Williamson

Analyse der Aussagen von Bischof Williamson zur Leugnung von Gaskammern und Opferzahlen im Holocaust.
Ein Bischof leugnet den Holocaust – Richard Williamson
Die Leugnung nationalsozialistischer Verbrechen in deutschen Vernichtungslagern ist, wie es im Falle Richard Williamson erscheint, eher eine Glaubensfrage als ein politischer Standpunkt. Rationale Argumente scheitern, wo die Realität zur Ansichtssache mutiert.
Bereits im April 1989 kommt Williamson zu folgendem Schluss:
Dort wurden keine Juden in den Gaskammern getötet! Das waren alles Lügen, Lügen, Lügen! Die Juden erfanden den Holocaust, damit wir demütig auf Knien ihren neuen Staat Israel genehmigen. […] Die Juden erfanden den Holocaust, Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel, und der Vatikan hat seine Seele an den Liberalismus verkauft. Bischof Richard Williamson Im November 2008 sagte er in einem Interview:
„Ich glaube nicht, dass es Gaskammern gab […] Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommen sind […] aber keiner von ihnen durch Gaskammern“ Bischof Richard Williamson
Zusammengefasst leugnet Bischof Williamson
• Die Existenz von Gaskammern
• Die Zahl von 6 Millionen ermordeten Juden durch die Nationalsozialisten
Weiterhin behauptet Williamson, der Betrieb solch großer Gaskammern, wie sie zur industriellen Vernichtung von Menschen nötig waren, wäre unmöglich gewesen. Er nennt dafür folgende “Beweise” im TV-Interview:
• Wegen dem Gift hätten die Kamine der Gaskammern so hoch sein müssen, dass man sie, bzw die Schatten, auf Fotos alliierter Spionageflugzeuge erkennen hätte müssen. Dies war nicht der Fall
• Die Türen der Gaskammern hätten absolut luftdicht sein müssen – waren sie aber nicht
Das ist Unsinn – es ist eine Frage der Konzentration. Wird das Gas in die Atmosphäre entlassen, sinkt die Konzentration sehr rasch, und es ist nicht länger gefährlich. Weiterhin zersetzt sich HCN (Zyklon-B) relativ schnell. Die Hinrichtungskammern in US-Gefängnissen werden ebenfalls direkt in die Atmosphäre entlüftet.
Opferzahlen – Auschwitzleugner und Mathematik
Holocaustleugner versuchen immer wieder mit verschiedenen Berechnungen den Nachweis zu erbringen, dass während des Nationalsozialismus weniger Juden ermordet worden sind, als bisher angenommen. Dabei bedienen sie sich einer Fülle von Tricks, Täuschungsmanöver und Zahlenspielen.
Die vier Millionen von Auschwitz
Eine Grundlage für solche “Berechnungen” sind die Gedenktafeln, die bis 1990 in der Gedenkstätte Auschwitz aufgestellt waren. Auf diesen Tafeln war von 4 Millionen Opfern in Auschwitz die Rede. Seit den 1950er Jahren ist bekannt, dass diese Zahl eine propagandistisch überhöhte Angabe der Sowjets war. Im Anfang der 60er Jahre erschienenen Werk “Die Vernichtung der europäischen Juden”, S. 1299, ist eine Zahl von ca. 1 Million Auschwitzopfern angesetzt. Der Autor, Raul Hilberg, kommt bei seinen äußerst zurückhaltenden und vorsichtigen Berechnungen auf eine Gesamtzahl von 5,1 Millionen jüdischen Opfern während des Nationalsozialismus.
Andere Forscher nennen etwas höhere Zahlen (Benz in “Legenden, Lügen, Vorurteile”, S. 162, beispielsweise rund 6 Millionen). Die Größenordnung ist jedenfalls ähnlich.
Die Gedenktafeln wurden Anfang der 1990er Jahre, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, korrigiert und dem Stand der Wissenschaft angepasst.
Auschwitzleugner behaupten nun, dass wenn die Opferzahl in Auschwitz um 3 Millionen gesenkt worden sei, müsse auch die Gesamtzahl von 6 Millionen jüdischen Opfern des Nationalsozialismus um 3 Millionen gesenkt werden.
Der erste Täuschungsversuch der Holocaustleugner besteht darin, dass auf den Gedenktafeln in Auschwitz nie von 4 Millionen jüdischen Opfern die Rede war, sondern von der Gesamtzahl der Opfer.
Der zweite Denkfehler besteht darin, dass bei der Erhebung der jüdischen Opferzahlen von 6 Millionen von Anfang an die wissenschaftlich fundiertere Auschwitz-Opferzahl von 1 Million verwendet wurde.
Raul Hilbergs akribisch recherchiertes Werk, das auf mehr als tausend Seiten beruht, wird jedoch häufig von Holocaustleugnern als wertlos oder ungültig abgetan. Sie sind jedoch nicht in der Lage bestimme Ereignisse zu akzeptieren oder Zitate aus dem Buch selbst belegen zu können. Die wenigsten haben das Buch überhaupt gelesen.
Mehr vom Referat auf: http://ref-archiv.de/referat-bischof-williamson-holocaust-und-auschwitz-leugner.html

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