Farbpsychologie

Farbpsychologie
1 Farbwahrnehmung
Durch die verschiedenen Wellenlängen des Lichts können wir unterschiedliche Farben wahrnehmen. Rot hat die längste sichtbare Wellenlänge und die langsamste Frequenz. Violett hingegen hat die kürzeste Wellenlänge und die kürzeste Frequenz. Sie wirken gegensätzlich auf den Menschen. Zuständig dafür ist die Retina, die hinter dem Augapfel liegt und die so genannten Photorezeptoren beinhaltet. Die Photorezeptoren sind Zellen, die das Licht umwandeln und Chemikalien genannt Photopigmente, die aufgebrochen werden. Dadurch wird eine chemische Reaktion ausgelöst wodurch die Signale an den Sehnerv weitergeleitet werden.
Es gibt zwei Arten von Photorezeptoren die Stäbchen und die Zäpfen. Wobei die Stäbchen für die Wahrnehmung des Lichts zuständig sind und die Zapfen auf die Wellenlängen reagiert und für unser Farbsehen verantwortlich ist.
Blau-Gelb- oder die häufiger auftretende Rot-Grün-Blindheit werden verursacht, wenn man bestimmt Wellenlängen des Lichts nicht wahrnehmen kann.
Es gibt zwei verschiedene Theorien in Zusammenhang mit der Farbwahrnehmung.
Die Trichromatrische Theorie besagt, dass der Mensch drei verschiedene Arten von Zapfen besitzt. Es gibt drei verschiedene Arten von Zapfen, sie sind für die drei Primärlichtfarben empfindlich. Das Grundkonzept ist allerdings, dass alle Farben sich aus drei Grundfarben zusammensetzen lassen. Die für grünes Licht empfänglichen Zapfen liegen in der Mitte der Netzhaut, sodass Licht in den Augenmittelpunkt einfallen kann. Deswegen ist grün die entspannendste Farbe. Eine Art für kurzwelliges Licht, diese würden auf eine Wellenlänge von bis zu 440 Nanometer, wie zum Beispiel auf blaues Licht. Die Zapfen für das mittelwellige Licht würden demnach auf eine Wellenlänge von bis zu 530 Nanometer reagieren (grünes Licht). Auf rotes Licht und Wellenlängen von ca. 560 Nanometer reagieren die Zapfen für langwelliges Licht. Sind Zapfen verschiedener Arten teilweise aktiviert sehen wir Mischfarben, wie orange.
Die Gegenfarbentheorie besagt allerdings, dass man im Gehirn verschiedene Nervenzellen hat, die durch bestimmte Arten von Licht stärker oder weniger stark erregt werden. Die spezialisierten Zellen würden also als Reaktion bei Betrachtung eines bestimmten Lichts mehr Signale abgeben. Die anderen Zellen werden gehemmt. Diese Theorie würde den Effekt des negativen Nachbildes erklären (wenn man vor dem inneren Auge ein Bild mit den umgekehrten Farben sieht).
Die Lüscher Testfragen:
Die Wahl bestimmter Farben aus der Auswahl der Test-Farben deckt nach Ansicht der Lüscher-Color-Diagnostik den Zustand des Selbstgefühls und den psychosomatischen Status des auswählenden Menschen auf. Entsprechendes gilt für die Auswahl von Musik zu diesen Gefühlszuständen. Den Farben ordnet Lüscher folgende Grundrichtungen zu:
Blau Zufriedenheit
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• Charakteristik des Zusammengehörigkeitsgefühls, der inneren Verbundenheit und Beziehung zum Partner.
• „Wie ich für einen mir nahen Menschen empfinde.“
Grün Selbstachtung
• Charakteristik der inneren Steuerung, der Willens- und Genussfähigkeit.
• „Wie ich selber sein will.“
Rot Selbstvertrauen
• Charakteristik der Aktivität, des Antriebs und der Reaktion auf Herausforderungen.
