Barbarossa

Kaiser Friedrich I. – Barbarossa
Kaiser Friedrich der I. war einer der mächtigsten und einflussreichsten Herrscher im damaligen Heiligen römischen Reich deutscher Nation.
Barbarossa wurde 1122 als Sohn des Herzogs Friedrich II. von Schwaben und der Herzogstochter Judith aus dem Hause der Welfen geboren. Friedrich stammt aus der Familie der Staufer, des Adelsgeschlechtes, das 116 Jahre den deutscher Kaiserthron innehatte. 1146 übernahm er als Friedrich III. die schwäbische Herzogsgewalt. Nach dem Tod seines Onkels König Konrad III. wurde er 1152 zum König Friedrich II. gekrönt. Friedrich regierte 38 Jahre lang, länger als viele andere deutsche Kaiser des Mittelalters. Bekannt ist er unter dem Namen “Barbarossa” (Rotbart). So nannten ihn die Italiener wegen seiner rotblonden Haare. Von seiner ersten Frau ließ er sich 1152 scheiden. Vier Jahre später heiratete er die erst 12jährige Beatrix von Burgund, die ihm zwölf Kinder gebar.
Den verheerenden, bürgerkriegsähnlichen Streit zwischen Staufern und Welfen konnte er zunächst beilegen. Noch im Jahr seiner Wahl verkündete er auf dem Würzburger Reichstag einen Landfrieden und erreichte einen ersten Ausgleich zwischen dem Welfen Heinrich dem Löwen, dem Herzog von Sachsen, und dem Markgrafen von Brandenburg, Albrecht dem Bären.
14 Jahre seiner Regierungszeit verbrachte Barbarossa in Italien. Sechsmal zog er an der Spitze eines Heeres nach Süden über die Alpen. Vier Gründe veranlassten ihn dazu:
Als erwählter “König der Römer” erlangte er das Herrschaftsrecht über Deutschland, Burgund und Italien und die Anwartschaft auf die Kaiserkrone. Diese vergab der Papst in der Peterskirche in Rom. Barbarossa erhielt sie am 18. Juni 1155.
Sein zweiter Grund für seine Italienzüge war: die königlichen Rechte (Regalien) von den oberitalienischen Städten zurückzufordern. Mailand, Pavia, Genua Piacenza, Bologna u. a. waren in den letzten Jahrzehnten wohlhabend geworden. Oberitalien wurde zum reichsten Gebiet in Westeuropa. Die Städte wählten ihre Konsuln selbst und hatten die eigentlich dem König zustehenden Rechte wie die Gerichtsbarkeit, das Münz- und Zollrecht an sich gerissen, ohne dem König die ihm zustehenden Abgaben zu entrichten. Barbarossa ließ auf einem Reichstag die von Rechtsgelehrten zusammengestellten Rechte verkünden und setzte Beamte ein, die die Einkünfte aus den Städten verwalten sollten. Aber Mailand widersetzte sich dem Kaiser. Friedrich bestraft die Stadt, die ein Jahr lang der Belagerung standgehalten hatte, erbarmungslos: Sie musste sich demütig unterwerfen, eine Geldbuße zahlen, ihn als obersten Herrscher anerkennen. Dann ließ er die Stadt zerstören und plündern. Die Bevölkerung musste umgesiedelt werden. Die Königsmacht in Italien schien gefestigt zu sein.
Aber wie andere mittelalterliche Kaiser geriet er in einen langen Kampf mit dem Papsttum. Das war ein dritter Grund. Der Kaiser beanspruchte von Anfang an eine gleichberechtigte und eigenständige Stellung neben dem Papst. Der Papst sah sich als übergeordnete Macht an. Da Friedrich seine Reichsrechte auch im Kirchenstaat und in Rom geltend machen wollte, kam es zum Konflikt. Seine Gegner unterstellten ihm Weltherrschaftsgelüste, ein Beweis dafür schien ihnen, dass er die Wahl des Papstes Alexander III. nicht anerkannte, sondern den Gegenpapst Viktor IV. unterstützte. Die Kirche war gespalten. Der Kaiser wurde gebannt. Es gelang Barbarossa 1167, Rom zu erobern und den Gegenpapst in der Peterskirche krönen zu lassen. Aber eine Malariaseuche/ Pest verwandelte den Sieg in eine furchtbare Niederlage. Fast 2000 Ritter starben. Der Kaiser erkrankte. Dem Papst Alexander gelang die Flucht aus Rom. Er verbündete sich mit den oberitalienischen Städten, die sich untereinander gegen die
rücksichtslose Besteuerung der kaiserlichen Beamten vereinigt hatten. Seine Gegner sahen in der Seuche den Beweis, dass Gott selbst den Übeltäter Barbarossa gezüchtigt habe. Der Kaiser floh verkleidet nach Deutschland.
