Kokain

Was ist Kokain?
Kokain ist ein weißes, bis beige-braunes, bitter schmeckendes Pulver. Es wird aus den Blättern des Cocastrauches gewonnen, welcher vor allem im tropischen Südamerika und auf den indonesischen Inseln angebaut wird. Er wächst dort in feuchtwarmen Gebirgslagen in 600 – 1800m über dem Meeresspiegel. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde aus Kokablättern erstmals auf chemische Weise der Wirkstoff Kokain hergestellt und auf den Markt gebracht. Kokain gehört zu den „harten Drogen“, da sie neben der psychischen Abhängigkeit auch zu massiver körperlicher Abhängigkeit führen.
Szenesprache
In der Szenesprache ( Drogen werden innerhalb der Drogenszene oftmals nicht mit ihrem eigentlichen Namen benannt, sondern mit den verschiedensten Ausdrücken belegt.) wird der Wirkstoff Kokain auch „Schnee“ oder „Snow“, „Koks“, „Lady“, „Crack“ ( in Verbindung mit Alkohol und Backpulver ), „Freebase“ (Durch Ammoniak gereinigtes Kokain) und „Cocktail/Speedball“ (in Verbindung mit Heroin) genannt.
Wie wird es konsumiert?
Kokain kann aufgelöst getrunken, gegessen, gespritzt, geraucht oder geschnupft werden. Am häufigsten aber, wird Kokain „gesnieft“. Dabei wird eine Linie pulverförmigen Kokains durch ein zum Rohr zusammengerolltes Stück Papier in die Nase hochgezogen. Meistens wird das Kokain dann auch noch ins Zahnfleisch gerieben, damit der Rausch lange anhält.
„Crack“ ist eine rauchbare Verbindung von Kokainpulver, das mit Backpulver aufgebacken wird. Es entstehen Klumpen, die knisternde Geräusche von sich geben, während das Wasser verdunstet, daher der Name Crack. Meist wird Crack in speziell angefertigten Glaspfeifen geraucht, um zu vermeiden, dass heißes Crack in die Lunge gerät.
“Freebase“ ist neben dem Schnupfen die häufigste Konsumform und ist im Gegensatz zu „normalem“ Kokain viel reiner. Durch einen chemischen Prozess ( Kokain und Ammoniak ) werden Salzsäureanteile des Kokains abgetrennt und es entsteht eine reine, kristalline Form des Kokains, welche nur zum Rauchen und nicht für den intravenösen ( spritzen ) Konsum geeignet ist, da es nicht wasserlöslich ist.
Der „Cocktail“ oder auch „Speedball “ genannt, ist eine Mischung aus Kokain und Heroin und wird intravenös gespritzt.
Wie wirkt Kokain?
Das Kokain wird vom Blutkreislauf durch den ganzen Körper gespült und wirkt dabei auf das zentrale Nervensystem. Es betäubt die Nervenzellen und macht sie gegen Reize unempfindlich. Dadurch entstehen die typischen Kokain- Halluzinationen, bei denen der Berauschte meint, unter seiner Haut würden sich Flöhe, Spinnen und andere Kleintiere befinden. Das Kokain wirkt zunächst aktivitätssteigernd, euphorisierend und enthemmend. Es wird ein erhöhtes Kontakt- und Redebedürfnis hervorgerufen. Wenn jemand Kokain genommen hat, erkennt man das meist an der Pupillenerweiterung, an dem Hervortreten der Augäpfel, an einer verstärkten Darmbewegung und der Pulsbeschleunigung. In einem Rauschzustand kommt es zu einer Steigerung des sexuellen Lustempfindens, erhöhtem Bewegungsdrang und einem starken Selbstbewusstsein. Dem Rausch folgt jedoch bereits nach etwa einer Stunde ein starker Kater. Man ist müde und schlecht gelaunt. Aus dieser depressiven Stimmung heraus kommt es auch manchmal zum Selbstmord. Am häufigsten jedoch flüchtet sich der Konsument in den nächsten Rausch.
Gefahren und Risiken
Kokain entzieht dem Körper Flüssigkeit und trocknet ihn daher aus. Die Wahrscheinlichkeit ist daher größer, sich über Verletzungen der Schleimhäute Infektionen zuzuführen. Dies gilt vor allem auch bei ungeschütztem Sex.
Kokain hat eine sehr hohes Abhängigkeitspotenzial. Bereits der erste Konsum kann zu einer totalen Abhängigkeit führen (Obwohl er meistens als negativ empfunden wird). Bei chronischem Konsum kann es zu Schlaf- und Appetitlosigkeit und zu einer Schädigung des Nervensystems kommen. Außerdem wird die Nasenscheidewand stark verletzt und es kommt immer wieder zu Nasenbluten.
Psychische Auswirkungen sind Depressionen, Verfolgungswahn, Halluzinationen und extreme Ruhelosigkeit. Entzugserscheinungen sind unter anderem starke Nervosität und Unruhe. Neubeschaffung ist dann meistens die Folge, die Dosis muss nach und nach erhöht werden, um die richtige Wirkung zu erzielen.
Bei Überdosierung kann es zu tödlichen Atemlähmung und/oder Herzschwäche führen.
Wenn die Droge mit einer unreinen Spritze gespritzt wird, kann es außerdem zu schweren Blutvergiftungen kommen.
Geschichte
Schon zur Zeit der Inkas war das Kauen von Koka-Blättern ein fester Bestandteil von religiösen Zeremonien. Grabfunde belegen, dass schon in vorchristlicher Zeit im Nordosten Südamerikas Coca in Gebrauch war. Die Anbaugebiete lagen im Bereich des heutigen Kolumbien und Venezuela bei den Arhuaco- Indianern in den Tälern der Zuflüsse zum Rio Cauca, Orinoco, und Rio Negro.
Andere Stämme, die aus Mittelamerika nachdrängten, zwangen die Arhuaco nach Süden auszuweichen.
Auf diese Weise breitete sich die Cocapflanze in Südamerika aus.
Der Wirkstoff Kokain wurde 1860 von dem deutschen Chemiker Niemann isoliert. 1862 nahm dann die deutsche Firma MERCK (Darmstadt) die Produktion von Kokain auf. In der Medizin wurde die Wirkung des Kokains in der Augen- und Zahnheilkunde genutzt.
Seine aufputschende Wirkung machte Kokain schon früh zum klassischen Dopingmittel, das besonders in Ausdauersportarten beliebt war. Ein Beispiel ist der erste Kokain-Doping-Fall: 1868 starb der englische Radrennfahrer Linton an einer Überdosis.
Quelle: http://www.laufzeit-online.de/archiv/1999/lz1999-01doping.htm
Ein Cocastrauch
Kokain und Crack
Quellen ⇒ Bücher: „beDROGEN“ von Dr. med. Christoph Hilsberg; „Drogen- und Sucht Lexikon“ von Dr. Bernhard van Treeck; „Lieber high als stinknormal? – ein Buch über Drogen“ von Ulla und Lina Rhan ( von Jule Dettmer )

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