• „Wie ich auf Anforderungen reagiere.“
Gelb Entfaltung
• Erwartungshaltung (Antizipation); Einstellung zur künftigen Entwicklung und gegenüber neuen Begegnungen.
• „Was ich jetzt für die Zukunft erwarte.“
2 Wie Farben entstehen
Es gibt drei Primärfarben in das sich weißes Licht auffächern lässt: Rot, Grün und Blau. Werden sie übereinander projiziert entsteht weiß. Dies ist die additive Farbmischung. Rot, Blau und Gelb hingegen werden als Primärfarben bezeichnet weil sie nicht durch andere Farben herstellbar sind. Dafür ist die Lichtsubtraktion zuständig. Ihre Mischung ergibt schwarz. Die Mischung von Farben ergibt jeweils eine andere. Mischt man Rot und Gelb erhält man Orange. Bei Blau und Rot erhält man Violett und bei Blau und Gelb Grün. Komplimentärfarben allerdings sind immer die Gegenfarben: Rot  Grün, Gelb  Violett und Blau  Orange.
3 Die Farbe Rot
Die Farbe Rot hat die Menschheit schon immer fasziniert. Woran das liegt ist schwer zu sagen, hängt aber sehr wahrscheinlich mit unseren Urinstinkten zusammen. Die Farbe des Blutes ist Rot, wie auch die Farbe des Feuers und beides war schon für den Urmenschen von sehr großer Bedeutung.
Das Feuer ist eines der wichtigsten Instrumente des Menschen. Es entblößt die Geheimnisse der dunklen Nacht, brät Fleisch und wärmt zudem auch noch. Demnach ist auch Feuer ein Symbol mit dem man Rot verbindet und wodurch Rot seine Energie und Bedeutung erhält.
Überdies hinaus wird Rot mit der Liebe assoziiert. Das rote Herz ist wohl das bekannteste Symbol für die Liebe. Schon kleine Kinder zeichnen ein Herz immer mit rot, weil sie es nur kurz unbewusst wahrnehmen müssen um es sich zu merken. Allerdings hat sowohl das Symbol des Herzes als auch die Symbolfarbe Rot sehr viel mit Leidenschaft und Sexualität zu tun. War nicht das Herz ursprünglich die Abbildung der männlichen Höhlenmenschen des weiblichen Gesäßes. Rot ist also mehr mit Erotik als mit Liebe zu verbinden. Ebenso war es lange die Farbe der Unmoral. Völlig falsch hat man früher mit roter Kleidung Prostitution assoziiert. Auch mussten sich früher Rothaarige, vor allem Frauen, fürchten als Hexe
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missverstanden und verbrannt zu werden. Und rothaarige Kinder standen ständig in Verdacht vertauscht worden zu sein.
In den früheren Herrschaftskriegen wurden von den Armeen rote Fahnen verwendet, welche fließendes Blut ankündigen sollten und drohend wie Flammen dem Feind entgegen sahen.
Somit erzeugte Rot ein Gefühl der Gewalt und Entschlossenheit, wie auch heute noch. Rot ist also auch die Farbe der Gewalt und Macht.
Hat man nun Rot auf so viele verschiedene Weisen betrachtet, merkt man wie facettenreich es ist. Doch damit ist es noch nicht getan. Rot ist zudem noch eine aktive, dynamische Farbe und die Farbe der Besitzergreifung. Es ist seit jeher eine männliche Farbe, auch wenn man sie heutzutage eher als weiblich zuordnet. Es ist eine Farbe der Kraft, Aggressivität und Aktiviät. Das ist der Grund weshalb 77 Flaggen Rot enthalten und 21 Rot als Grundton aufweisen.
Was macht die Farbe Rot nun mit uns, wenn wir sie sehen und wahrnehmen?
