Darwin – Die Evolutionstheorie

Inhaltverzeichnis:

1. Evolution (Definition) 2. Biographie von Charles Darwin

  • Seine Jugend und Ausbildung
  • Die Weltreise auf der „Beagle“
  • Entwicklung seiner Theorie
  • Heirat und Kinder
  • Sein Leben als Wissenschaftler
  • Veröffentlichung seiner Theorie

3. Geschichte der Evolutionstheorie bis Darwin

  • Artkonstanz
  • Carl von Linné
  • George de Cuvier
  • Jean Baptiste de Lamarck

4. Darwinsche Evolutionstheorie (Darwinismus)

  • Evolution durch natürliche Selektion (Auslese)

5. Vergleich: Darwins und Lamarcks Theorie 6. Die weitere Entwicklung der Evolutionstheorie nach Darwin

1. Evolution (Definition)

vom lat. evolvere = ausrollen, entwickeln, ablaufen

Allgemein: langsam fortschreitende Weiterentwicklung (schrittweise), die auf Vorhandenem aufbaut.

Der Begriff Evolution beschreibt die allmähliche Entwicklung/Veränderung der Lebewesen im Laufe der Erdgeschichte, sowie die Ursachen dafür. Die heutigen Organismen entwickelten sich aus einer geringen Anzahl einfacher Vorläufer. Evolution beinhaltet auch die Fähigkeit der Organismen zur genetischen Veränderung und Anpassung an Umweltbedingungen. (Die Veränderung der vererbbaren Merkmale von Generation zu Generation. Die Merkmale sind in Form von Genen kodiert und werden den Nachkommen weitergegeben.)

Mechanismen der Evolution sind Mutation, Selektion und Isolation.

Mutation:

zufällige genetische Veränderung / Fehler bei der Weitergabe von den Erbinformationen an die Nachkommen (Fehler bei der Mitose/Meiose oder der Replikation der DNA) Dadurch entstehen Nachkommen mit neuen genetischen Informationen und der Genpool einer Population vergrößert sich  Zunahme der genetischen Variabilität Mutation ist der Neues schaffende Faktor der Evolution. Sie verändert die Allelhäufigkeit im Genpool einer Population richtungslos/zufällig.

Selektion: Natürliche Auslese

Die Individuen, die besser mit den Umweltbedingungen zurechtkommen (am Besten an die Umgebung angepasst sind), haben die größeren Chancen im „Kampf ums Dasein“. Sie können mehr Nachkommen erzeugen und bringen somit mehr von ihren Allelen in den Genpool. Die Selektion gibt der Evolution eine Richtung.

Isolation:

Wenn Populationen voneinander getrennt werden z.B. durch geographische Barrieren, dann ist ein Genaustausch zwischen ihnen nicht mehr möglich und die Populationen entwickeln sich dann unabhängig voneinander. Sie weisen nach einigen Generationen Unterschiede auf, da sich Mutation und Selektion in den isolierten „Fortpflanzungsgemeinschaften“ unterschiedlich auswirken. Aus der ursprünglichen Art haben sich neue Arten gebildet. Die genetische Isolation ist die Voraussetzung, damit sich aus einer Art zwei oder mehrere neue Arten entwickeln können.

Fitness (Tauglichkeit)

Die Fitness eines Individuums meint seinen Beitrag, den es zum Genpool der Population leistet. Die Fitness misst man an dem Fortpflanzungserfolg und somit an der Anzahl der Nachkommen. Ursachen für den Unterschied an Fitness ergeben sich aus der Lebenserwartung, der Fortpflanzungsrate und der Fähigkeit einen Geschlechtspartner zu finden. Die Evolutionstheorie erklärt also die Entwicklung der Arten/Lebewesen, die Ursache und den Verlauf ihrer Veränderung und ihre gemeinsame Abstammung.

2. Biographie von Charles Darwin

Charles Darwin war einer der bedeutendsten englischen Gelehrten /Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Er war der „Vater“ der Evolutionstheorie und hat den Platz des Menschen in der Welt für immer verändert. Angetrieben durch den brennenden Wunsch zu verstehen, erforschte er als einer der ersten Wissenschaftler wie sich die Lebewesen der Erde entwickelt haben. Mit seiner erlangten Theorie der Evolution durch natürliche Selektion (Auslese) war er den Wissenschaftlern seiner Zeit voraus und hatte eine gefährliche Theorie aufgestellt. Denn er stellte damit Gottes Schöpfung und die Lehre der Kirche in Frage, was in seiner Zeit der Intoleranz ein gefährliches Unterfangen war. Von Darwins Theorie werden heute noch alle modernen Evolutionstheorien abgeleitet.

