MAHATMA GANDHI

ES GIBT KEINEN WEG ZUM FRIEDEN. DER FRIEDE IST DER WEG.
MAHATMA GANDHI
Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich mich schon länger einmal näher mit
Mahatma Gandhi beschäftigen wollte und ich auch schon ein paar Dokumentationen
über Mahatma Gandhi im Fernsehen sah. Zudem fasziniert es mich, wie viel er
erreicht, ohne Gewalt anzuwenden. Schon deshalb wollte ich mich mit ihm befassen,
da ich persönlich mir das nicht vorstellen kann.
Mahatma Gandhi vollständiger Name ist eigentlich Mohandas Karamchand Gandhi,
Mahatma ist ein indischer Ehrenname der auf Deutsch in etwa Grosse Seele heisst.
Er hat auch einen 2. Ehrenname, nämlich Bapu, was soviel bedeutet wie Vater der
Nation.
Nun aber zu seinem Leben und seinen Verdiensten.
Am 2. Oktober 1869 wurde Mohandas Karamchand auf der Halbinsel Kathiawar in
dem kleinen Küstenort Porbandar als letzter von 4 Kindern geboren.
Seine Familie gehörte der Bayan- Kaste an, einem Stand der Unternehmer und
Kaufleute. Gandhis Vater Karamchand war allerdings weder Unternehmer noch
Kaufmann, sondern ein verhältnismäßig hoher Beamter des Staates Porbandar. Er
betätigte sich als Mitglied des Gerichtshofes und eine Zeit lang auch als
Premierminister. Seine Mutter Putlibai war sehr religiös, was sich darin äußerte, dass
sie nie eine Mahlzeit ohne die täglichen Gebete aß. Auch Krankheit war für sie kein
Grund, um die Fastenzeiten zu mildern oder sogar zu unterbrechen. Die
Familie war Anhänger des Wischnukultes. Gandhi soll ein schüchterner, ruhiger,
gehorsamer, ängstlicher Junge gewesen sein. Am Anfang hatte er kaum Freunde, da
immer die ständige Angst da war, ausgelacht zu werden. In seiner Kindheit wurde er,
wie es in Indien üblich war, 3 mal verlobt bis er dann 1882 mit 13 Jahren mit der
gleichaltrigen Kasturbai Nakanji verheiratet wurde. Er war ein normaler,
mittelmäßiger Schüler, der ohne Aufsehen seine Schule beendete. Mit Mühe bestand
er sein Abitur, aber ein einziges Semester am Samaldar College, es war ein völliger
Misserfolg, zeigte den Eltern, dass seine einzige Chance darin bestand, ihn nach
London zu schicken und im Inner Temple Jura studieren zu lassen. Von dieser
Universität hieß es, dass selbst der dümmste Student bestand. Im September 1888,
Mohandas war gerade Vater von Harilal, seinem ersten Sohn geworden, ging er nach
London. Dort versuchte er sich erst anzupassen, las die Bibel, wobei ihn nur das
Neue Testament beeindruckte, besonders aber die Bergpredigt (“.einen Auszug
davon ist.. dass ihr dem Übel nicht widerstehen sollt; sondern so dir jemand einen
Streich gibt auf deine rechte Backe, so biete ihm auch die Linke dar. Und so dir
jemand deinen Rock nimmt, so lass ihm auch deinen Mantel”) , gehörte aber später
zu den führenden Vertretern der dortigen Vegetariergesellschaft. 1891 bestand er
dann tatsächlich sein Examen und kehrte nach Indien zurück. Nach vielen
vergeblichen Versuchen fand er endlich eine Stelle als Rechtsanwalt in Bombay. Ein
Jahr später kam sein 2. Sohn , Manilal, zur Welt. 1893 ging er nach Südafrika, um
dort in der Niederlassung einer indischen Firma zu arbeiten. Hier kam Gandhi zum
ersten Mal mit Rassendiskriminierungen in Berührung. Das berühmteste Beispiel
zitiert eine Biographie folgendermaßen…
“Er fuhr im Erste- Klasse Abteil und ein weißer Südafrikaner kam herein und meinte,
er solle das Abteil verlassen, da er nicht mit einem Inder im Abteil sitzen wolle.