Folgende Eigenschaften werden Rot zugeschrieben; Kraft, Lebensfreude, Dynamik, wie auch Wärme, Gesundheit, Zuversicht und Energie. Rot zieht den Blick an und drängt sich auf. Es passt eher zu extrovertierten Menschen und zu südlichem Temperament. Es hat einen ausgesprochen deutlichen Signalcharakter und regt an, dies kommt vor allem der Werbung zugute. Die verschiedenen Rottöne lösen unterschiedliche Assoziationen auf. Wobei dunkles Rot, wie zum Beispiel Purpur, Strenge, Reichtum, Macht und Würde ausstrahlt. Während helleres, mehr ins Orange gehende Rot, aufreizender, feuriger, fröhlicher, fantasievoller und temperamentvoller wirkt.
Rot, das mehr ins Braun geht wirkt beruhigend und gemütlich.
Doch woher wissen wir das? Wodurch werden diese Gefühlseindrücke vermittelt?
Es gibt keine guten oder schlechten Reaktionen. Rot kann sowohl Wut als auch Liebe auslösen. Der generelle Charakter, der sich feststellen lässt, ist Erregung. Alle Vorgänge im Körper werden angeregt und das vegetative Nervensystem wird direkt beeinflusst. Rot spricht also speziell den Sympaticus an, den Nerv, der im Gegensatz zum Vagus eine erregende Wirkung hat. Der Sympaticus übernimmt in Gefahrensituationen die Steuerung und schüttet verstärkt Hormone (z.B. Adrenalin) aus, um den Körper in erhöhter Alarmbereitschaft zu halten. Der Vagus hingegen beruhigt den Organismus nach einer Stresssituation wieder und bringt in auf ein normales Niveau.
Rot setzt also den Körper stressartig in Erregung. Es regt Herz und Kreislauf an und macht vital.
Körperliche Reaktionen auf Farbe halten allerdings nicht lange an. Somit kann man sich selbst an extreme Farbreize gewöhnen und anpassen.
Lehnt man Rot von Anfang an ab, wird man Rot psychologisch gesehen als abstoßend und bedrohend empfinden. Wird Rot allerdings vom subjektiven Empfinden bejaht, so wirkt es kraftvoll, aktivierend und erobernd.
Rot spricht also den Willensmenschen an und den leicht erregbaren Choleriker.
Dass den meisten Menschen Rot als erstes in den Sinn kommt auf die Frage nach einer Farbe liegt aber nicht an der Lieblingsfarbe, sondern das Rot in unserem Unterbewusstsein oft gleichbedeutend mit Farbe ist.
4 Die Farbe Blau
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Womit assoziiert man blau wohl schon seit jeher? Natürlich mit der Farbe des Meeres und des Himmels. Demnach verbindet man damit auf jeden Fall immer Weite und Tiefe, um nicht zu sagen die Unendlichkeit.
Blau ist ein Sinnbild des ganzen Zusammenhängendem und des ewig wiederkehrenden Kreislaufes. Das beste Beispiel dafür ist eben das Wasser. Es fließt durch Flüsse ins Meer und füllt diese auf. Steigt daraus wieder zu Wolken in den Himmel auf und regnet wieder auf die Erde herab.
Blau ist ebenso die Farbe des Himmels. Der Himmel war schon immer der Ort an dem die Menschen die Götter und Wesen von höherer Macht vermuteten. Es hatte immer etwas Mystisches und Machtvolles an sich.
Blau ist die Farbe des Gemüts. Es drückt das Gefühl von Sehnsucht nach Ruhe und Verbundenheit aus.
Im Christentum schmückt ein blauer Mantel die Jungfrau Maria und verkörpert Ruhe und Treue.
Blau kommt in der Natur nicht sehr häufig vor. Schon die alten Ägypter waren fasziniert von Azurit, der allerdings leicht ins Grünliche stach.
Lapislazuli war hingegen ein Edelstein und schon immer sehr wertvoll, es ist besser bekannt als „Ultramarin“ – „ultra mare“ = von weit über dem Meer stammend.
