Vulkane

Vulkane
Auf der Erde gibt es ganz schön viele Vulkane. Etwa 1.900 von ihnen sind noch
aktiv. Jedes Jahr haben wir zwischen 50 und 60 Ausbrüche. Allerdings
befinden sich viele davon in unbewohnten Gebieten oder im Meer. Früher
glaubten die Menschen Vulkanausbrüche seien die Rache der Götter!
Wie entsteht ein Vulkan?
Dazu muss ich Euch erst mal was über unsere Erde erzählen. Die Erde
besteht aus mehreren Schichten. Ganz im Inneren ist der Erdkern, er
besteht aus flüssigem Metall und ist über 5000°C heiß. Der Erdmantel
umschließt den Kern und ist bis zu 3000°C heiß. Bei der Hitze ist das Gestein
flüssig und heißt dann Magma. Ganz außen ist die Erdkruste, auf der leben
wir. Sie ist natürlich fest und hart, aber nicht komplett geschlossen. Sie besteht
aus einzelnen Platten, die wie Puzzleteile zusammenpassen. Der sogenannte
„Ring aus Feuer“ ist die Zone um den pazifischen Ozean, wo sich die Platten
berühren und die Erdkruste besonders viele Risse und Spalten hat, aus denen
das Magma entweichen kann. An der Erdoberfläche entweichen die Gase und
aus dem Magma wird dann Lava. Die Lava kühlt langsam ab und wird wieder
zu festem Gestein. Das Gestein lagert sich um die Spalte herum ab. Der Vulkan
wächst!
Sind alle Vulkane gleich?
Nein, man unterscheidet Vulkane nach Ihrer Form in Schild- und
Schichtvulkane.
Ca. 90% aller Vulkane sind Schildvulkane. Sie sind sehr weitläufig und flach
und befinden sich fast alle am Meeresgrund. Aus einigen von ihnen sind zum
Beispiel die Inseln Hawaii und Island entstanden .
Weniger als 10% aller Vulkane auf der Erde sind Schichtvulkane, es sind aber
die bekanntesten wie z.B. der Fujiyama in Japan, der Mount Saint Helens in
Amerika oder der Vesuv in Italien.
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Was passiert bei einem Vulkanausbruch?
Durch das Gewicht der Platten und Gas im Erdmantel steht das Magma unter
hohem Druck. Deshalb versucht es nach oben zu kommen. Bevor es dann
als Lava austritt sammelt sich das Magma meist vorher in einer Kammer, der
Magma-Kammer. Von dieser Kammer aus fließt es durch den Schlot an die
Oberfläche.
Am gefährlichsten sind Ausbrüche von Schichtvulkanen, denn wenn der
Druck in der Magmakammer zu hoch wird, kann der Vulkan explodieren.
Dabei wird die Spitze des Berges gesprengt und riesige Mengen Asche und
Staub werden bis zu 40 km weit in die Luft geschleudert.
→ Zeitungsausschnitt (Starnberger Merkur vom letzten Wochenende)
Zurück bleibt ein Vulkankegel, wie ihn jeder von Euch kennt. Darin sammelt
sich die Lava dann zu einem Lavasee.
→ Lavasee Foto
Sind viele Gase im flüssigen Gestein und das Magma ganz zäh, wie
Kuchenteig, dann bilden sich große Blasen. Wenn eine Blase aufsteigt und
an der Oberfläche zerplatzt, können Lavafetzen 20 – 400m weit in die Luft
geschleudert werden.
→ Lavablase Foto
→ Vulkanausbruch = Eruption Foto
Es gibt Vulkankrater, die sind riesen groß. Manchmal bricht der
Kraterrand ein. Asche und Staub vermischen sich und werden zusammen
mit Wasser zu einem flüssigen Schlamm. Meist ist der Vulkan jedoch nicht
erloschen, sondern er ruht nur. Dabei können immer wieder Gase entweichen.
Die Gasblasen steigen im Schlamm auf und zerplatzen an der Oberfläche. Der
Vulkan blubbert. Man nennt diesen Vulkan Schlammkessel.
→ Schlammkessel Foto
Vulkane zerstören!
Ein Vulkanausbruch kann das Leben vieler Menschen, Tiere und Pflanzen
zerstören, ja sogar ganze Häuser und Siedlungen können von der Lava
überrannt werden.
→ Lava versperrt die Straße – Foto
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Die Stadt Pompeji wurde durch den Ausbruch des Vesuv ‘s im Jahre 79 nach
Christus komplett verschüttet. Wie Ihr auf dem Bild sehen könnt hat man es
inzwischen geschafft, die Stadt wieder auszugraben.
