Der gute Mensch von Sezuan

Der gute Mensch von Sezuan
Thema: die drei Götter
Äußeres Erscheinungsbild: – wohlgenährt (S.8) – keine Zeichen irgendeiner Beschäftigung (S.8) – staubige Schuhe (S.8) Wandel im Laufe des Dramas – zerrissene Kleidung – Bein in einer Fuchsfalle verloren
Einstellung und Verhalten:
1.Gott
 „Anführer der Götter“ (Ergreift als erster Gott das Wort und führt die Gerichtsverhandlung)
 Ist optimistisch: „Wir können noch immer gute Menschen finden, jeden Augenblick. Wir dürfen es uns nicht zu leicht machen.“ (S.10)
 Verurteilt die Schwäche der Menschen: „Was haben Geschäfte mit einem rechtschaffenen und würdigen Leben zu tun?“(S.55)
 Möchte Shen Te nicht helfen: „Ich bin der Ansicht, dass sie sich selber helfen muss.“(S.94)
2.Gott
 Ist bescheiden und lässt sich leicht zufrieden zustellen: „Aber ein kleines Zimmer genügt uns. Sag, wir kommen.“(S.9) „Das macht nichts. Wo Spinnen sind gibt’s wenig Fliegen.“ S(.9)
 Ist realistisch: „Zufälle in Schun, Zufälle in Kwan und Zufälle in Sezuan! Es gibt keine Gottesfürchtigen mehr, das ist die nackte Wahrheit, der ihr nicht ins Gesicht schauen wollt. Unsere Mission ist gescheitert, gebt es euch zu!“ (S.10)
 Möchte sich nicht in die Wirtschaft einmischen: „Da können wir leider nichts tun. In das Wirtschaftliche können wir uns nicht mischen.“ (S.16)
3.Gott
 Ist naiv: „die Welt kann bleiben, wie sie ist, wenn genügend gute Menschen gefunden werden, die ein menschenwürdiges Dasein leben können. Der Wasserverkäufer selber ist ein solcher Mensch, wenn mich nicht alles täuscht.“ (S.10)
 Möchte Shen Te helfen: „Halt! Wartet einen Augenblick! Wenn sie etwas mehr hätte, könnte sie es vielleicht eher schaffen.“ (S.16 )
 Meint, dass die Gebote für Menschen unerfüllbar sind: „Wenn wir halbwegs gute Menschen treffen, leben sie nicht menschenwürdig.“ (S.94)
Von Anfang an werden die Götter als kaum ernst zu nehmend beschrieben. Sie erfüllen nicht das übliche Götterbild der Menschen und sind weder allwissend noch allmächtig. Brecht gestaltete die Götter nach der modernen, naiven, wegschauenden und ignoranten Gesellschaft. Im letzten Bild wird dies Anhand der Tatsache, dass sie sich den Problemen entziehen besonders deutlich. Außerdem wird deutlich dass ihnen sehr daran gelegen ist, die Welt nicht verändern zu müssen.
Zu Bertold Brecht selbst und seinen Einstellungen Bertolt Brecht war Atheist und vom Marxismus überzeugt.
Im Marxismus heißt es, dass die Religion das „Opium des Volkes“ sei (Religion ist ein Ausdruck des gesellschaftlichen Elends und zugleich Protest gegen dieses Elend).
In einem Kapitel des Kommunistischen Manifestes heißt es: „Die Kritik des Himmels verwandelt sich in Kritik der Erde, die Kritik der Religion in die Kritik des Rechts, die Kritik der Theologie in die Kritik der Politik“.  Damit wird die „Kritik der Religion“ als Grund „aller Kritik“ angegeben.
Brecht hat sich beim Schreiben wahrscheinlich auf die marxistische Lehre bezogen. Seiner Weltanschauung nach, gab es keinen Gott.
Durch seinen Atheismus und den Marxistischen Einfluss betrachtete Brech den Menschen als das höchste Wesen. Somit kann kein Gott größer und mächtiger als der Mensch sein.  Er gab den Göttern daher eine menschliche Gestalt.
Brecht vertrat die Annahme, dass wenn man dem Menschen helfen will, man die ganze Welt verändern müsse. Dies zeigte er auch in seinem Werk „Der gute Mensch von Sezuan“.  Wenn es nicht möglich ist einen guten Menschen zu finden muss sich die Welt von Grund auf ändern. (Umkehrschluss: In dem Beschluss heiß es: die Welt kann bleiben, wie sie ist, wenn genügend gute Menschen gefunden werden, die ein menschenwürdiges Dasein leben können. [Seite 10])
Einstellungen der Menschen aus Sezuan gegenüber den Göttern
Wang ist der einzige der die Götter erkennt. Es zeigt sich ein deutlicher Atheismus in Sezuan Seite 8-12
Wang fällt es schwer ein Nachtquartier für die Götter zu finden. Er wird von allen Abgewiesen.  „Verschone uns mit deinen Göttern“ Seite 9,  „Wie soll ich wissen, was deine Götter für Götter sind? Wer weiß, wen man da unter sein Dach bekommt“ Seite 10,  „Das müssen schöne Gauner sein, die du da wo unterbringen willst“ Seite 12
Erklärungen
Der Marxismus ist eine einflussreiche Strömung innerhalb des Sozialismus und Kommunismus. Als Marxisten werden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Anhänger von Karl Marx und Friedrich Engels bezeichnet.
Das Kommunistische Manifest genannt, wurde von Karl Marx und Friedrich Engels 1847 im Auftrag des Bundes der Kommunisten verfasst und ist am 21. Februar 1848 in London erschienen, zeitgleich zur Februarrevolution in Frankreich und kurze Zeit vor der Märzrevolution im Deutschen Bund und in den zu dessen größten Staaten Österreich und Preußen gehörenden Gebieten außerhalb des Bundes.

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