Gandhi ist nicht gegangen und als der Kontrolleur kam, hat er ihm sein Ticket gezeigt
und gesagt, dass er in London studiert hat. Der Schaffner meinte, er solle das Abteil
verlassen, andernfalls würde er beim nächsten Halt hinausgeworfen. Nachdem er
Kopf zuerst aus dem Zug geschubst wurde und alleine auf dem Bahnsteig lag, stand
er vor der Wahl. Er hatte sich zu entscheiden, ob er diese Unterdrückung dulden will,
ob er einfach wieder zurück nach Indien geht, oder ob er gegen Unterdrückung und
Fremdenhass ankämpft. Er hat sich für das letztere entschieden und außerdem zwei
Regeln für sich selbst gemacht, nach denen er sein ganzes Leben lang leben sollte.
Erstens, dass er nie wieder dulden wird, unterdrückt zu werden und zweitens, dass
er in seinen Kämpfen niemals Gewalt anwenden wird, selbst wenn andere Gewalt
gegen ihn anwenden.” Auch deswegen entwickelte er in dieser Zeit sein Konzept des
Satyagraha * auf dieses Wort komme ich später noch zurück, des gewaltlosen
Widerstandes. Das war auch einer der Gründe dafür, dass er statt der ursprünglich
geplanten 12 Monate 21 Jahre in Südafrika blieb. Wegen seines passiven
Widerstandes wurde Mohandas Gandhi mehrmals gefangen genommen. 1897 und
1900 gebar Kasturbai seine beiden letzten Söhne Ramdas und Devadas. 1904
gründete er die Zeitschrift Indien Opinion und die Phönixfarm in Natal, um ein
einfaches Leben als Bauer zu führen. Während des Burenkrieges 1899 und des
Zuluaufstandes 1906 bewegte er die Inder dazu, sich auf der Seite der Briten in den
Krieg zu begeben, allerdings durften sie nur Sanitätsdienst leisten. Gandhi selbst tat
es, da er es als Bürgerpflicht ansah. Wer seine Rechte einfordere, müsse auch seine
Pflichten erfüllen. Er erhoffte sich dadurch das Wohlwollen der Briten und eine
Verbesserung der Rechte der Inder in Südafrika. Noch im gleichen Jahr, im
September, wehrten sich die Inder unter Führung von Gandhi gegen die geplante
Registrierung aller in Südafrika lebenden Inder. Deshalb wird Gandhi auch 1907 zu
einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt. Ein Jahr später, im August 1908,
verbrennen mehr als 2000 Inder ihre Registrierkarten. Die südafrikanische Antwort
darauf kam sofort; sie verschärften die Immigrationsgesetze. 1909 gründet er dann
mit einem Freund die Tolstoifarm in Transvaal, die gleichzeitig als Wohnort für
Gandhi und seine Familie und als Zufluchtsort für die Anhänger der Satyagraha-
Bewegung diente. 1914 kehrte er in ein von den Engländern immer noch besetztes
Indien zurück. Ein Jahr später bekam er seinen berühmten Beinamen “Mahatma”
(die große Seele) vom indischen Dichter Rabindranath Tagore verliehen. 1919 rief
Mahatma das Volk zum passiven Widerstand auf. Als es zu gewaltsamen
Ausschreitungen kam, beendete Gandhi die Aktion, doch die britischen Soldaten
sorgten für ein Blutbad: 400 Inder starben in Amritsar in der Provinz Punjab. Gandhi
und seine Mitstreiter antworteten mit zivilem Ungehorsam, u.a. einem zweijährigen
Boykott britischer Waren und Institutionen sowie einem Verzicht auf Beteiligung an
Verwaltungsaufgaben. 1 Jahr später, 1920, übernahm Mahatma Gandhi die Führung
des INC (Indian National Congress) bis 1934. Der INC wurde 1885 als Vertretung der
indischen Bevölkerung in dem britisch besetzten Land gegründet. Nach 1920
wandelte sich der INC unter Gandhis Führung in eine Massenpartei, die seit der
Unabhängigkeit Indiens in fast allen Regierungen vertreten war.