→ Opfer Pompeji
→ Pompeji wieder ausgegraben
Wenn ein Vulkan explodiert, regnet es überall in der Umgebung Asche vom
Himmel. Die Asche legt sich auf die Pflanzen und behindert das Wachstum.
→ Asche Foto
Durch die Erschütterungen und Erdrutsche werden Pflanzen und Bäume
beschädigt. Sie werden umgeknickt, abgeholzt und verschüttet. Wie auf dem
Bild hier wurde durch den Vulkan der komplette Wald abgeholzt. Die Bäume
wurden wie Streichhölzer umgeknickt.
→ Streichhölzer Foto
Am meisten Menschen, nämlich 92.000, starben bisher beim Ausbruch des
Vulkans Tambora auf der Insel Sumbawa im Jahr 1815. Das sind etwa 4x so
viele Menschen wie in Starnberg leben.
Vulkane sind aber auch nützlich!
Vulkane bringen nicht nur Zerstörung. Die Lava fördert auch viele
Bodenschätze aus dem Inneren der Erde an die Oberfläche, z.B. Diamanten,
Basalt, Bims, Obsidian und Schwefel:
Basalt nutzt man für „Kopfsteinpflaster“.
Bims ist ganz leichtes Vulkangestein, das sogar auf Wasser schwimmt. Damit
werden z.B. neue Jeanshosen gewaschen, um sie „getragen“ aussehen zu
lassen, man nennt das „stone washed.“
Obsidian sieht aus und zerspringt wie schwarzes Glas, deshalb nennt man es
auch „vulkanisches Glas“. Es war früher sehr wertvoll, da die Menschen die
scharfen Scherben als Messer benutzt haben.
→ Schwefel Foto
→ Mineralien färben den Fluss – Foto
Wenn ein Vulkan aufhört, Feuer und Asche zu spucken, kann es sein, dass er
nur schläft und irgendwann einmal wieder ausbricht. Wenn sich die Öffnungen
in der Erdkruste aber verschlossen haben und der Vulkan für Tausende von
Jahren nicht mehr ausgebrochen ist, dann sagt man, er ist erloschen. In dieser
Zeit zerfällt die Lava zu Sand und Staub und wird mit der nährstoffreichen
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Asche zu sehr fruchtbarem Boden.
Es wachsen Pflanzen und die Vulkane werden grün. Der Mensch kommt zurück
in solche Gebiete und nutzt den fruchtbaren Boden in der Landwirtschaft. In
Asien wird dort häufig Reis angebaut.
→ Reisanbau Asien
Aber auch heißes Wasser aus dem tiefen Inneren der Erde und Schlammbäder
werden gerne genutzt. Einige von Euch haben vielleicht schon von
Thermalbädern gehört, in denen dieses sehr warme und schwefelhaltige
Wasser den Menschen ein gesundes Bad verspricht.
Und wenn Ihr nun glaubt, Vulkane gibt es nur im Ausland, dann irrt Ihr Euch.
Auch in Deutschland kann man sich Vulkane ansehen: in der Eifel und z.B.
den Vogeldberg in Hessen. Natürlich sind diese Vulkane bereits vor langer
Zeit erloschen und von den Pflanzen zugewachsen, so dass man sie nicht mehr
als Vulkane erkennen kann.
Der größte aktive Vulkan in Europa ist der Äthna in Italien.
Der Vulkan Stromboli ist Europas einziger daueraktiver Inselvulkan, der seit
2000 Jahren mehrmals täglich glühende Lava in den Himmel spukt. Weil sein
roter Feuerschein von weitem sichtbar ist, nennen ihn die Seefahrer auch „das
Leuchtfeuer des Mittelmeers.“
→ Stromboli
Der größte Vulkan der Erde ist der Mauna Loa auf Hawaii. Er ragt 4.139m
aus dem Meer und geht noch ca. 5.000m bis zum Meeresgrund, d.h. er ist
9.000m hoch und somit höher als der Mount Everest (8.850m).
Findest Du Vulkane nun so richtig spannend und willst Du Dich später vielleicht
auch beruflich damit beschäftigen? Dann musst Du Chemie, Physik,
Mineralogie oder Geologie studieren um Vulkanologe zu werden. Diese
Wissenschaftler versuchen das Verhalten von Vulkanen vorherzusagen und
Menschen, Tiere, Pflanzen und Städte in der Umgebung des Vulkans vor einem
Ausbruch zu bewahren.

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