James Moor (Autor von Darwins Biographie): „In diesen Jahren die Evolution zu lehren, bedeutete sich außerhalb des abgesteckten Gebiets der Wissenschaft zu positionieren. Man war ein Geächteter, man war gefährlich!

Charles Darwin wurde am 12.02.1809 in Shrewsbury (Mittelengland) als fünftes von sechs Kindern geboren. Sein Vater Robert Darwin war ein adliger und wohlhabender Landarzt, der seine Familie mit eiserner Hand regierte. Seine Mutter war oft krank und erlag ihren Krankheiten als Darwin 8 Jahre alt war. Darwins Großvater, Erasmus Darwin, war ein bekannter Naturwissenschaftler, der sich mit Fossilien befasste und in seinem Buch die Idee vertrat, dass sich „alle Warmblüter aus einem lebenden Keim“ (S.192, Menschen die die Welt verändern) entwickelt haben. Darwin besuchte die Shrewsbury School for Boys, wo er auch alte Sprachen wie Griechisch und Latein gelehrt bekam. Er zeigte dafür aber kein Interesse und hatte somit auch schlechte Noten. Zuflucht und Freiheit fand Darwin in der Natur. Sie weckte sein Interesse und er fühlte sich dort wohl. Er war ein hervorragender Reiter und Jäger (Vogeljagd).

Nach der Schule studierte Charles ab 1825 (mit 16J.) auf den Wunsch seines Vaters hin in Edinburgh Medizin. Für Charles war der Lehrsaal jedoch eine Folterkammer. Es gab zur damaligen Zeit noch keine Narkosemöglichkeiten und die Patienten wurden auf den Operationstischen gefesselt und geknebelt. Charles war zu sensibel und von dem Leiden überwältigt. Er brach das Studium ab und blieb vor Angst vor dem Vater noch ein Jahr in Edinburgh ohne sich zu offenbaren. Sein Vater schrieb ihn dann in Cambridge zum Theologiestudium ein. Er wollte, dass Charles Pfarrer wird, denn dann wäre er ein geachteter Mann und könnte trotzdem seinen Interessen, wie z.B. Käfer sammeln, nachgehen. Robert Darwin befürchtete nämlich, dass aus seinem Sohn „nichts“ werden würde. Das Theologiestudium war zum damaligen Zeitpunkt eine übliche Laufbahn für einen naturverbundenen Menschen.

Charles trifft auf Professor John Steven Henslow, ein Geistlicher und Amateurbotaniker. Er unternahm mit ihm viele Spaziergänge in der Natur und sein Interesse für die Naturwissenschaften, vor allem Biologie und Geologie, wurde erneut geweckt. Er bildete sich selbst weiter indem er viele Bücher mit umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen las und seine Zeit der Erforschung und Sammlung von Käfern und Tieren widmete.

Charles vernachlässigte dadurch sein Theologiestudium, konnte es aber trotzdem knapp beenden. Professor Henslow machte ihn dann mit dem Kapitän Robert Fitzroy der HMS Beagle bekannt, der zu einer Expedition zur Vermessung der südamerikanischen Küste aufbrechen wird. Charles sollte als unbezahlter Naturforscher die Expedition begleiten und die antreffenden Lebewesen studieren und registrieren. Er hatte schon immer den Traum die Welt zu umreisen und nun konnte er ihn wahr werden lassen.

Am 27. Dezember 1831 stach die Beagle mit Charles an Bord auf eine schlussendlich 5 Jahre dauernde Erkundungsreise auf. Sie führte nach Brasilien, die südamerikanische Küste entlang, zu den Galapagos-Inseln, zu mehreren Pazifikinseln, nach Neuseeland, nach Australien, nach Südafrika und zurück nach England, wo das Schiff am 2. Oktober 1936 in Falmout einläuft.

