Landwirtschaft

Landwirtschaft in Spanien
Gliederung:
1. Naturräumliches Potential und regionale Differenzierung
2. Agrarsozialer Dualismus
3. Latifundienwirtschaft
4. Kleinbauerntum
5. Agrarreformen
zu 1.: Naturräumliches Potential und regionale Differenzierung
– Spanien besitzt Gebirgsrelief  Agrarraum stark gekammert u. aufgelöst
– Gemeinsamkeit aller Teilräume: Abhängigkeit v. Niederschlagsregime
wichtigster physisch-geographischer Faktor
Das Klima in Spanien kann grob in folgende Zonen gegliedert werden:
Atlantisches Klima: an der nördlichen Atlantikküste: Galicien, Asturien, Kantabrien,
Baskenland, Navarra (Norden).
Vor allem im Winter Niederschläge, sehr milde Winter und Sommer (siehe
Klimadiagramm von Santander).
Ozeanisch-Kontinentales Klima: im Zentrum der Iberischen Halbinsel: Kastilien-
León, Madrid, La Rioja, Navarra, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Andalusien.
Sehr kalte Winter mit regelmäßigen Schneefällen im Norden und heiße Sommer,
hauptsächlich im Winter Niederschläge.
Kontinentales Mittelmeerklima: in Aragón, Katalonien, Valencia (Hinterland),
Murcia, Kastilien-La Mancha und Andalusien.
Niederschläge vor allem in Frühling und Herbst. Heiße Sommer und kalte Winter; die
täglichen Temperaturschwankungen können 25 °C betragen.
Mittelmeerklima: in Katalonien, auf den Balearen, in Valencia, Murcia und
Andalusien.
Niederschläge fallen vor allem im Frühjahr und Herbst, zum Teil wolkenbruchartig
(erste Septemberwoche). Durch die von Norden nach Süden abnehmende
Niederschlagsmenge (Barcelona 640 mm, Tortosa 524 mm, Valencia 454 mm,
Alicante 336 mm, Almería 196 mm) kann das Mittelmeerklima in ein feuchtes und
trockenes unterschieden werden. Die Temperaturen sind im Winter mild, im Sommer
ist es heiß, teilweise auch heiß-feucht.
Subtropisches Klima: auf den Kanaren.
Milde Temperaturen (18 bis 24 °C) fast über das ganze Jahr, einen Winter gibt es so
gut wie nicht (Durchschnittstemperaturen in Santa Cruz de Tenerife: 17,9 °C im
Januar und 25,1 °C im August). Die Niederschläge auf den Kanaren variieren sehr
stark in den einzelnen Regionen der Inseln.
Gebirgsklima: in den Höhenlagen der Pyrenäen, des Kastilischen Scheidegebirges, des
Kantabrischen- und Iberischen Gebirges und der Betischen Kordillere.
Lange, kalte Winter und kurze, frische Sommer.
– diese natürlichen Voraussetzungen führen zu großen regionalen Unterschieden:
Nord  Süd Formenwandel
peripher  zentrales Raummuster zeigt sich im Gegensatz zwischen
Binnenräume  meernahe Randlandschaften
– Aktivräume an der Küste:
bessere Eignung aufgrund naturräumlicher Ausstattung
– Passivräume im Landesinnern:
weniger gute Eignung
– Küstenhöfen (sog. Huertas u. Vegas):
Bewässerungsfeldbau
-> Gebiete d. intensiven Nutzung
-> seit Zeit d. Römer agrarische Gunsträume
-> verbinden jetzt intensivste landwirtschaftliche Marktproduktion und Industrialisierung
– Landesinnern:
traditioneller Trockenfeldbau, Weidewirtschaft
zu 2.: Agrarsozialer Dualismus
– historisch bedingte Agrarstruktur in Spanien wie im gesamten Mittelmeerraum:
geprägt von dem Gegensatz zwischen Latifundienwirtschaft  Kleinbauerntum
– sehr verschiedenen Besitzgrößen
auch durch naturräumliche Voraussetzungen bedingt
erster Linie: unterschiedliche Kolonisationsverträge im Zuge d. mittelalterlichen
Reconquista (christl. Wiedereroberung d. von Mauren besetzten Iberischen Halbinsel)
völlige Neuverteilung d. Bodens
zu 3.: Latifundienwirtschaft
– Latifundien = Großbetriebe, die sich durch einen bestimmten Wirtschaftsgeist auszeichnen,
der dem Rentenkapitalismus verwandt ist
– wesentliches Kennzeichen: – Großgrundbesitzer bewirtschaftet seinen Besitz nicht selbst,
sondern verteilt ihn auf mehrere Pächter
– lebt von den Pachtzinsen
– geht keinerlei Risiko ein
– tätigt möglichst geringe Investitionen
Pachtzins wird unabhängig von Preis- u. Ertragsschwankungen erhoben
Kleinpächter – trägt gesamtes Risiko
– hat wegen fehlenden Kapitals nicht die Möglichkeit, ertragssteigernde
Methoden oder Maschinen einzusetzen
Wirtschaftsweise ist somit kapital-, boden- und ertragsextensiv
Landnutzung mit hohem Verbrauch an Fläche, aber geringem Eingriff,
intensive Landnutzung ist deren Gegenteil.