Blau war auch die Farbe der Romantik, die als Symbol die blaue Blume, geprägt von Novalis, wahrte.
Die Eigenschaften, die Blau zugesprochen werden:
Als vollkommenes Gegenteil zur Farbe Rot verhält sich Blau. Blau wendet sich der inneren Ruhe zu. Blau ist eine „religiöse Farbe, da sie vor allem Treue, Tradition und Verbundenheit symbolisiert. Ebenso ist Blau die Farbe des Gemüts.
Ursprünglich galt Blau als eine sehr weibliche Farbe und wird von vielen Frauen im Gegensatz zum männlichen Rot bevorzugt.
Zum Wort Blau gibt es sehr viele Assoziationen und bekannte Redewendungen. Zum Beispiel „Blau machen“, „Fahrt ins Blaue“ und „blaues Wunder“, alles hängt mit etwas Unerwartetem oder Unvorhersehbarem zusammen.
Im Englischen wird das Wort „blue“ in Zusammenhang mit Schwermut, Sehnsucht und Traurigkeit gebracht, daher auch die Musikrichtung „Blues“.
Wie nehmen wir nun Blau wahr?
Blau wirkt in unserem vegetativen Nervensystem auf den Nervus Vagus, das Gegenstück zum Sympaticus, der bei Betrachtung der Farbe Rot gereizt wird. Blau wirkt also stark beruhigend und der Körper wird uf Erholung eingestellt.
Psychologisch ist Blau die Farbe der Zufriedenheit.
Lehnt man Blau ab, flieht man vor Entspannung und Ruhe. Für diejenigen ist blau schlaff, kalt und langweilig. Blau schafft eine entspannte Atmosphäre und wird von Erwachsenen bevorzugt.
Je dunkler blau ist, desto mehr zieht es einen in die Unendlichkeit. Ein helles Blau regt dagegen eher zum Träumen an. Es gibt das Gefühl von Frische.
5 Die Farbe Gelb
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Gelb wird als erstes mit der Sonne und darauffolgend mit Licht und Wärme umschrieben. Wärme und Licht sind immer etwas Angenehmes – auch wenn weder die Sonne noch ihr Licht eigentlich wirklich gelb sind.
Unser Sonntag ist der ranghöchste Tag, an dem wir frei haben und genießen. Auch Urlaub wird hauptsächlich mit Sonne verbunden.
Gelb strahlt immer aus, es ist „sich ausdehnende Wärme“, heiter, auffällig und sanft reizend. Maler sagen, es hätte die Tendenz sich stärker als alle anderen Farben auszubreiten. Es neigt sehr zum Hellen.
Gelb beunruhigt den Menschen oft und regt ihn auf. Es wirkt frech und aufdringlich auf das Gemüt. Das bringt uns dazu Gelb mit Kraft und Höhe wahrzunehmen.
Gelb erscheint als hätte es keine Tiefe sondern, als gleite es über Oberflächen.
Gelb ist die Farbe des Intellekts, sie fördert das analytische Denken und die Konzentration.
Die psychologischen Charaktereigenschaften der Farbe:
Gelb repräsentiert das Bedürfnis sich zu entfalten. Menschen die veränderte oder befreite Umstände suchen, bevorzugen Gelb eindeutig. Außerdem verbindet man es mit Fernweh und Reisen. Lösung und Veränderung stehen für die Farbe Gelb.
Gelb ist lebhaft und extrovertiert. Gelb mit einem Grünstich berührt unangenehm.
Die häufigsten Assoziationen zu gelb sind wohl Sonne, Tag, Wärme wie auch hell, stark und leicht. Braungelb oder Honiggelb wirken behaglich und sinnlich. Rötlich Gelb weckt das Gefühl von Zufriedenheit und Fröhlichkeit.
