Die Päpstin

Woolfolk Cross, Donna : Die Päpstin

Über den Verfasser Das Buch „Die Päpstin“ ist im Jahre 1996 mit 567 Seiten im Rütten & Loening Verlag in Deutschland erschienen. Der Originaltitel ist „Pope Joan“. Die Autorin, Donna Woolfolk Cross, machte 1969 ihren Abschluß an der Universität in Pennsylvania. Danach ging sie nach London, wo sie als Redaktionsassistentin im Verlag Allen & Company arbeitete. Nach ihrer Rückkehr in die USA arbeitete sie ein Jahr als kaufmännische Angestellte für Aurora Toilettenpapier, bis ihr klar wurde, daß sie ihr Leben nicht so verbringen wollte. Also ging sie an eine Universität, wo sie 1972 ihren Meister in Literatur und als Schriftstellerin machte. Im Jahre 1973 zog sie mit ihrem Mann nach New York, wo 1972 ihr Tochter Emily zur Welt kam. Als Emily 15 war, fing Donna Cross an, „die Päpstin“ zu schreiben, wobei sie viel an ihre Tochter dachte. Die Autorin ist der Meinung, daß Johanna ein inspirierendes Vorbild für junge Frauen sein kann. Sie hat schon einige Sachbücher geschrieben Heute ist sie Lehrerin und Leiterin eines Schreibprojekts am Onondaga College in New York. Inhaltsangabe Die Päpstin In dem Buch „Die Päpstin“ von Donna Cross geht es um Johanna, die als Mann verkleidet Mitte des Neunten Jahrhunderts auf dem Papstthron gesessen haben soll. Das Buch ist wahrscheinlich authentisch. Im Jahre 814 kommt Johanna auf die Welt. Sie ist die Tochter einer Heidin und des Dorfpriesters von Ingelheim. Als Kind erlebt Johanna, wie der Vater, die Familie tyrannisiert und schlägt. Johanna ist sehr wißbegierig und bedrängt ihren Bruder Matthias, ihr heimlich lesen und schreiben beizubringen. Als Matthias krank wird und stirbt, ist Johanna verzweifelt, da sie nun nicht mehr lernen kann. Johanna zeigt ihrem Vater, daß sie besser lesen und schreiben kann als Johannes. Ihre Eltern wollen nicht, daß sie lernt, da es wider der Natur einer Frau sei Durch einen glücklichen Zufall bekommt Johanna dann doch noch Unterricht von dem griechischen Gelehrten Aeskulapius, der ihre außergewöhnliche Auffassungsgabe und Intelligenz erkennt.. „Wenn du heiratest, gibst du alles auf – nicht nur deinen Körper, auch deinen Stolz, deine Unabhängigkeit, sogar dein Leben. Falls du jemals glücklich werden willst, dann gib dich niemals einem Mann hin.“ Diese Worte stammen von ihrer Mutter. Johanna behält sie sich ihr Leben lang. Als Aeskulapius seine Stelle verliert, verspricht er Johanna, dafür zu sorgen, daß sie wieder Unterricht bekommt. Als ein Gesandter der Domschule in Dorstadt kommt, um Johanna zu holen, behaupten ihre Eltern, der Bischof meint Johannes. Dieser will jedoch nicht gehen und wird dazu gezwungen. Die zehn Jahre alte Johanna flüchtet nachts aus dem Elternhaus und folgt ihnen. In Dorstadt wird Johanna von Odo, dem Schulmeister, geprüft. Er kann sie von Anfang an nicht leiden, da Frauen seiner Meinung nach nicht an eine Schule gehören, und macht ihr das Leben schwer. Johanna verliebt sich in Gerold, bei dem sie wohnt. Auch sie bedeutet Gerold sehr viel. Er küsst Johanna, Odo sieht es und erzählt es Gerolds Frau Richhild. Um die aufgekommene Leidenschaft abkühlen zu lassen, verreist Gerold. In seiner Abwesenheit arrangiert Richhild eine Hochzeit zwischen Johanna und Iso, dem Sohn des Schmiedes. Während der Hochzeitszeremonie stürmen Normannen die Kirche und bringen alle um. Johanna schafft es, sich zu verstecken und sieht, wie Gisla von den Angreifern vergewaltigt und verschleppt wird. Sie tauscht mit ihrem toten Bruder Johannes die Kleider und geht als Johannes Anglicus nach Fulda ins Kloster. Währenddessen ist Gerold als Richter tätig. Er erkennt, daß er Johanna heiraten will. Mit seinen Männern reitet er an die Küste und sieht auf dem Schiff Gisla. Er kann sie nicht retten und denkt, die Normannen haben auch Johanna. Im Benediktinerkloster wird Johannes Anglicus aufgrund seiner Intelligenz sehr geschätzt. Johanna ärgert sich darüber, daß der Wissensdurst bei Männern unterstützt und bei Frauen als unnatürlicher Unfug abgewiesen wird. Bei Bruder Benjamin lernt sie viel über Medizin. Während eines Rituals, bei dem Leprakranke aus der Gesellschaft ausgestoßen werden, setzt Johanna sich für eine Frau ein, bei der sie vermutet, der Ausschlag habe eine andere Ursache. Zusammen mit Bruder Benjamin geht sie