zu 4.: Kleinbauerntum
steht den Latifundien gegenüber
– bilden in Griechenland und Zypern die dominierende Betriebsform
– stellen große Zahl der Betriebe -> nehmen aber nur einen kleinen Teil d. landwirtschaftlich
genutzten Fläche ein
– Kleinbetriebe – werden von den Eigentümern selbst als Familienbetriebe geführt
– sind durch Realteilung stark geschrumpft und Betriebsflächen zersplittert
-> Landbesitz, unter den Erbberechtigten real aufgeteilt
-> In der Landwirtschaft führte die fortgesetzte Realteilung zu einer
Zersplitterung des Ackerlandes in eine Vielzahl kleiner Äcker, oft in
Form schmaler Streifen.
Diese waren sehr ineffizient zu bearbeiten, zudem ging ein relativ hoher
Anteil der nutzbaren Fläche für Grenzstreifen und Zufahrtswege
verloren.
Aus ökologischer Sicht führte dies zwar zur Entwicklung artenreicher
Wiesen- und Heckenbiotope, wirtschaftlich gesehen ist dieser Zustand
jedoch zunehmend unhaltbar. Daher wurden in der Geschichte immer
wieder Flurbereinigungen durchgeführt. Dabei wird der Grundbesitz an
Ackerland (teilweise auch Waldbesitz) in einem bestimmten Gebiet mit
dem Ziel umverteilt, anstelle zahlreicher kleiner nur noch wenige
zusammenhängende Grundstücke von insgesamt zumindest gleichem
Wert zu erhalten.
– Kleinbauern können nur dann existieren, wenn sie besonders intensiv wirtschaften
-> im Bewässerungsfeldbau möglich
-> strukturellen Nachteile (geringe Größe, Parzellierung = Aufteilung eines bestehenden
Grundstückes in zwei oder mehrere Teile)
werden durch eine breite Skala v. Anbauprodukten, geschickte Fruchtfolgen und hohe
Ernteerträge ausgeglichen
zu 5.: Agrarreformen
– Folge dieser dualistischen Agrarstrukturen: Entstehung breiter Schicht unterprivilegierter
landwirtschaftlicher Tagelöhner
fanden nur zu geringen Löhnen auf Großbetrieben Beschäftigung
– Lösung d. sozialen Frage und wirtschaftlichen Strukturprobleme:
schwierig, ein seit Jahrhunderten bestehendes Feudalsystem zu beseitigen
(Die Produktion war stark von der Naturalwirtschaft geprägt.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung bestand aus Bauern.
Sie waren aber nicht Eigentümer des von ihnen bestellten Landes.
Dieses Land war Eigentum des Grundherrn.
Die Bauern befanden sich im Zustand der Leibeigenschaft, sie waren also persönlich
abhängig vom Grundherrn und unfrei)
sozialistische Regierungen d. demokr. Spaniens haben grundlegende Bodenreform in
Angriff genommen:
– schufen ein Gesetz, um lang erwartete Agrarreform durchzusetzen
Entgegenwirkund d. Abwanderung
Verbesserung d. Lebensbedingungen der breiten Masse d. Bevölkerung

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