Hoffnungsvolle Menschen bevorzugen diese Farbe, während Enttäuschte sie ablehnen.
Gelb-Schwarz Kontrast
Der Gelb-Schwarz Kontrast ist ein extremer Hell-Dunkel Kontrast, der uns wohl allen als Warnzeichen bekannt ist – wie zum Beispiel bei Hornissen, Wespen u.Ä., Verkehrszeichen und Leitplanken.
Im Gold werden alle Eigenschaften von Gelb, wie das Ausstrahlende und das auffällig Heitere, verstärkt. Früher galt Gold als Bestandteil der Sonne und auch heute vermittelt es noch den Eindruck von Wert. Gold ist kraftvoll und wirkt auf den Menschen, als würde es etwas aufwerten. Gerade in Werbung und Verkauf wird dieser Effekt gezielt eingesetzt.
6 Die Farbe Grün
Mit der Farbe Grün verbindet man unwillkürlich Bäume, Pflanzen und im weiteren Sinne das Leben. Obwohl sich Grün aus der Mischung der zwei Hauptfarben Blau und Gelb ergibt, ist es doch von sehr großer Bedeutung in unserer Wahrnehmung.
Gleichermaßen steht es jedoch auch für Hoffnung. Auch schon Jesus hat mit dem Palmwedel hoffnungsvoll der Menge zu gewunken. Auch unser Weihnachtsbaum soll durch sein Immergrün hoffnungsvoll wirken. Auch in der Politik gibt es inzwischen eine Partei die sich hauptsächlich der Umwelt widmet und auch Greenpeace ist ein Verein der hoffnungsvoll die Ziele verfolgt die Natur und Umwelt zu schützen.
Grün wirkt beruhigend und erholend auf die Menschen. Die psychologische Wirkung von Grün ist Harmonie und Ruhe, aber auch Willenskraft und Strebsamkeit. Die verschiedenen Grüntöne wirken anders auf den Menschen. Gelbgrün wirkt eher anregend und warm.
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Neutrales Grün, das heißt, Gelb und Blau sind ausgewogen, wirkt beruhigend. Blaugrün hat eine eher kühle, unnahbare Wirkung. Und Olivgrün hat am ehesten die Eigenschaften von Braun.
Grün kennen wir auch als Synonym für Sicherheit. Zum Beispiel im Bereich der „Ersten Hilfe“ oder der grünen Ampel, die den sicheren Weg anzeigt.
7 Die Farbe Orange
Orange ist die Mischung aus den Farben Gelb und Rot. Es leuchtet wie Gelb und ist leicht aggressiv wie Rot. Rot und Gelb haben in ihrer Symbolik viele Gegensätze.
Psychologisch gesehen erregt es, aber nicht wie Rot auf etwas fixiert sondern in alle Richtungen. Es wirkt aufgeregt und aktiv. Orange verbindet und gibt das Gefühl von Geselligkeit und des Vergnügens. Dionysos, der Gott der Fruchtbarkeit und des weltlichen Vergnügens trägt Orange.
Orange hieß ursprünglich „Gelbrot“, es hat seinen einmaligen Namen der Frucht zu verdanken. Die Pflanze ist ein Symbol der Fruchtbarkeit da sie gleichzeitig Blüten und Früchte trägt. Nebenbei ist Orange auch noch eine aufdringliche Farbe und dadurch oft in der Werbung genutzt. Orange gilt außerdem als unsachlichste aller Farben. Sie wird nie für Luxusgüter benutzt, da dies ein Widerspruch wäre. Das liegt daran dass zu Beginn der Plastikära alles, was aus Plastik produziert wurde orange war um sich von natürlichen Dingen abzuheben.
Zusätzlich ist orange so unkonventionell weil es selten getragen wird, nicht alles passt einwandfrei dazu, wie zu risikolosen Farben wie schwarz und weiß.