mit der Frau nach Hause und freundet sich dort mit deren Sohn Arn an. Ihm bringt sie rechnen bei und beschafft ihm einen Platz an der Klosterschule. Als Johannes Anglicus wird sie zum Priester ernannt. Eines Tages besucht ihr Vater sie im Kloster und erzählt ihr vom Tod der Mutter. Er erkennt die Tochter und will sie verraten. Kurz zuvor stirbt er jedoch an einem Herzschlag. Als Johannes Anglicus krank wird, flüchtet sie, als ein Bruder sie entkleiden will, um nicht entlarvt zu werden. Sie legt sich in ein Fischerboot und treibt bewusstlos stromabwärts. Als sie aufwacht findet sie sich in Arns Haus wieder. Er hat eine Frau, und ein kleines Töchterchen, daß Arnalda heisst. Die Familie kennt ihr Geheimnis. Arnalda ist genauso wißbegierig, wie Johanna es als Kind war. Sie bringt ihr Lesen, Schreiben und Rechnen bei. Dann begibt sie sich auf Pilgerreise nach Rom. Als Papst Sergius krank wird, sind die Ärzte machtlos. Anastasius, der selbst auf den Papstthron möchte, hört von Johanna, die einen guten Ruf als Arzt hat und lässt sie kommen. Sie erkennt sofort, daß der Papst Gicht hat und behandelt ihn. Sie freundet sich mit Sergius an und bringt ihn dazu, das Papstamt wieder richtig auszuführen, was vorher sein Bruder Benedikt nicht ganz korrekt gemacht hatte. Aus Rache schickt Benedikt Johannes zur Hure Marioza, die ihn verführen soll. Als Sergius das mitbekommt, lässt er Johanna in den Kerker werfen, da für ihn Keuschheit die höchste Tugend ist. Bei einer Prozession durch die Stadt sagt man dem Papst, daß Kaiser Lothar im Anmarsch ist und seine Soldaten die Städte plündern. Sergius erleidet einen Anfall und stürzt bewusstlos vom Pferd. Als er wieder zu sich kommt, merkt er, daß Benedikt mit dem Geld geflohen ist. Er erleidet einen Rückfall und man holt Johannes aus dem Kerker um dem Papst zu helfen. Johannes erklärt die Geschichte und der Papst glaubt ihm. Benedikt wird gefasst und soll wie ein Dieb bestraft werden. Noch im Morgengrauen werden ihm die Hände abgetrennt. Er stirbt am Schock. In der päpstlicher Privatkapelle hört Johanna ein Gespräch zwischen dem Kaiser und Anastasius mit an. Lothar will Anastasius zum Papst machen, wenn dieser ihm den Treueid schwört. Gerold kommt herein und erkennt Johanna. Er verrät sie jedoch nicht. Die beiden sind sehr glücklich über das Wiedersehen und Gerold macht Johanna einen Heiratsantrag. Sie weist ihn jedoch zurück, da sie Sergius helfen muß. Als Sarazenen die Stadt angreifen, kommt Gerold mit seinen Truppen zu Hilfe. Doch der Petersdom ist geplündert. Sergius gibt sich die Schuld und stirbt. Der neue Papst heisst Leo. Gerold wird zum Befehlshaber der päpstlichen Garde und Johanna zum Nomenclator ernannt. Er will die Stadtmauer zum Schutz der Peterskirche erweitern. Anastasius versucht die Bauarbeiten zu sabotieren. Als das herauskommt, wird Anastasius exkommuniziert und flüchtet nach Aachen. Auch Leo stirbt. Er wird von Waldipert vergiftet, den man später mit aufgeschlitzter Kehle im Tiber findet. Anastasius kommt zurück. Als Gerold und Johanna zusammen fortgehen wollen, wird Johanna zum Papst ernannt. Als erstes gründet sie eine Schule für Frauen. Bei Hochwasser kentert das Boot von Gerold und Johanna. Die beiden werden in ein Gebäude geschleudert, wo sie miteinander schlafen. Anastasius hetzt die Leute gegen Johanna auf. Gerold will jetzt endgültig mit ihr fliehen und Johanna sagt ja. Doch bevor es zur Flucht kommt, wird sie krank.. Johanna merkt, daß sie schwanger ist. Ein Abtreibungsmittel wirkt nicht. Lothar kommt in die Stadt. Gerold wird angeklagt, sich gegen Rom verschworen zu haben. Auf der Verhandlung stellt Johanna die Fragen, die sie von Aeskulapius gelernt hat. Quis, quomodo, ubi, quando, quid (wer, wie, wo, wann, was). Sie beweist, daß Gerold unschuldig ist. Am Bittag will Anastasius den Papstthron mit Gewalt an sich reißen. Während der Prozession wird Gerold in der Via Sacra angegriffen und getötet. Johanna bekommt einen Schock, hat eine Frühgeburt und stirbt auf der Via Sacra (= heilige Straße). Nachdem bekannt wurde, daß der Papst eine Frau war, streicht Anastasius Johannas Namen aus dem Liber Pontificalis, dem Buch mit den Namen aller Päpste. 