Frauen im Mittelalter

Frauen im Mittelalter
Im Mittelalter bestand eine Familie aus 4-6 Personen.
Das Oberhaupt der Familie war der Vater, doch auch die Frau hatte wichtige Aufgaben wie
zum Beispiel: Dienerschaft beaufsichtigen, Kinder versorgen und ausbilden, um Kleidung,
Essen und Trinken kümmern, Garten und Vieh versorgen und manchmal im Betrieb des
Mannes mithelfen. In der Gesellschaft stand die Frau ziemlich weit unten!
Frauenbilder:
Im Mittelalter war man der Meinung, dass die Frau dem Mann geistig und körperlich
unterlegen war. Die Frau galt von Natur aus als minderwertig und musste sich dem Mann unterwerfen. Sie sollte zuerst durch den Vater und später durch den Ehemann erzogen werden, um gehorsam zu sein.
Die Rechte der Frau
Die Frau war nicht an der Herrschaft im Staat und der Gesellschaft beteiligt,
sie durfte keine öffentlichen Ämter übernehmen.
Sie hatte fast immer einen Vormund, das waren erst der Vater und dann der Ehemann.
Die Frauen waren von den Männern finanziell abhängig.
Wenn der Ehemann starb, konnte die Witwe ohne Vormund über das Erbe verfügen.
Vor Gericht war die Aussage einer Frau gewöhnlich nichts wert, auch bei Versammlungen
oder Meinungsäußerungen durfte sie nicht teilnehmen.
Als Mitte des 12.Jahrhunderts die ersten Universitäten gegründet wurden, durften die Frauen diese nicht besuchen.
Die Frau in der Ehe
Die Frauen wurden im Alter von 12-16 Jahren verheiratet. Sie konnten nicht selber
bestimmen, wen sie heirateten. Das entschied die Familie der Frau. Oft wurden schon
Kleinkinder miteinander verlobt, sodass sie dann mit ca. 12 Jahren heiraten mussten. Es
wurden auch Ehen geschlossen aus politischen oder Machtgründen, damit die angeheirateten Verwandten bei Kleinkriegen halfen.
Die Frau musste ihrem Mann gehorchen, der alle Rechtsangelegenheiten klärte, außerdem
hatte er das Recht die Frau zu verstoßen und zu schlagen.
Wenn die Frau Geld mit in die Ehe brachte, konnte sie nicht mitbestimmen, was damit
geschah. Falls eine Frau aus einem höheren Stand ein Mann aus einem niedrigeren Stand heiratete, musste sie sich mit der Stellung des Mannes abfinden.
Die Verwandten der Frau und der Hofstaat überwachten das Eheleben, denn die Ehe war eine öffentliche Angelegenheit.
Der Mann war verpflichtet der Familie der Frau zu helfen und die Frau musste immer treu
sein. Das wichtigste in der Ehe war, dass die Frau viele Kinder bekam.
Eine Frau hatte durchschnittlich 15-20 Schwangerschaften, wobei nicht alle Kinder lebend zur Welt kamen und viele Kinder durch Unfälle und Krankheiten schon sehr früh starben.
Adelige Männer verheirateten sich oft neu, aus Langeweile oder politischen Gründen.
Als Scheidungsgründe ließ die Kirche gelten: Impotenz des Mannes, Trunkenheit der Frau,
männliche Verschwendung des Familienvermögens, Erkrankung an Krankheiten wie z.B.
Aussatz und ketzerische Neigungen des Partners.
Die Frau durfte bei einer Trennung alle weiblichen Dinge wie Kleidung, Schmuck und die
Aussteuer mitnehmen.
Die adelige Frau
Zu den Beschäftigungen der adeligen Frauen gehörte: Sticken, Weben, Reiten, Schachspielen, Singen, Tanzen, Gedichte vortragen und die Anwesenheit bei Ritterturnieren.
Bei Hoffesten musste sie für die Unterhaltung und den Frieden zwischen den Rittern sorgen.
Die jungen adeligen Mädchen wurden in Religion, Lesen und Schreiben unterrichtet, wobei
Bildung eigentlich nicht so wichtig war.
Für die adelige Frau war es wichtig gut verheiratet zu werden. Ihr blieb aber auch die
Möglichkeit, in ein Kloster zu gehen, als Kammerjungfer oder zu andern Diensten an einem
Hof zu leben.
Die adeligen Frauen trugen immer ein Untergewand, ein Obergewand und einen Mantel.
Als Kopfbedeckung trugen sie verschiedene Schleierarten.
Durch die Länge und den Schnitt waren die Kleidungsstücke ungeeignet für die Arbeit. So
hob sich der Adel noch mal hervor.
Die Frau im Kloster
Im Mittelalter gingen nur adelige Frauen ins Kloster, da das Kloster eine Gabe erwartete.
Deshalb konnten keine Bäuerinnen ins Kloster gehen, da sie sich das nicht leisten konnten.
Oft auch gingen Frauen nicht freiwillig ins Kloster. Da es sehr viel kostete eine Tochter zu
verheirateten, kam es oft vor, dass wenigsten eine Tochter verheiratet wurde und die anderen ins Kloster gehen mussten. Die Gabe an das Kloster war sehr viel kleiner als die Kosten für eine Hochzeit.
Den Nonnen wurde auch das Lesen, Schreiben und Beten beigebracht.
Sie mussten ganze Abschnitte aus der lateinischen Bibel lernen, obwohl sie die Sprache nicht konnten. Sie hatten auch als Nonne kein Recht, eine Universität zu besuchen.