In dieser Zeit warb Gandhi für das häusliche Spinnen als Nebenverdienst für die
Bauern und gleichzeitig wurde damit die englische Textilindustrie boykottiert. Diese
Satyagraha- Kampagne erregte viel Aufsehen, deshalb ist heute noch auf der
indischen Flagge ein Spinnrad.
Am 10. März 1922 wurde Mahatma zu 6 Jahren Haft verurteilt, die aber 1924, nach 2
Jahren, wegen seines schlechten Gesundheitszustandes abgebrochen wurden. In
dieser Zeit teilte sich der INC, gegen Gandhis Willen, in einen hinduistischen und
einen muslimischen Flügel. Gandhi konnte den Streit nur mühsam schlichten, u.a.
durch ein 21-tägiges Fasten.
Am 11. März 1930 begann Gandhi mit seinen Anhängern den sogenannten
“Salzmarsch” gegen die Salzsteuer und das britische Salzmonopol. In 24
Tagen liefen sie 385 km bis zum Küstenort Dandi. Er erklärte dem Volk, dass sich am
Strand versammelt hatte, wie man auf einfache Weise kostenloses Salz gewinnen
kann. Daraufhin wurde das englische Salz boykottiert und der illegale Handel mit
dem indischen “Strandsalz” blühte auf. Während dieser Aktion wurden viele von
Gandhis Anhängern, und auch er selber, festgenommen, aber durch den Druck der
internationalen Presse bald wieder freigelassen. Ein Jahr später durfte das indische
Salz legal verkauft werden.
1931 erreichte Gandhi endlich die Teilnahme an der “Round- Table- Konferenz” in
London, von der er sich, leider vergeblich, eine Lösung der Konflikte erhoffte. Als er
wieder nach Indien zurückkehrte, wurde er auch noch verhaftet. Die Zeit im
Gefängnis nutzte er, um in einen Hungerstreik gegen die Wahlgesetze, die getrennte
Wahlen für Hindus und die “Unberührbaren” forderten, zu treten.
Im Oktober 1934 gab er den Vorstand des INC für 5 Jahre ab, nahm ihn also 1941
wieder auf. Ein Jahr später forderte Gandhi energisch die Unabhängigkeit von
England. Daraufhin wurde er wieder verhaftet, das Volk stand aber hinter ihm und im
ganzen Land gab es Massenaufstände, die meistens blutig niedergeschlagen
wurden. Während der Haft starb seine Frau Kasturbai. Mahatma selbst bekam eine
schwere Malariaerkrankung, wegen der er 1944 entlassen wurde.
1947 ging endlich sein größter Traum in Erfüllung: Indien wurde unabhängig, aber
leider nur in Form von zwei getrennten Staaten: dem muslimischen Pakistan und
dem hinduistischen Indien. Daraufhin versucht Mahatma zu schlichten, als dieser
Versuch erfolglos abgebrochen wurde, begann Gandhi zu fasten. Sein
Gesundheitszustand wurde immer bedenklicher, was die Regierungen beider Länder
schließlich auch dazu bewegt, zumindest vorübergehend, Frieden zu garantieren.
Damit zog er den Hass fanatischer Anhänger beider Religionen auf sich.
Am 30. Januar 1948 wurde er dann mit 79 Jahren von einem fanatischen Hindu auf
einer Gebetsversammlung in Neu- Delhi mit 3 Schüssen ermordet. Er starb mit dem
Wort “Gott” auf den Lippen. Der Täter, Nathuram Vinayak Godse, wurde später
erhängt.