42 Jahre später kopiert Arnaldo das Buch und fügt Johannas Namen wieder hinzu. Denn auch er ist nicht, was er zu sein scheint. Arnaldo heisst in Wirklichkeit Arnalda und ist die Tochter von Arn und Bona. Sie fragt sich, wie viele Frauen es noch gibt, die das Leben eines Mannes führen. Aufbau Das Buch ist chronologisch geschrieben. Es passiert alles Nacheinander. Die zeitliche Differenz beträgt jedoch oft einige Jahre. Der größte zeitliche unterschied ist am Schluß. Dort ist ein Sprung von 42 Jahren. Ansonsten werden immer nur ein paar Jahre, Monate, Wochen oder Tage übersprungen. Am Anfang wird alles genau erklärt. Zum Beispiel, wie die Hütte aussieht, in der Johanna geboren wird. Das läßt mit der Zeit nach. Die Spannung ist gut aufgeteilt.
Charakterisierung Johanna… … ist sehr aufgeschlossen, wißbegierig und sagt, was sie denkt. Das bringt sie in so manche Schwierigkeiten. Zum Beispiel als sie von Odo, ihrem Lehrer Beweise für die Auferstehung Jesu haben will. Der Lehrer ist sehr aufgebracht und schlägt sie. Sie findet, daß alle Menschen gleich sind und bedauert es, daß Frauen nicht gestattet ist, eine Schule zu besuchen und zu lernen. Als Päpstin macht sie keinen Unterschied zwischen Römern und Ausländern. Johanna versucht, ihre Liebe zu Gerold zu verdrängen und sie zu vergessen. Das Wohl anderer Menschen steht über ihrem. Gerold… … ist ungefähr 15 Jahre älter als Johanna. Er fühlt sich von Anfang an, von ihrer aufgeschlossenen Art angezogen. Er würde alles für sie tun. Gerold ist ein netter Mann, der seine Frau Richhild zwar nicht liebt, aber der Pflicht wegen trotzdem bei ihr bleibt. Er ist sehr aufopferungsvoll und steht zu seinem Glauben. Anastasius… … erlebt als Junge, wie sein Onkel im Lateranspalast von der päpstlichen Miliz aufgrund des Mangels an Gerissenheit und Gewandtheit getötet wird. Das prägt ihn. Das Ziel, das er jedoch nie erreicht, ist es, Papst zu werden. Er tut alles in seiner Macht stehende dafür und schreckt auch vor Lügen, Intrigen und Sabotage nicht zurück. Er ist ein intelligenter Mann, der seine Fähigkeiten und den guten Ruf seiner Familie zu nutzen weiß. Sprachliche Besonderheiten Das Buch ist auf Deutsch geschrieben. Dialoge sind meist auf Altdeutsch. Es kommen auch einige lateinische Ausdrücke vor, die aber entweder erklärt werden, oder deren Bedeutung aus dem Zusammenhang deutlich wird. Wie zum Beispiel die Fragen, die die Umstände des menschlichen Handelns eindeutig beweisbar bestimmen, Quis (=wer), quomodo (=wie), ubi (=wo), quando (=wann) und quid (=was). Es werden viele Adjektive benutzt, um die Situationen, Gegenstände und Stimmungen näher zu beschreiben. Die Autorin schreibt in der autorialen Erzählform. Das Buch ist weder parataxisch noch hypotaxisch geschrieben. Die Autorin verwendet beides. Der Grundgedanke Donna W. Cross will die Stellung der Frau im Mittelalter darstellen und zeigen, daß man es tatsächlich als Anomalie angesehen hat, wenn eine Frau lesen und schreiben konnte oder es nur lernen wollte. Außerdem schrieb sie das Buch „die Päpstin“ um bekannt zu machen, daß vor der letzten Jahrtausendwende wahrscheinlich eine Frau auf dem Papstthron saß. Es wissen nicht viele Menschen davon, da die Katholische Kirche es immer noch abstreitet und zu vertuschen versucht. Doch viele geschichtliche Forschungen sprechen dafür. Es stellt sich die Frage: Gab es vor ca. 1100 Jahren eine Päpstin? Kontra Johannas Geschichte klingt unrealistisch, da sie angeblich nicht wie die meisten Menschen im Bett gestorben ist, sondern wie in vielen Filmen und Geschichten, vor Tausenden von Leuten auf der Via Sacra. Das sieht man, wenn man sich solche Filme anschaut.
