Aufklärung

Aufklärung
Als Aufklärung wird der Ausgang des Menschen aus seiner Unmündigkeit bezeichnet. Diese ist das Unvermögen, welches auftritt, wenn man sich seines Verstandes bedient ohne Leitung eines anderen zu haben. Der Wahlspruch der Aufklärung lautet: „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“. Mit der Bezeichnung „Aufklärung“ bringen die Zeitgenossen im späten 18. Jahrhunderts den Anspruch ihrer eigenen Epoche auf den Begriff: „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ . Damit wird der fortschreitende Siegeszug der autonomen menschlichen Vernunft, Emanzipation von nicht gerechtfertigten Traditionen und Autoritäten, unabgeschlossener innerweltlicher Fortschrittsprozess symbolisiert. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wird dieser Anspruch historisch zum geistesgeschichtlichen Begriff für das gesamte 18. Jahrhundert. Die neue Forschung zeigt den sozialen und mediengeschichtlichen Charakter dieser Bewegung. Der Legitimationsverlust der traditionsreichen Autoritäten durch die Konfessionskonflikte führt schließlich zur Forderung nach Zweifel und Kritik an jeglichen Tradition. Man vermutet, dass die allen Menschen prinzipiell gemeinsame Vernunft sie zu, Vorurteile, Aberglauben und angemaßte Autorität fähig machte. Die Frage, wie die Autonome Erkenntnis überhaupt möglich gewesen ist, wird neu gestellt. So auch die Offenbarungswahrheit , die dem Maßstab der menschlichen Vernunft unterworfen war. Es wurde nach einer Konfessionen und Hochreligionen gemeinsamen „Vernunftreligion“ gesucht. Dies forderte Toleranz und Gewissensfreiheit. Es wird scharfe Kirchenkritik am „Pfaffenbetrug“ geübt. Der Grundzug der Aufklärungsbewegung ist pragmatisch, auf praktisches Handeln zum Wohl der Menschen im Diesseits gerichtet. Die Erfolge in der praktischen und technischen Naturbeherrschung, auf der Grundlage neuer empirischer Methoden, führen dann zu einem begeisterten Fortschritts- und Machbarkeitsoptimismus. Die bedeutenden wissenschaftlichen Theorien dafür sind schon im 17. Jahrhundert formuliert worden. Nun geht es um deren Zusammenführung, Prüfung, Popularisierung und vor allem die Nutzbarmachung. Die „Nützlichkeit“ wird zum zentralen Maßstab. Die „Glückseligkeit des ganzen Menschengeschlechts“ rückt in die Nähe aktiver Machbarkeit. Die Natur verliert ihren Schrecken und ihre Unberechenbarkeit. Nun glaubt man, dass sie auf Dauer rational, nicht magisch, beherrschbar sein kann und Nutzbar für menschliche Zwecke sein kann. Genauso schien es auch möglich zu sein, alle menschlichen Verhältnisse in bestimmter Weise nach vernünftigen Prinzipien systematisch zu ordnen.

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