

  • Dezentrale Netzwerkstrukturen

Die spezifische Organisationsform des globalen Terrorismus sind dezentrale netzwerkartige Strukturen, die sich über den gesamten Globus erstrecken. Dabei sind, mit Blick auf die Al-Quaida Führungsebene, Terrorzellen sowie “brefreundete” Terrorgruppen in unterschiedlicher Intensität miteinander verbunden. Die Leitungsebene ist stark untereinander vernetzt, während andere Teile des Netzwerks fast autonom agieren, ohne dass die Führung jedoch die Kontrolle oder den Einfluss auf diese Terrorzellen verliert. Zudem handelt es sich bei Al-Quaida um eine multinationale Organisation, deren Handlungsmöglichkeiten keine nationalen Grenzen kennt. Die Rekrutierung neuer Mitglieder findet sozusagen weltweit statt. Konnte man die Führungsebene bis zum Jahr 2001 noch in Afghanistan vermuten, so ist Al-Quaida spätestens seit dem 11. September 2001 keiner Nation mehr direkt zuzuordnen. Trotz der Schwierigkeiten, ein geographisches Zentrum auszumachen, kann man sagen, dass die Schwerpunkte bei Al-Quaida in Nordafrika, in der Golfregion, in Pakistan sowie Südostastien liegen.

  • Finanzquellen und Unterstützung

Der internationale Terrorismus verfügt, teilweise begünstigt durch die Globalisierung – zum Beispiel die Öffnung der Finanzmärkte und den Abbau von Grenzkontrollen – über viele legale und illegale Finanzquellen. Dazu gehören hauptsächlich nicht-staatliche Akteure, wie zum Beispiel Firmen, reiche Privatleute oder religiöse Stiftungen und “wohltätige” Einrichtungen, die gezielt Spenden einsammeln, von denen dann ein Teil an die Terrororganisation fließen. Die Unterstützung und Duldung durch Staaten, wie sie noch in den Siebzigerjahren durchaus üblich war, ist für den internationalen Terrorismus eher von sekundärer Bedeutung, und hat, seit der von den USA angeführten “Allianz gegen den Terrorismus”, stark an Bedeutung verloren.

4. Gefahren und Probleme

Proliferation von Massenvernichtungswaffen

Der Begriff Proliferation stammt ursprüngllich aus der Debatte über die Gefahren einer Weiterverbreitung von Atomwaffen über den Kreis der klassischen fünf Atommächte hinaus. Unter Proliferation von Massenvernichtungswaffen wird heut auch die Weiterverbreitung von chemischen und biologischen Waffen, sowie von Raketen als deren gefährlichsten Trägersystemen verstanden. Chemische und biologische Waffen erscheinen vor allem Entwicklungs- und Schwelenländern als besonders “attraktiv”, da ihre Entwicklung und Produktion im Vergleich zu Kernwaffen viel einfacher und kostengünstiger ist. Ein wesentliches Problem der Proliferation besteht darin, dass sich die Weiterverbreitung indirekt vollzieht. Diese Waffen werden in der Regeln nicht als “Fertigprodukte” erstanden. ABC-Waffen sind bisher nicht im internationalen Waffenhandel erhältlich. Der einzige Staat, der im Laufe des letzten Jahrzehnts komplette Raketensysteme und die Technologie zu ihrer Herstellung verkauft hat, ist Nordkorea. Dabei handelt es sich um Raketen des SCUD-Typs, die dem technischen Stand der Fünfzigerjahre entsprechen und die NO DONG, eine reichweitengesteigerte Rakete aus der selben Familie. Der Erwerb dieser Raketen stellt jedoch für die meisten Käufer den Einstieg in die eigene Raketentechnologie dar. Zum Aufbau der benötigten Forschungs- und Entwicklungeinrichtungen und zu Produktion der Waffen selbst werden Maschinen, Messgeräte und Materialien benötigt, die handelsüblich sind und auch im zivilen Bereich an zahlreichen Stellen eingesetzt werden: sogenannte Dual-use Güter. Anlagen für die pharmazeutische Industrie oder für die Produktion von Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln können u. a. für die Herstellung von chemischen Kampfstoffen wie Schwefellost, Sarin, Soman, Tabun oder VX missbraucht werden. Um zu verhindern, dass solche proliferationsrelevante Dual-use Güter in die Hände von terroristischen Organisationen oder zwielichte Regime gelangen, sind strenge Kontrollen der Exportunterlagen und zusätzliche Informationen über den Empfänger im Ausland und die Endverwendung erforderlich. Der Proliferation von ABC-Waffen und deren Trägersystemen kann mit Mitteln der Strafverfolgung nicht auf den Grund gegangen werden, da polizeiliche Maßnahmen nicht in die Staaten hineinreichen, die hinter den Beschaffungsmaßnahmen stehen. Der Proliferation muss deshalb mit außen- und sicherheitspolitischen Manahmen entgegnet werden.