Es ist unmöglich, daß eine Frau auf dem päpstlichen Thron gesessen haben soll, da es keine zustimmenden Dokumente darüber gibt. Sie wird auch in keinem Geschichtsbuch erwähnt. Das wird bestätigt, wenn man sich mehrere historische Bücher oder Geschichtsbücher anschaut. Die Leute früher waren viel zu fromm um solchen Frevel zu begehen, da man glaubte, von Gott bestraft zu werden, wenn man aus der von ihm vorgesehenen Rolle ausbrechen würde. Das sieht man daran, daß die Menschen früher jede Kleinigkeit gebeichtet haben, aus Angst das ihnen sonst der Eintritt ins ewige Himmelreich verwehrt bliebe. Um das bestätigt zu bekommen muß man sich nur heute in der katholischen Kirche umschauen, wo immer noch gebeichtet wird. Die Katholische Kirche streitet Johannas Pontifikat ab, da zwischen der Regierungszeit von Papst Leo IV und Papst Benedikt III nicht ausreichend Spielraum gewesen sei, da Papst Leo im Jahre 855 gestorben ist und Papst Benedikt direkt danach ernannt wurde. Das erfährt man aus verschiedenen Dokumenten des vergangenen Jahrtausends. Es ist äußerst unwahrscheinlich, daß eine Frau, aufgrund der damaligen Rollendifferenzierung und somit ihrer Erziehung, über einen Zeitraum von 27 Jahren eine solche Täuschung in einer ausschließlichen Männerdomäne aufrechterhalten kann. Am Beispiel der Teresinha Gomez, die in der portugiesischen Armee bis zum General aufstieg, dann jedoch „entlarvt“ wurde, wird deutlich, daß eine solche Täuschung nicht auf Dauer möglich ist. Pro Johanna hat wirklich einmal auf dem Papstthron gesessen, da im Jahre 1276 Papst Johannes XX seinen Amtsnamen auf Johannes XXI änderte und öffentlich Johannas Pontifikat anerkannte. Das ist geschichtlich bewiesen. Johanna kann keine erfundene Figur sein, da bis 1601 in der Kathedrale von Siena eine Statue von ihr stand, die dann in ein Standbild von Papst Zacharias umgewandelt wurde. Das ist in verschiedenen Dokumenten über diese Kathedrale überliefert. Die Päpstin Johanna hat existiert, da es sonst unerklärlich ist, warum die Via Sacra seitdem gemieden wurde. Die katholische Kirche sagt, daß die Straße einfach zu schmal war, um mit einer Prozession hindurch zu ziehen. Doch das stellt sich als unwahr heraus, wenn man dem Bericht eines hohen Würdenträgers aus dem Jahre 1486 Glauben schenkt. In diesem Jahr zog nämlich eine päpstliche Prozession durch eben diese Straße. In seinem Bericht sagt er auch, daß diese kürzeste Verbindung zwischen dem Patriarchum und dem Petersdom gemieden wurde, weil dort Johannes Anglicus ein Kind gebar. Das wird bestätigt, wenn man diesen Bericht von Johannes Burkhard liest. Es ist sicher, daß es die Päpstin gegeben hat, da 1413 in einem Prozeß gegen Johannes Hus, der die Unfehlbarkeit des Papstes anzweifelte, seine Aussage „Päpste sind viele Male der Sünde und dem Irrtum anheim gefallen, so zum Beispiel, als Johanna zum Papst gewählt wurde, obwohl sie eine Frau war.“ Von 28 Kardinälen, 4Patriarchen, 30Metropolisten, 206 Bischöfen und 440 Theologen als wahr akzeptiert wurde. Das erfährt man, wenn man sich die Aufzeichnungen über diesen Prozeß einmal anschaut. Es muß einmal eine Frau auf dem Papstthron gegeben haben, da zum Beispiel die „Sesselüberprüfung“ unsinnig wäre. Bis ins sechzehnte Jahrhundert wurde bei der Papstweihe der neue Papst auf einen Stuhl, mit einem Loch in der Mitte gesetzt, wo überprüft wurde, ob es sich tatsächlich um einen Mann handelte. Das erfährt man durch den Augenzeugenbericht von Adam von Usk im Jahre 1404. Ergebnis Es ist nicht eindeutig bewiesen, ob Johanna existierte, aber es ist wahrscheinlich, da viele Gründe dafür sprechen.