Auch der nächste Feldzug nach Italien mit einem 8000 Mann starken Heer scheiterte. Heinrich der Löwe will ihm nicht die dringend benötigte militärische Verstärkung gewähren, wenn er nicht dafür die alte Kaiserstadt Goslar erhalte. Die oberitalienischen Städte konnten aber nicht mehr mit militärischer Gewalt niedergeworfen werden. Auch bestand keine Aussicht, mit rücksichtsloser Gewalt die Anerkennung des kaiserlichen Gegenpapstes durchzusetzen. Der Kaiser hat wohl eingesehen, dass er auf anderem Wege vorgehen musste. Er erklärte sich insgeheim bereit, Alexander III. und die päpstlichen Rechte und Besitzungen anzuerkennen und mit den Städten einen Waffenstillstand zu schließen. Im Frieden von Venedig (1177) gab er sich mit dem Papst den Friedenskuss. In Konstanz wurde auf einem Reichstag 1183 der Streit mit den oberitalienischen Städten beigelegt. Der Kaiser überließ ihnen gegen eine Ablösesumme von 15000 Mark Silber und eine jährliche Entschädigung von 2000 Mark Silber das Recht, ihre Konsuln frei zu wählen und die königlichen Rechte wahrzunehmen. So wurde durch seine Kompromissbereitschaft endlich eine friedliche Lösung gefunden.
Der Konflikt mit Heinrich dem Löwen wurde allerdings mit Waffengewalt entschieden. Bischöfe und Grafen hatten sich wiederholt über dessen gewalttätiges Verhalten beschwert. Der Kaiser stellte sich nun nicht mehr wie früher hinter seinen Vetter, sondern berief einen Reichstag ein, der über die Klagen entscheiden sollte. Als Heinrich nicht erschien, sprachen die Reichsfürsten die Reichsacht über ihn aus: Er verlor beide Herzogtümer.
Im Jahre 1189 begab sich Friedrich I. mit einem Heer von 100.000 Mann auf den dritten Kreuzzug ins Heilige Land, da der Türken-Sultan Saladin das 1099 geschaffene christliche Königreich Jerusalem erstürmt hatte. Der krönende Abschluss seines Lebenswerkes sollte die Rückeroberung Jerusalems werden. Dabei ertrank er 1190 im Fluss Saleph in Kleinasien.
Sein Sohn Friedrich V. von Schwaben zog mit einer kleinen Schar weiter, um Friedrich Barbarossa in Jerusalem zu beerdigen. Der Versuch, den Leichnam in Essig zu konservieren, misslang, so dass Herz und Eingeweide des Kaisers in Tarsos, das Fleisch in der Peterskirche in Antiochia, seine Knochen in der Kathedrale von Tyros beigesetzt wurden.
Kaiser Friedrich II., der Enkel Barbarossas, lebte von 1194 bis 1250. Der 1220 in Rom gekrönte Kaiser hielt sich hauptsächlich in Italien auf. Das führte zur Festigung der Macht der Fürsten. Mit seinem Tod im Jahre 1250 brach das staufische Reich endgültig zusammen, und die Reichsgewalt verlor ihren Einfluss. Die feudale Zersplitterung begann und damit die Stärkung der Territorialgewalten.
Die Menschen im damaligen deutsch – römischen Reich wollten die Kunde vom Tod Friedrich II. jedoch nicht glauben. In den nachfolgenden Wirren um die Herrschaft im süditalienischen Königreich und um den deutschen Kaisertitel wurde die Legende geboren, Friedrich II. sei gar nicht gestorben, sondern lebe in geheimnisvoller Weise weiter, werde dereinst wiederkehren und das Reich in neuer Größe aufrichten. Die Chronik besagt, dass sich die Sage mit dem Kyffhäuser zu verwoben begann. Zunächst bezog sie sich auf Friedrich II, mit Beginn des 16. Jahrhunderts auf Friedrich I. übertragen. Seitdem wird eindeutig Barbarossa mit der Sage in Verbindung gebracht. Man sprach schließlich nur noch von der “Barbarossasage”.

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