Für Darwin war die Zeit sehr beschwerlich, denn die Mannschaft lebte auf sehr engem Raum und er wurde leicht seekrank. Es war für ihn trotzdem eine unglaubliche Reise. Die gemachten Entdeckungen untermauerten seine spätere Theorie. Er war sehr begeistert von dem brasilianischen Regenwald. Charles sammelt ein paar hundert Fossilien, Skelette und Felle und untersuchte die geologischen Formationen der verschiedenen Inseln sowie die verschiedenen Tiere. In Sao Tiago fiel ihm ein weißer Streifen aus zusammengepressten Muschelschalen und Korallen auf, der sich etwa zehn Meter über dem Meeresspiegel an der Küste entlang zog. Aufgrund dieser Entdeckung, stimmte er den neusten Erkenntnissen des Geologen Charles Lyell zu. Er glaubte, dass sich die Erdoberfläche wandelt.

Nach seiner Begegnung mit den Indianern Feuerlands bekam Charles die Auffassung, dass der Mensch fest im Tierreich verwurzelt ist. Er war sehr erschrocken, dass es solche primitiv lebenden Menschen gibt.

Charles schickte Henslow während seiner Reise einige seiner gefundenen Fossilien, wie z.B. Riesenfaultiere. Henslow war begeistert von seinen Entdeckungen und machte ihn bei den britischen Wissenschaftlern berühmt. Eine der wichtigsten Stationen seiner Reise waren die Galapagos-Inseln. Seine Entdeckungen dort brachten seine Überlegungen über die Evolution ins Rollen. Er entdeckte Finken (später Darwin-Finken genannt), die auf jeder Insel eine andere Anpassung an die Umgebung haben, aber die sich alle sehr ähneln (also wahrscheinlich von einer Art vom Festland abstammen). Z.B. hat einer einen längeren Schnabel, um Insekten aufzupicken und ein anderer einen kürzeren und festeren, um Nüsse knacken zu können. Auch bei Riesenschildkröten konnte er je nach Insel unterschiedliche Formen des Rückenpanzers feststellen. Er erlangte während seiner Reise schon die Auffassung, dass alle Arten einen gemeinsamen Vorfahren haben, aber sich je nach Umgebung und Einflüssen unterschiedlich entwickeln können. Dies war der Anfang seiner folgenden jahrelangen Forschung über dieses Phänomen. Die Bibel sagt jedoch, dass alle Arten mit der Schöpfung festgelegt sind. Charles Entdeckung scheinen also Gott in Frage zu stellen.

1836 kehrte die Beagle wieder zurück nach England. Charles hatte 1500 Tiere und 4000 Felle, die meistens ins Europa nicht bekannt waren, mitgebracht. Er wurde nun in die Kreise der Elite der britischen Wissenschaftler aufgenommen. Nach außen wahrte Charles ein Bild der Achtsamkeit, aber sein Doppelleben quälte ihn. Er hielt heimlich an seiner Idee fest, dass die Arten sich verändern, und forschte in England weiter.

Durch den Aufsatz des britischen Ökonomen Thomas Robert Malthus über die Menschliche Bevölkerung , indem er sagt, dass „ein ungezügelter Wachstum der Menschheit zwangsläufig zu Hungersnöten führt“ (S. 16, Von Nautilus und Sapiens, Monika Offenberger), kam Charles darauf, dass es auch in der Tier- und Pflanzenwelt ein Kampf ums Überleben gibt. Nur die Arten, die sich am Besten angepasst haben, überleben, und die anderen sterben aus. (was auch die anderen Arten, die er als Fossilien gefunden hat und die es heute nicht mehr gibt, erklärt)

Wie stark Individuen einer Art sich in ihren Merkmalen unterscheiden können, zeigte ihm die Züchtung von z.B. Hunderassen, Tauben oder Rosensorten. Charles fragte sich, ob die „Natur selbst sich wie ein Züchter benahm“ (S.16, Von Nautilus und Sapiens, Monika Offenberger) 1839 veröffentlichte Darwin seinen Reisebericht und heiratete im selben Jahr seine Cousine 1. Grades Emma Wedgwood (1808-1896). Er hat mit seiner Frau zehn Kinder, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichen. Sie zogen aufs Land in die Nähe von London in das sogenannte „Down-House“.