Die Bäuerin
Die Bäuerin und ihre 3 – 4 Kinder mussten hart arbeiten. Sie mussten nicht nur die Hausarbeit
erledigen, sondern auch auf dem Feld mitarbeiten. Auf dem Feld arbeitete sie 14 ½ Stunden
am Tag. Danach musste sie noch die Arbeiten im Haus und Stall erledigen. Zu ihren Arbeiten gehörten: Putzen, Kochen, Spinnen, Schöpfen von Wasser, Schüren des Feuers, Käsen, Vieh und Gemüsegarten versorgen, Getreide einbringen, Mähen und Gaben binden.
Nur die Frauen verarbeiteten alle pflanzlichen und tierischen Fasern weiter, um damit
Kleidung herzustellen. Diese Kleidung war einfach und praktisch
Die Bäuerinnen starben durch ihre harte Arbeit schon relativ früh.
Die Frau in der Stadt
Die Rechte der Frau waren in der Stadt nicht so eingeschränkt wie bei den Bäuerinnen und
adeligen Frauen. Die Frauen in der Stadt konnten selber Geld verdienen. Vielfach übernahm die Frau das Geschäft ihres verstorbenen Mannes. Das durfte sie aber nur 1 Jahr behalten, wenn sie nicht dafür ausgebildet war.
Es gab Handels- und Kauffrauen, sie handelten mit den Waren, die ihre Männer herstellten.
Alle Berufe in der Textilverarbeitung wie zum Beispiel die Fertigung von Schnüren, Bändern
und Schleifen, Handschuh- und Taschenherstellung waren ausschließlich Frauenarbeit.
Auch im Metall- und Holzhandwerk waren Frauen beschäftigt wie zum Beispiel bei der
Herstellung von Nadeln, Schnallen, Ringen, Besen, Körbe, Schlüssel und Bürsten.
Außerdem arbeiteten sie im Bäckereihandwerk, in der Bierbrauerei und in der Herstellung
von Kerzen und Seifen. Es gab sehr viele unterschiedliche Berufe. Zum Beispiel für das mittelalterliche Frankfurt wurden 65 Berufe registriert. Auch in so genannten Männerberufen wie zum Beispiel Dachdecker oder Schmied waren Frauen bis in das 16. Jahrhundert vertreten. Später wurden Frauen auch in Zünfte aufgenommen, das waren Zusammenschlüsse von einzelnen Berufsgruppen. Die Frauen gründeten auch eigene Frauenzünfte in den verschiedenen Frauenberufen.
Es gab auch eine Reihe Frauen die sich selbstständig weiterbildeten, da ihnen der Zugang zu der Universität verwehrt war.
Die Kleidung der Städterinnen unterschied sich deutlich von den Kleidern der Bäuerinnen.
Die Unterkleider waren viel feiner, die Formen der Ärmel auffallender, und die Haare wurden mit einem Schleier bedeckt. Die unverheiratete Frau trug ihre Haare sichtbar als Zopf oder offen. Die verheirateten Frauen trugen eine gestreifte, knapp aufsitzende Kopfbedeckung mit einem Kinnband, das so stark gebunden wurde, dass die Frau nur noch lispeln und erst nach einer Lockerung ungehindert essen konnte.
Die Kleidung war das wichtigste Attribut einer Frau, sie kennzeichnete ihre Stellung, ihren
Beruf und machte sie aber auch zum Objekt der Betrachtung.
Dienerinnen
Viele Frauen kamen vom Land in der Stadt, um hier eine Arbeit zu suchen. Meistens wurden
sie jedoch zu Dienerinnen, die einen sehr kleinen Lohn bekamen. Selbst Handwerkerhaushalte konnten sich eine Dienerin leisten. Sie wohnte im Haus und aß am Tisch der Herrschaft. Ihre Aufgaben waren Putzen, Kochen, Backen, Waschen, Ungezieferbekämpfung und teilweise auch die Versorgung von Haustieren.
Die Frau in Heilberufen
Im Mittelalter spielte die Hebamme immer eine wichtige Rolle, sie hatte ihr Wissen meistens
jedoch nur durch praktische Erfahrungen gesammelt. Die Behandlung von Frauen überließen die Männer den Frauen aus sittlichen Gründen, da es ihnen nur Recht erschien, wenn eine Frau eine andere Frau behandelte.
Schon relativ früh (1258) waren Frauen als Ärztinnen anerkannt, es gab auch Apothekerinnen und Chirurginnen. Doch an Universitäten durften die Frauen nicht studieren, also konnten sie keine akademischen Ärzte werden.
Dirnen
Viele Frauen, die ohne Geld vom Land in die Stadt kamen, mussten oft in Schankhäusern
und Wirtschaften arbeiten. So kam es dann auch schnell zur Prostitution. Frauen die nicht viel Geld verdienten oder noch einen Nebenjob brauchten, gingen diesem Gewerbe ebenfalls nach. Diese Frauen mussten gelbe Bänder an ihren Kleidern befestigen.
Fazit
Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass Edelfrauen ihre Rechten kaum durchsetzten
konnten. Städterinnen und Bäuerinnen gelang es, sich aufgrund ihrer Arbeitsleistung, die für den Familienunterhalt unentbehrlich war, Achtung und Mitspracherecht zu verschaffen.

Quellen:

Was ist was? Das Mittelalter

Magica – Mittelalter
Das Leben im Mittelalter
Internet: www.das-mittelalter.de
www.lehenswesen.de

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