Erdöl und Wasser im Nahem Osten

Einführung zu den Erdölkrisen im Nahen Osten:
Als zentraler Rohstoff ist Erdöl auch Gegenstand der Spekulation. Der Ölpreis beeinflusst auch die allgemeinen Börsenkurse, weil in vielen Branchen eine Abhängigkeit vom Ölpreis besteht oder gesehen wird.
Die Reserven, die geortet sind und mit der heute zur Verfügung stehenden Technik wirtschaftlich gewonnen werden können, nahmen in den letzten Jahren trotz der jährlichen Fördermenge jeweils leicht zu und erreichten im Jahre 2004 den höchsten jemals berechneten Stand von ca. 1200 Millionen Barrel. Es wird vorausgesagt, dass die Erdölreserven nur noch 50 Jahre den Weltverbrauch decken können.
Kritiker dieser Angaben weisen allerdings darauf hin, dass die Zahlen häufig aus politischen Gründen verfälscht werden.
Der tägliche Verbrauch weltweit liegt bei etwa 84 Millionen Barrel.
Öl-Konflikte:
Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben die Ölförderung und ihre Begleiterscheinungen in manchen Entwicklungsländern erhebliche wirtschaftliche, soziale und ökologische Probleme verursacht. Pipelines werden angezapft und ganze Tankschiffe beispielsweise in Nigeria von bewaffneten Gruppen entführt, um das gewonnene Gut gegen Waffen bei Hehlern zu verkaufen, da sie sich von dem Staat oft verraten und vor allem von den größeren Mineralölkonzernen bestohlen und ausgebeutet fühlen. Dies führte unter anderem zur blinden Gewalt von Seiten des Staates,
wobei eine ganze Kleinstadt dem Erdboden gleichgemacht wurde. Shell spricht von 1000
Gewaltopfern jährlich, Amnesty International (Nichtstaatliche Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt.) dagegen von rund 500 Opfern allein in einer Woche.
Konflikte der Industriestaaten um Erdöl:
Irakkrieg:
In dem Buch Rohstoffkriege beschreibt Michael Klare: „Die Regierung will nicht, dass Öl Teil der Kriegsdebatte wird. Würden die waren die wahren Gründe genannt, dass hier Öl gesichert und die OPEC entmachtet werden soll, würde dies viel zu eigennützig erscheinen.“ (OPEC: Organisation Erdöl fördernder Länder (aus Nahen Osten, Lateinamerika, Afrika). Grund der Invasion des Iraks (2003) war zum großen Teil die Kontrolle über die, für die amerikanische Regierung lebenswichtige, Erdölregion.
Der Einmarsch der amerikanischen Truppen in den Irak wurde von Frankreich, Deutschland und Russland stark kritisiert.
1Golfkrieg
Der 1. Golfkrieg von 1980 – 1988 verursacht durch den Versuch des Iraks den Grenzverlauf zum Iran auf militärische Weise zu verändern. Er war auch Folge des Konkurrenzkampfes zwischen den beiden Staaten um die Vorherrschaft über die Erdölförderung im Nahen Osten. Es entwickelte sich ein Krieg, in dem der besseren Bewaffnung der irakischen Armee unter der Führung Saddam Huseins die zahlenmäßigen Überlegenheit der iranischen Streitkräfte gegenüberstand. Neben einem 1984
entbrannten „Tankerkrieg“ (beidseitige Angriffe auf Erdöl transportierende Tanker) kam es auch zu einem „Städtekrieg (gegenseitige Bombardierung großer Städte und Erdölförderzentren). Internationale Auswirkungen waren, dass der Transport von Erdöl gefährdet wurde, was die USA und später auch Frankreich und England dazu veranlasste, Flotteneinheiten zu versenden. Der 1. Golfkrieg, der auf beiden Seiten etwa 1 Million Tote und Verwundete forderte, endete nach langwierigen Vermittlungsaktionen der Vereinten Nationen mit einem Waffenstillstand im August 1988.
Konflikte um Wasser im Nahen Osten:
– Im Gebiet des Euphrat gibt es Auseinandersetzungen zwischen der Türkei, Syrien und dem
Irak. Da die Türkei beschloss, durch das Aufstauen des Euphrat eine industrielle Förderung
des Gebiets zu erreichen, haben die stromabwärts gelegenen Länder Syrien und Irak Angst,
da nach diesem Plan Wassermangel und Stromausfälle die Folge sind, wie jüngste Ereignisse
zeigen. Syrien und Irak sind der Auffassung, dass ein Fluss Eigentum aller angrenzenden
Staaten ist, jedoch gibt es kein Gesetz, dass die Nutzung eines Flusses regelt. Die Türkei
sicherte Syrien und Irak eine Wassermenge von 500 m³ zu, trotzdem wird befürchtet, dass
die Türkei das Regeln der Wassermenge als politisches Druckmittel verwendet.
– Durch mehrere Kriege gegen arabische Nachbarn eroberte Israel einen Großteil der
Wasserbestände der Region. Seitdem bezieht Israel 40% seines Bedarfs an Wasser aus
Quellen, die außerhalb Israels liegen.

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