5. Neue Herausforderungen

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist deutlich geworden, dass es Al-Quaida möglich ist, mehrere Anschläge zeitgleich zuplanen und durchzuführen. Das Zerstörungspotential ist dabei erheblich höher als bei herkömmlichen Terrororganisationen, was die Bereitschaft sich selbst zu opfern und die operativen Fähigkeiten angeht. Viele Todesopfer, ökonomische, soziale und psychische Folgen werden bei den Anschlägen als Erfolg bewertet und von vorne herein einkalkuliert. Da terroristische Anschläge überall möglich sind, sind sie nicht direkt durch Sicherheitsvorkehrungen zu verhindern. Es ist deshalb notwendig, die Konzentration auf die Aufklärung und die Gefahrenabwehr zu setzen. Anschläge müssen schon in der Planungsphase aufgedeckt und verhindert werden. Die Möglichkeit auf viele verschiedene Finanzquellen zurückzugreifen verschafft Al-Quaida ein hohes Maß an Flexibilität. Der Verlust einiger Quellen, etwa durch das Einfrieren von Konten, kann durch andere Quellen kompensiert werden. Ein weiteres Problem stellt die Netzwerkstruktur von Al-Quaida dar. Solange wichtige Knotenpunkte innerhalb der Organisation erhalten bleiben, bleibt sie handlungsfähig. Es genügt nicht, die Kommandoebene auszuschalten oder Osama Bin Laden unschädlich zu machen, da die Terrorzellen dann autonom weiteragieren würden.

6. Bekämpfungsstrategien

Operative Maßnahmen

Unter operativen Maßnahmen wird das direkte Vorgehen gegen Terroristen zusammengefasst. Zum einen müssen die Polizei und die Sicherheitsdienste auf die neuen Herausforderungen, die der internationale Terrorismus mit sich bringt, vorbereitet werden und es müssen vor allem Spezialkräfte aufgebaut und ausgebildet werden, die technologisch den Terroristen weit vorraus sind und die anhand zuverlässiger Informationen gegen Ausbildungslager, Unterschlüpfe und Planungszentren vorgehen können. Diese Informationen müssen durch Geheim- und Nachrichtendienste beschafft und bereitgestellt werden., die verdächtige Organisationen überwachen und überprüfen und die versuchen an Informationen über die Planung von neuen Anschlägen zu gelangen.

Strukturelle Maßnahmen

Bei den strukturellen Maßnahmen geht es darum, die Bildung von Terrorgruppen möglichst zu verhindern oder zumindest ihre Ausbreitung einzudämmen. Dazu muss den Terroristen die sozioökonomische Basis entzogen werden. Dies bedeutet, dass Terroristen auf keinerlei Akzeptanz in der Gesellschaft bauen dürfen und dass sie zum Beispiel keinerlei Chance haben dürfen, unter der Bevölkerung Unterschlupf zu finden. Weiterhin müssen staatliche Strukturen gestärkt werden, um Terroristen eine wehrhafte Demokratie entgegenzusetzen. Ein weiterer Schritt zur Vermeidung von Terrororganisationen ist die Lösung regionaler Konflikte, wie der Nahost- oder dem Kaschmirkonflikt. Die Eindämmung des Waffenhandels, sowie die Verhinderung der Proliferation von Massenvernichtungswaffen stehen im Vordergrund. Fraglich ist, ob es von Nutzen ist, die arabisch-muslimische Welt zu demokratisieren. Fakt ist, dass viele muslimische Staaten aufgrund ihrer Entwicklungsblockaden und autoritäter Strukturen viele wirtschaftliche Chancen der Globalisierung verpasst haben und vom technologischen Fortschritt der letzten Jahre kaum profitiert haben. Der Versuch, demokratische Strukturen in ein Land zu zwängen, wie es im Irak der Fall ist, stößt bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung und teils heftigen Wiederstand. Weite Teile der islamischen Welt sehen sich als Verlierer der Globalisierung, die aus ihrer Sicht meist die westliche Überlegenheit symbolisiert. Diese Haltung bietet die Grundlage, die Extremisten für ihre Zwecke nutzen können.

Quellenangaben

Literatur

  • Blum, William – Killing Hope
  • Bundesnachrichtendienst – Proliferation von Massenvernichttungswaffen

Internet

  • www.auswaertiges-amt.de – Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland
  • www.bundesnachrichtendienst.de – Der Auslandsnachrichtendienst der Bundesrepublik Deutschland
  • www.spiegel.de – Nachrichtenmagazin
  • www.terrorism.com – Dossiers über Terrorgruppen
  • www.dhs.gov – US Department Of Homelandsecurity

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