Die Nachricht von Tode Gandhis löste in der ganzen Welt Trauer aus. Die Vereinten
Nationen setzten ihre Flaggen auf Halbmast. Vom Vatikan bis zum Kreml wurde
Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. In der ganzen Welt fanden riesengroße
Trauermärsche statt. In dieser Zeit wurden auch viele Denkmäler und Statuen ihm zu
Ehren aufgestellt.
Auch heute noch berufen sich die Pazifisten, die Kirche und die (links)radikale
Bewegung auf Gandhi. Selbst im Internet findet man Emailaufrufe der
Friedensbewegung die sich auf Gandhis Worte “Auge um Auge und die ganze Welt
wird blind sein” beziehen. Wenn man Experten fragt, wie Gandhi an Bushs Stelle
reagiert hätte, meinen diese, dass er zum Gewaltverzicht aufgerufen hätte und
öffentliche Demonstrationen angeregt hätte. Er hätte alle diese politischen
Werkzeuge des 20. Jahrhunderts angewendet, die wir von ihm haben. Friedliche
Demonstrationen, die Tatsache, dass sich Menschen freiwillig verhaften und ins
Gefängnis bringen lassen.
* Das Wort Satyagraha ist eine Wortschöpfung Gandhis. Er war der Meinung, dass
der gujaratische (Sprache aus Gandhis Heimatfürstentum Gujarat) Ausdruck für
passiven Widerstand seine Kampfmethode nicht richtig wiedergab, da passiver
Widerstand eine Waffe der Schwachen sei und mit Gewalt assoziiert sei. Daher
schrieb er in seiner Zeitung, der Indian Opinion, einen Wettbewerb aus, um seiner
Bewegung einen eigenen Namen zu geben. So wurde der Begriff, der sich aus den
Worten Sat (Wahrheit) und Agraha (Stärke) zusammensetzt, erfunden. Unter
Satyagraha verstand Gandhi die Kraft, die aus der Suche nach Wahrheit, Liebe und
Gewaltfreiheit geboren wird. Fortan wurde unter Satyagraha die Bewegung Gandhis
verstanden, die gewaltlos für ihre Rechte kämpfte. Gandhi entwickelte und erprobte
diese Form des Widerstandes in Südafrika und verwendete sie auch in Indien. Die
wohl bekannteste Satyagraha- Kampagne war der Salzmarsch von 1930.
Ich finde, Gandhi war in jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Mann. Viele Menschen
der heutigen Zeit können sich ein Beispiel an ihm nehmen, da man in vielen
unterschiedlichen Situationen, sowohl im Privatleben als auch in der (inter)nationalen
Politik, mit anderen Mitteln als Gewalt mehr erreicht. In der heutigen Zeit werden die
politischen Mittel oft nicht konsequent ausgeschöpft wie z. B Handelsboykott. Es wird
bei Konflikten viel zu schnell mit militärischen Mitteln vorgegangen.
Zitate über Gandhi
“Gandhis Art zu denken kann direkt zu den politischen Strukturen der zukünftigen
Welt führen, in denen eine Nation vielleicht viel besser beschützt ist, wenn sie keine
Atomwaffen besitzt, als wenn sie welche besitzt, Strukturen, in denen sie das eigene
Interesse vielleicht weit wirkungsvoller verfolgt, wenn sie die Interessen der anderen
Nationen berücksichtigt, als wenn sie diese ignoriert. Es war das einzigartige
Beispiel, das Gandhi uns gegeben hat, das gezeigt hat, dass das hartnäckige
persönliche Engagement zusammen mit der völligen Zurückweisung von Gewalt zu
großem politischen Erfolg führen kann. Wir stehen alle in seiner Schuld für dieses
Beispiel.”
[Werner Heisenberg]
“Dann ging der Stern Gandhis auf. Er zeigte, dass eine Doktrin der Gewaltlosigkeit
möglich war.”
[Arnold Zweig]
“Mit Gandhis Philosophie des gewaltlosen Widerstands fand ich… die einzige
moralisch und praktisch tragfähige Methode für den Freiheitskampf unterdrückter
Menschen.”
[Dr. Martin Luther King Jr.]

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