Homo Faber

Homo Faber = Der Mensch als Schmied

Diese lateinische Bezeichnung bedeutet wörtlich auf lateinisch übersetzt

„der Mensch als Schmied“

Allgemeine Definition:
gemeint ist nicht nur der Mensch als Techniker sondern allgemein der von der technischen Welt geprägte Mensch dieses bezieht sich auch auf seine Mitmenschen und seine Umwelt.

Walter Faber stellt diesen Menschentyp in Reinform dar.

Bei Walter Faber hat alles was er für wichtig hält eine Ursache und eine Wirkung. Gefühle hält er nicht für wichtig und dies bezieht sich auf seine Mitmenschen.

Fabers Bild von sich und der Welt:
Walter Faber sieht sich selber als Rationalisten und Realisten.

Fabers Weltbild ist bestimmt durch seinen Glauben an die Technik, an die Vernunft und Rationalität.

Sein Beruf kennzeichnet seine, ausschließlich auf der Technisch Erklärbaren, gerichteten Denkweise. Fabers Weltbild ist bestimmt durch seinen Glauben an die Technik, an die Vernunft und an Rationalität. Gegenüber anderen Menschen bewirkt diese Konzentration auf das Technische, Nicht-Menschliche eine kalte, teilweise arrogante Handlungsweise, die er zwar auch selber erkennt und akzeptiert.

Zum ersten Mal bekennt er sich zur Rolle des Technikers, als er rückblickend die Notlandung in der Wüste beschreibt. Er fragt sich,

„ Was die Leute eigentlich meinen wenn sie von Erlebnis reden. Ich bin Techniker und gewohnt die Dinge zu sehen, wie sie sind.“

Damit meint er dass er die Erscheinungswelt als objektiv gültige Wirklichkeit erfassen kann. Er ist z.B. bei der Notlandung, von den Erscheinungen der nächtlichen Wüste nicht ergriffen, sondern sucht nach Erklärungen die einem Techniker entsprechen:

„Ich finde es nicht fantastisch sondern erklärlich“

Als Ausdruck diese Technikbestimmten Verhaltens sind die Gegenstände zu sehen die er immer mit sich hat: Kamera, Schreibmaschine und Schachspiel.

Es sind Zeichen technischer Macht, die es ihm ermöglichen, die Unmittelbarkeit des Lebens und der Natur von sich fernzuhalten.

Faber filmt alles, was ihn seelisch berühren könnte, um es als Filmspule abzulegen: den Sonnenuntergang in der Wüste, die verwesende Leiche seines Freundes, Ivy beim endgültigen Abschied und vor allem immer wieder Sabeth.

Das die technische Weltanschauung Fabers auch entscheidende Schwachstellen aufweist, wird in einem Traum Fabers auf dem Flug nach Mexiko deutlich.

Faber träumt seine Zähne seine ausgefallen und überprüft nach dem erwachen mit der Zunge sein Gebiss.

Die Vergänglichkeit und Anfälligkeit von „menschlichem Material“ (Zähne, Fleisch) und menschliche Regungen wie Trauer stören Fabers technischrationales Weltbild. So versucht er dann auch, genannte Bereiche zu vermeide (keine Hochzeit) bzw. sie schnell abzutun (Traumszene).

Für Faber sind alle persönlichen Eigenschaften sowie Gefühle und Regungen, die nicht mit diesem Selbstbild korrespondieren, „Ermüdungserscheinungen! Wie beim Stahl.“

Neben der Rolle als Techniker sieht sich Faber in der Rolle des Mannes, in dem er den vielleicht „einzigmännlichen Beruf überhaupt“ ausübt, körperlich fit ist (nie im Leben krank gewesen) und als „freier“ Mann, der Einsamkeit als Heldenhaft betrachtet.

Faber wünscht sich menschliches Leben als ein in sich geschlossenes System aus Ermüdung freien Materialien, das bis in die Einzelheiten durchkonstruiert ist. Diese Ideal findet er in der Maschine und ganz speziell im Roboter. Im Roboter sieht er Eigenschaften die er auch für sich selbst wünscht: Erlebnis- Angst- und Irrtumsfreiheit.

Zusammengefasst sieht sich Faber selbst als ein Mann der mit beiden Füßen auf der Erde steht.

Ähnliche Referate

Hinterlasse eine Antwort