Geld 2

Geld
Inhalt:
1. Definition von Geld
2. Geld und Wirtschaft
3. Währungssysteme
4. Geldwert
5. Geschichte des Geldes
Definition von Geld
Allgemein anerkanntes Tauschmittel, Wertmesser und Recheneinheit. Geld ist gegen alle
wirtschaftlichen Güter (Waren und Dienstleistungen) eintauschbar und wird jederzeit und von jedermann als Tauschmittel akzeptiert. Es wird ständig zur Bewertung der Tauschgüter benutzt. Jedes wirtschaftliche Gut wird in Geldeinheiten bewertet und jeder Tausch in Geldeinheiten berechnet. Durch das Geld als Wertmesser und Recheneinheit werden alle Güter vergleichbar und addierbar. Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel. Kraft Gesetzes muss es von jedermann als Gegenwert für eine Leistung akzeptiert werden, wenn die Gegenleistung ausschließlich in Geldeinheiten bestimmt ist. Im weiteren Sinne ist Geld alles, was als Träger von Kaufkraft in einer Wirtschaft verwendet wird.
Geld und Wirtschaft
Das Entstehen von Geld hängt mit der Arbeitsteilung in einerVolkswirtschaft zusammen. In einer arbeitsteiligen Wirtschaft spezialisiert sich jedes Wirtschaftssubjekt auf die Produktion bestimmter Güter und erstellt damit nur wenige oder gar keine der von ihm benötigten Waren und Dienstleistungen selbst. Daher sind die einzelnen Wirtschaftssubjekte auf den Tausch angewiesen. Ein Tausch Gut gegen Gut ist jedoch schwierig: Es muss ein anderer gefunden werden, der das gleiche Gut nachfragt, das man selbst anbietet, und gleichzeitig etwas anbietet, das man selbst benötigt. Außerdem müssen beide Wirtschaftssubjekte sichüber den Wert der beiden Tauschgüter einig werden. Im Vergleich dazu erleichtert der Einsatz von Geld den Handel wesentlich. In den modernen, arbeitsteiligen Volkswirtschaften ist es unentbehrlich.
Währungssysteme
Das gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes heißt Währung. Man unterscheidet zwischen
gebundenen und freien Währungen. Die gebundenen Währungen sind an ein bestimmtes Metall gebunden, und zwar beim Monometallismus an ein einziges Metall (Goldwährungen,
Silberwährungen) oder beim Bimetallismus an zwei Metalle. Die wichtigsten Goldwährungen
sind die Goldumlaufswährung, die Goldkernwährung und die Golddevisenwährung. Bei der
Goldumlaufswährung sind Goldmünzen das einzige Zahlungsmittel. Der Wert der Münzen stimmt mit dem Wert des in ihr enthaltenen Goldes überein. Goldmünzen waren im Deutschen Reich zwischen dem 27. Juni 1907 und dem 31. Mai 1909 die einzigen gesetzlichen Zahlungsmittel. Da jedoch gleichzeitig auch Banknoten umliefen, handelte es sich nicht um eine Goldumlaufswährung im engeren Sinne.
Bei der Goldkernwährung sind Geld- und Goldmenge nicht mehr identisch. Neben den
Goldmünzen besteht Papiergeld, das jederzeit gegen Gold einlösbar ist. Das Papiergeldvolumen muss nur zu einem bestimmten Teil durch Goldreserven gedeckt sein. Das Deckungsverhältnis ist staatlich vorgeschrieben, z.B. 4:1. Das Austauschverhältnis zwischen Papiergeld und Gold ist durch die Goldparität festgelegt. Bei der Golddevisenwährung werden die Noten durch Gold und
Golddevisen gedeckt. Golddevisen sind Zahlungsanweisungen in einer anderen Währung, die bei den ausländischen Notenbanken in Gold eingelöst werden.
Heute sind freie Währungen in der Welt vorherrschend. Freie Währungen sind nicht an einen bestimmten Metallwert gebunden. Die Zentralnotenbank des jeweiligen Landes bestimmt (manipuliert) weitgehend die Geldmenge (Bar- und Buchgeld).
Geldwert
Der Wert des Geldes hängt von seiner Kaufkraft ab. Der Wert einer Geldeinheit wächst mit der Gütermenge, die mit dieser Einheit erworben werden kann. Von dem realen Wert, der sich an der Kaufkraft orientiert, ist der nominale Wert des Geldes zu unterscheiden. Letzterer entspricht den Wertangaben, die auf Banknoten oder Münzen gedruckt oder geprägt sind. Wenn beispielsweise die Gütermenge sinkt, die man mit einer 100-Euro-Banknote erwerben kann, dann vermindert sich
der reale Wert der Banknote, aber der nominale bleibt gleich. Der Binnenwert einer
Währungseinheit wird ermittelt, indem man ihre Kaufkraft innerhalb einer Volkswirtschaft misst. Der Außenwert des Geldes ist gekennzeichnet durch die Gütermenge, die man mit einer Währungseinheit im Ausland erhält.
Geschichte des Geldes
Das erste Metallgeld gab es 2000 v. Chr. Davor hatte man Vieh als Währung benutzt (wie auch heute noch in manchen Gegenden der Erde). Das erste Metallgeld war aus Bronze und hatte oft die Gestalt von Miniaturhaustieren. Sein Wert war durch das Gewicht bestimmt. Kleine Messer, Äxte und andere Werkzeuge aus Bronze, die anstelle der richtigen Werkzeuge als Tauschmittel dienten, waren in China seit 1100 v. Chr. im Umlauf. Münzen aus Elektron (natürlich vorkommende Gold-Silber-Legierung) tauchten erstmals in Lydien (Kleinasien) auf. Sein Wert war durch seinen Metallgehalt bestimmt. Münzen verbreiteten sich schnell in den entwickelten Ländern der Welt.
Sie wurden von Monarchen, Städten u.a. ausgegeben, die ihnen ihr Kennzeichen aufprägen ließen, um Echtheit und Metallwert der Münzen zu bestätigen. Gold- und Silbermünzen waren oft auch außerhalb ihres Ausgeberlandes in Umlauf, und zwar aufgrund ihres Eigenwertes. So war der spanische Peso ein übliches Zahlungsmittel im 16. Jahrhundert in China. Eine Papierwährung wurde erstmals im 9. Jahrhundert in China eingeführt. Im Westen erschien Papiergeld im 16. Jahrhundert, und zwar in Form von Schuldscheinen, die von Banken für Geldeinlagen ausgestellt wurden. Solche Tauschscheine breiteten sich schnell aus. Französische Kolonialbehörden in Kanada verwendeten Spielkarten, die vom Gouverneur unterzeichnet waren.
Diese dienten im Jahre 1685 als Zahlungsversprechen, da die Lieferung von Geld aus Frankreich auf sich warten ließ.
Ab dem 18. Jahrhundert breitete sich Papiergeld immer mehr aus, doch es wurde nur gegen
Einlagen von Gold und Silber ausgegeben. Privatbanken wurden zunehmend durch Zentralbanken als Notenbanken abgelöst. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine internationale Goldwährung. Innerhalb dieses Systems waren alle Währungen gegen Gold austauschbar. Die meisten Regierungen hoben die Konvertierbarkeit ihrer Währung im 1. Weltkrieg auf. Versuche, die internationale Goldwährung wieder einzuführen, scheiterten nach der Weltwirtschaftskrise. 1971 wurde der US-Dollar vom Gold abgekoppelt.

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