Orange steht für Kommunikation, Wärme und Sinnlichkeit. Assoziationen sind Kaminfeuer und Erntedank. Außerdem ist es leuchtend, reif, warm und lebendig. Es steht für Wärme und Reife. Orange ist aber auch eine Gefahrenfarbe, wie zum Beispiel bei Warnwesten, Alarmblinkanlagen oder Rettungsboten ersichtlich.
8 Die Farbe Violett
Violett ist eine Farbe der Spannung und Gegensätze, beruhend auf die Unterschiede der Grundfarben Blau und Rot. Rot und Blau haben verschiedene Eigenschaften, Rot ist aggressiv und auffällig und Blau ist ruhig und zurückhaltend.
Violett ist sehr geheimnisvoll, es ist die Farbe der Mystik und Magie. Es ist ebenso zu einer Symbolfarbe des christlichen Glaubens geworden.
Schwangere bevorzugen Violett, weil es eine Farbe des Übergangs ist und weder männlich noch weiblich symbolisiert.
Während bei Lila und Violett oftmals ein Unterschied gemacht wird, ist es im eigentlichen Sinn die gleiche Farbe, eine Mischform aus Rot und Blau. Inzwischen versteht man aber unter Lila eher eine helle, blumige Farbe und unter Violett eine ins Blau gehende, dunkle Mischung.
Violett wirkt oft traurig und würdevoll. Es deutet auf Verwandlung hin. Man denkt unwillkürlich an einen guten Duft oder Blumen, wie Lavendel und Flieder.
9 Die Farbe Braun
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Braun ist etwas Besonderes, da als erstes auffällt, dass es nicht im Regenbogen vorkommt. Dennoch ist es für uns eine der grundlegendsten Farben. Wir assoziieren mit Braun sofort Erde und Boden.
Braun symbolisiert für uns feste Stabilität, Nutzen und solide Sicherheit.
Im Gegensatz zu Grün ist es das passive Leben.
Braun vermittelt Sicherheit und Zuverlässigkeit. Die Nazis hatten beispielsweise braune Uniformen, was dem Volk Sicherheit vermittelte. Im Winter greifen wir sehr gern zu einem dicken, braunen Pulli, der uns Wärme und Sicherheit verspricht.
Braun wird sowohl als zuversichtlich als auch als gemütlich angesehen. Aber auch manchmal als langweilig oder rau.
Braun wird gerne in der Produktgestaltung verwendet. Es erweckt den Eindruck von vollem Geschmack, solider Herkunft und Volumen.
10 Schwarz, Weiß und Grau
Schwarz ist wohl der Ursprung unseres Seins. Das Nichts. Es ist keine wirkliche Farbe, da es unbunt ist. Es steht für den absoluten Gegensatz zwischen Licht und Finsternis, während Weiß den Gegenpol des Lichts darstellt.
Mit Schwarz wird auch oft der Teufel assoziiert und damit das Böse. Weitere Assoziationen, die auch das Böse und Ungewisse, etwas Negatives symbolisieren, wären Raben, Katzen, der „Schwarze Mann“ und die Pest.
Auch durch Verbrennen entsteht etwas Schwarzes, wie Ruß, Asche oder Kohle.
Allgemein bedeutet Schwarz meistens Pessimismus, Unglück oder Verlust. Es vermittelt den Eindruck von Abwehr und Verdrängung.
In der Mode wird Schwarz auf verschiedene Weisen eingesetzt. Es verkörpert Trauer, Eleganz und Anderssein. Anderssein im Sinne der Punks und der Abgrenzung zum Rest der Welt.
Weiß hingegen steht für Reinheit und Unschuld. Während Schwarz für Standhalten steht, ist Weiß die Farbe der Flucht und Auflösung. Zum Beispiel zeigt die weiße Fahne bedingungslose Kapitulation an.
In Religionen werden Götter oftmals weiß dargestellt, wie auch Engel. Es gibt Lichtgötter und –boten. Sie stehen auch für Gerechtigkeit auf Erden und das Gute.
