Die Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn

Biologie-Referat Die Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn
Der Weg des Alkohols im Organismus
Schon der erste Schluck Alkohol übt eine Wirkung auf die Schleimhäute im Mund und in
der Speiseröhre aus. Bis der Alkohol über den Magen und die Blutbahn im Gehirn
ankommt, dauert es etwa zwei Minuten. Er verteilt sich überall und beeinflusst fast alle
Transmittersysteme gleichzeitig. Die Alkoholmoleküle binden sich an viele verschiedene
Rezeptoren und verändern die Impulsübertragung zwischen den Nervenzellen. Im Gehirn
gibt es aktivierende und hemmende Regulationssysteme. Alkohol verzerrt das natürliche
Gleichgewicht von Aktivität und Dämpfung im Gehirn zugunsten der Dämpfung. Je mehr
Alkohol in den Körper gelangt, desto stärker wirkt sich diese Dämpfung aus. Alle
Gehirnleistungen nehmen gleichbleibend ab.
Indem der Alkohol jeden Teil des Organismus erreicht, kann er seine Wirkung auf alle
lebenswichtigen Organe ausüben. Alkohol wirkt bereits in kleinsten Dosen auf das Gehirn.
In kleineren Mengen kann er sogar das Risiko einer Erkrankung der Herzkranzgefäße
vermindern, in größeren Mengen dagegen verursacht er eine erhebliche Schädigung des
Herzmuskelzellgewebes. Allerdings kann bei jedem von uns Alkohol heute anders wirken
als morgen. Das Ausmaß und die körperlichen Symptome des Rauschs hängen stark mit
unserem körperlichen und seelischen Zustand vor dem ersten Schluck zusammen. Trotzdem
gibt es bei vielen ähnliche Verhaltensänderungen. Zum Beispiel verstärkter Tatendrang,
gesteigerte Redseligkeit und Glücksgefühle. Kein Wunder: Alkohol setzt unter anderem die
Botenstoffe verstärkt frei, die zum Belohnungssystem gehören.
Den größten Anteil am Abbau des Alkohols leistet die Leber.Dieser Abbauprozess
(Absorption) kann durch Nahrungsmittel verlangsamt werden. Die Alkoholabbaufähigkeit
des menschlichen Organismus hängt zwar vom Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand,
Körpergewicht, der Abhärtung und von genetischen Faktoren ab, aber der Abbauprozess
verläuft grundsätzlich immer auf die gleiche Weise:
Das Gehirn
Das gesunde Gehirn verliert Tag für Tag einen Teil seiner Zellen, aber unter Einwirkung
von lange andauerndem, starkem Trinken kann sich dieser Ablauf in erheblichem Maße
beschleunigen. Infolgedessen zeigen sich am Gehirn eines Alkoholikers deutliche Zeichen
des Schwundes.
Alkoholkonsum hat Auswirkungen auf das Gehirn. Das reicht vom kleinen Schwips bis zum
Filmriss am nächsten Morgen. Beides sind Kurzzeitfolgen.
Zu viel Alkohol kann das Gehirn auch langfristig schädigen. Weil Alkohol ein so kleines
Molekül ist, gelangt er leicht ins Blut und kann problemlos das Gehirn erreichen. Wenn
jemand über lange Zeit viel Alkohol trinkt, leidet das Gehirn. Genauer gesagt die
Denkfähigkeit, etwa das Gedächtnis, das räumliche Denken und das Lernvermögen. Im
Extremfall geht das bis hin zu schwerer geistiger Verwirrtheit. Und Alkohol macht natürlich
auch süchtig.
Generell gilt, dass das Gehirn beim chronischen Alkoholmissbrauch schrumpft. Die
flüssigkeitsgefüllten Gehirnkammern sind dagegen deutlich vergrößert. Aus anderen
Untersuchungen weiß man, dass das Kleinhirn und die Stirnlappen besonders anfällig sind.
Das Kleinhirn kontrolliert unter anderem die Bewegungen und ihre Koordination. Die
Stirnlappen erfüllen Aufgaben beim Lernen und Erinnern. Übrigens haben Alkoholiker auch
weniger zu lachen, denn sie haben Probleme, Witze zu verstehen. Wissenschaftler gehen
davon aus, dass ebenfalls Schäden in den Stirnlappen dafür verantwortlich sind.
Auswirkungen auf das Verhalten
Von den beschriebenen Einflüssen auf das Gehirn sind fast alle Körperfunktionen betroffen.
Die häufigsten beobachteten Symptome, die je nach Person und Tagesform unterschiedlich
schnell und intensiv auftreten können, sind:
– Enthemmung
– Steigerung der Redseligkeit
– Einschränkung des Sehfeldes und Probleme bei der Entfernungseinschätzung, Gesichtsfeld
ist eingeengt
– Reaktion lässt nach, insbesondere auf rote Signale
– Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
– Sprachstörungen, lallende Aussprache
– Steigende Risikobereitschaft und Aggressivität
– Enthemmter Gedankenfluss, zusammenhanglose Gespräche
– Abnehmende Merkfähigkeit, bei besonders viel Alkohol Blackout
Schätzungsweise sind 1,6 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig. Es wäre
schön, wenn sich zumindest einige überzeugen ließen, mit dem Trinken aufzuhören, denn es lohnt sich. Und zum Feiern gibt es auch Getränke ganz ohne Alkohol. Das Gehirn
Transmittersysteme
An den synaptischen Enden der Nervenzellen werden Substanzen gebildet, die dafür
verantwortlich sind, die Übertragung eines Reizes zu steuern. Diese Substanzen nennt
man Neurotransmitter. Alle Neurotransmitter, die für die Weiterleitung eines
bestimmten Reizes zuständig sind, bilden zusammen ein Transmittersystem. Die
Wirkung vieler Gifte und Drogen, wie auch von Alkohol, beruht darauf diese
Transmittersysteme zu stören.

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