Die fehlenden Dokumente erklären sich, wenn man die damaligen Zeiten berücksichtigt. Es gibt nur wenige Aufzeichnungen über das Leben im neunten Jahrhundert. Nicht einmal die Liste der Päpste dieses Jahrhunderts ist vollständig. Es gibt einige Augenzeugenberichte, die für Johannas Pontifikat sprechen. Auch der Prozeß gegen Johannes Hus macht deutlich, daß im vierzehnten Jahrhundert niemand die Existenz Johannas bezweifelte. Es gibt viele Beispiele von Frauen, die erfolgreich ein Männerleben führten. So zum Beispiel Mary Read, die Anfang des 18. Jahrhunderts ein Piratenleben führte, St. Hildegund, die im 12. Jahrhundert bis zu ihrem Tod im Kloster Schonau lebte. Das es auch daneben gehen kann sieht man an den Beispielen von Teresinha Gomez und Eugenia. Eugenia schaffte im dritten Jahrhundert in einem Kloster den Aufstieg zum Abt, musste ihre wahre Identität dann jedoch preisgeben, da man sie beschuldigte, ein Mädchen entjungfert zu haben. Trotzdem muß Johanna existiert haben, da viele Vorgehensweisen der Katholischen Kirche sonst völlig ohne Sinn erscheinen. Wie eben der Umweg um die Via Sacra zu meiden oder die Sesselüberprüfung.. Sie war eine der ersten emanzipierten Frauen. Stellungnahme zum Grundgedanken Ich finde es gut, daß Donna Woolfolk Cross die Leute auf die Existenz Johannas hinweisen will. Wie gut die Vertuschungsversuche der Katholischen Kirche waren, sieht man daran, daß heute eigentlich keiner mehr etwas über sie weiß. Auch ich wusste nichts davon, bis ich durch einen Zufall das Buch las. Ich bin der Meinung, daß Johanna existiert haben muß, da so viele Dinge dafür sprechen. Beurteilung Das Buch „Die Päpstin“ von Donna Woolfolk Cross ist recht spannend. Am Anfang dauert es zwar eine Weile, bis man sich hineingelesen hat, da die Erklärungen über das Aussehen verschiedener Gegenstände oder die genauen Ausführungen bestimmter Handlungen ziemlich langweilig sind. Das ist jedoch nicht sehr lange. Das Buch an sich ist gut geschrieben. Es ist spannend und man kann es trotz seiner 567 Seiten in ein paar Tagen lesen, da man eigentlich nicht aufhören kann. Die Frage, ob Johanna nun existiert hat oder nicht ist, ist beim lesen eigentlich unwichtig. Die Figuren sind gut beschrieben. Man kann sich richtig in Johanna hineinversetzen, wenn ich auch manches anders gemacht hätte. Durch die Erklärungen kann man sich alles gut vorstellen. Das Buch ist sehr informativ und die Autorin zeichnet ein lebendiges Bild von der Zeit vor der letzten Jahrtausendwende. Man lernt einiges über das Leben im neunten Jahrhundert und über die Rolle und Erziehung der Frau. Es wurde nicht nur als Anomalie bezeichnet, wenn eine Frau lesen lernen wollte, sondern gelehrte Frauen wurden sogar als gefährlich bezeichnet.

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