Ebenso symbolisiert das weiße Brautkleid, dass die Braut rein und unschuldig ist und alles bisherige aufgibt um Ehefrau zu sein.
Den härtesten Kontrast überhaupt bietet der Schwarz-Weiß Kontrast. Wir kennen diesen Kontrast am besten durch die schriftliche Kommunikation.
Die meisten Tiere sind farbenblind und können deswegen sehr viele Grautöne unterscheiden. Das menschliche Auge ist darauf nicht ausgerichtet, der Mensch ist ein stark farborientiertes Wesen.
Grau gilt im Großen und Ganzen als neutral und emotionslos.
Die Redewendung „der graue Alltag“ bedeutet einen Tag ohne Höhen und Tiefen und besondere Vorkommnisse.
Man verbindet mit Grau ein hohes Lebensalter und etwas längst Vergangenes.
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Oft wird es als matt und langweilig beschrieben.
Silber wirkt, wie Gold, auch wertvoll. Es ist eine glänzende Ausprägung von Grau. Es wurde auch gern für Schmuck und als Zahlungsmittel genutzt.
Silber wird oft mit dem Mond assoziiert, während Gold die Sonne darstellt.
Da Silber glänzt weckt es Aufmerksamkeit. Allerdings ist Silber sehr kühl und zurückhaltender als Gold. Es wirkt edel und kostbar.
11 Farben und Stimmungen
Trotz verschiedener Lieblingsfarben, wählen wir oft je nach Gefühlslage bevorzugte Farben. Vor allem in kritischen Phasen des Lebens können uns verschiedene Farben neue Energie oder Kraft geben, dies zeigt sich beispielsweise auch bei Krankheiten und Veränderung in wichtigen Lebensbereichen. Oft merkt man schon beim Aufwachen den Drang zu einer bestimmten Farbe. Dementsprechend kleidet man sich dann für den Tag. Sind Menschen deprimiert wählen sie oft dunkle oder „schmutzige“ Farben, bei Müdigkeit oder Stress neutrale oder helle Töne. Farben können die Stimmungen allerdings auch steuern. Man kann ein plötzliches Verlangen sich in anderen, neuen, für einen selbst ungewöhnlichen Farben zu kleiden schnell auf die eigene Psyche zurückschließen. Leuchtende und warme Farben deuten auf den Wunsch nach Energie hin, grün oder weiß hingegen nach mehr persönlichem Freiraum.
Farbabneigungen:
Häufig verspüren wir Farbabneigungen sehr stark, wenn wir eine bestimmte Farbe mit etwas Negativem assoziieren. Dies kann jedoch überwunden werden. Ein anderer Grund sind verborgene Schwächen oder Selbstzweifel. Mag man beispielsweise Rot nicht könnte es sein, dass man Misserfolg, Ablehnung oder eine körperliche Krankheit erlebt hat. Bei Rosa gilt: es existieren negative Gefühle den Eltern gegenüber. Orange weist auf Erschöpfung und Gold auf Ablehnung von materiellen Dingen hin. Lehnt man Gelb ab hat man wohl Enttäuschungen erlebt und bei Grün Einsamkeit. Bei einer Ablehnung von Blau hat man Angst zu versagen. Schwarz symbolisiert bei einer Abneigung den Wunsch nach Kontrolle, im Gegensatz zu weiß, bei dem man konsequent sein will.
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12Quellen
• Cash Adam, Psychologie für Dummies, Wiley-Verlag
• Vollmar Klausbernd, Farben – ihre natürliche Heilkraft, GU-Verlag
• Braem Harald, Die Macht der Farben – was Farben über die Persönlichkeit aussagen, wie sie wirken und welche Gefühle sie auslösen, MVG Verlag
• Heller Eva, Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken, Droemer Verlag
• Chiazzari Suzy, Das große Farbenbuch, Arkana-Verlag

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