Der Rotkopfspecht

Der Rotkopfspecht
Art: Rotkopfspecht (Melanerpes erythrocephalus)
Gattung: Melanerpes
Familie: Spechte (Picidae)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Klasse: Vögel (Aves)
Stamm: Wirbeltiere
Rotkopfspechte werden im ersten Lebensjahr geschlechtsreif; sie führen eine weitgehend monogame saisonale Partnerschaft, Hinweise auf Polygynie liegen jedoch vor. Wiederverpaarungen letztjähriger Brutpartner sind auf Grund der großen Brutorttreue der Art häufig. Das Balzritual besteht neben lauten Rufreihen vor allem aus gegenseitigen Flugjagden und einem, bei vielen Spechtarten häufigen „Versteckspiel“, bei dem die Partner auf gleicher Höhe auf einem Stamm einander vis à vis sitzen, abwechselnd rechts oder links hervorlukend Blickkontakt finden und, sich zeitweilig rasch um den Stamm drehend, die Positionen wechseln. Rotkopfspechte scheinen jedes Jahr eine neue Nisthöhle anzulegen, in ihrem Lebensraum sind sie damit für viele Vögel und Säugetiere wichtige Baumhöhlenlieferanten. Die Art der Höhlenbäume variiert regional stark, Laubbäume überwiegen; auch Telegraphenmasten in sonst weitgehend baumloser Umgebung werden als Höhlenstandort gewählt. Baumarten mit weichem Holz sowie Totholz werden bevorzugt. Die Nisthöhlen liegen meist in einer Höhe über 5Metern, sehr häufig nicht im Stamm selbst, sondern auf der Unterseite eines starken, annähernd vertikalen Astes. Innerhalb von etwa 2–3Wochen können beide Partner eine neue Bruthöhle anlegen, deren hochovales bis rundes Einflugloch im Durchschnitt etwas über 5 Zentimeter misst. Ohne Eintrag von Nistmaterial werden auf die lockere Hackspanunterlage (3–10) reinweiße Eier gelegt. Umfangreiche Gelege enthalten, wie bei vielen Vogelarten häufig, verkümmerte Eier. In der Regel kommt es zu zwei Bruten, einer im April und einer im Juni. Beide Eltern brüten ab dem vorletzten Ei fest, das Männchen offenbar etwas häufiger und immer während der Nacht. Nach etwa 13 Tagen schlüpfen die Küken und werden für mindestens weitere drei Wochen anfangs von beiden Eltern, zuletzt aber mehrheitlich vom Männchen mit Futter versorgt. Die Führungszeit danach erstreckt sich etwa über einen Monat. Nicht selten dürften Familiengruppen auch gemeinsam wandern.

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