In den nächsten zwanzig Jahren forschte Darwin heimlich an seiner Theorie weiter und verfasste eine Schrift darüber. Darwin quälten viele Sorgen. Es war ihm bewusst, dass wenn er Recht habe, er eine Revolution in der Biologie auslösen würde. Wenn er seine Theorie veröffentlicht, dann könnte es das Ansehen seiner Familie zerstören. Er war die nächsten Jahre krank. Ihn quälten Panikattacken und eine Schlafkrankheit, die er sich in Brasilien durch einen Insektenstich zugezogen hatte. Das zwanzig Jahre geführte Doppelleben zeichnete seinen Gesundheitszustand. Er konnte zeitweise nur einige Stunden arbeiten und schottete sich im Down-House ab. Einerseits war Darwin der angesehener Wissenschaftler, der einige Studien, z.B. über die Befruchtung von Orchideen durch Insekten oder über die Bildung von Atollen, veröffentlichte, die seinen Ruf weiterhin verbesserten und untermauerten, und andererseits war er der Wissenschaftler, der heimlich Ketzerei betrieb und über die Entstehung der Arten forschte. Er hatte in den Jahren seiner Krankheit einen regen Briefkontakt mit anderen Wissenschaftlern, um auf dem neusten Stand zu bleiben und weitere Informationen zu sammeln. Im Juni 1858 erhielt er von Alfred Russel Wallace ein Manuskript, indem der junge Naturforscher unabhängig von Darwin das Prinzip der natürlichen Selektion erkannte.

Darwin entschloss sich nun sein Werk zu veröffentlichen, obwohl er Angst vor den Reaktionen und um seine Familie hatte. Beide trugen ihre Schriften am 1. Juli 1859 vor einer angesehenen Gesellschaft von Naturwissenschaftlern, der Linnéan Society, vor. Es wurde Darwin das Urheberrecht der Gedanken anerkannt. Im November 1959 veröffentlichte er sein Buch „On the Origin of Species by means of natural selection or the preservation of favoured races in the struggle for life“ („Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl (Selektion)“ oder „Die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein“). Die ersten 1250 Exemplare waren am gleichen Tag noch ausverkauft. Zu Beginn bekam Darwin viel Kritik, vor allem von Seiten der Kirche. Man machte sich lustig über ihn in Karikaturen, wo man sein Gesicht einem zotteligen Affen gab, weil er behauptet hat, dass Affen und Menschen die gleichen Vorfahren haben könnten.

Schlussendlich wurde seine Arbeit aber in der wissenschaftlichen Welt anerkannt. Er wurde respektiert und erhielt einen Ehrentitel in Cambridge. Sein gesundheitlicher Zustand verbesserte sich wieder, nachdem die Last der Evolutionstheorie von seinen Schultern genommen war.

Bis zu deinem Tod am 19. April 1882 (73 Jahre) verbesserte er seine Schrift „On the Origin of Species“ weiter und publizierte noch einige weitere Werke: „The Variation of Animal and Plants Under Demestication“ (1868), „The Descent of Man“ (1871, „Die Abstammung des Menschen“, wo er die Evolutionsgedanken auf den Menschen anwandte) und „The Expression of the Emotions in Animals and Man“ (1872). Charles Darwin wurde in der Westminster Abbey beigesetzt, was anhand der kirchlichen Gegner seiner Theorie eine paradoxe Sache war.

Charles Darwins Theorie ist heute noch die Grundlage der Evolutionstheorie. Er hat mit seiner Arbeit den Grundstein für ein neues Verständnis der Evolution gesetzt und die Biologie grundlegend verändert. Bis heute ist Darwin bzw. seine Theorie weltbekannt und sein Gesicht ziert seit 2000 die britische 10-Pfund Note.

Charles Darwin: “Ich bin vollkommen überzeugt, dass die Arten nicht unwandelbar sind, sondern dass die ein und derselben Gattung angehörenden in gerader Linie von anderen, gewöhnlich schon erloschenen Arten abstammen. Ich bin ferner überzeugt, dass die natürliche Zuchtwahl das wichtigste, wenn auch nicht das einzige Mittel der Veränderung gewesen ist.”

3. Geschichte der Evolutionstheorie bis Darwin

Es gab schon im frühen Griechenland Ideen zu Evolution. Griechische Philosophen machten sich Gedanken über die Vielfalt und die Unterschiede der Tiere (siehe Aristoteles). Jedoch waren die Gedanken meist sehr allgemein und unbegründet, sodass man sie nicht mit den Erkenntnissen aus moderner Zeit vergleichen kann.

Bis zum 18 Jh. zweifelte niemand öffentlich an der Unveränderlichkeit der Arten. Die Kirche legte mit dem biblischen Schöpfungsbericht die Grundlage des Glaubens an die Artkonstanz fest. Die Arten wurden alle so wie sie sind von Gott erschaffen und wandeln sich nicht. Sie sind also göttlich festgelegt.

Genesis 1, 21-27, Altes Testament: „Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderer Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln (…) Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So geschah es. Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, dass es gut war. Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.“

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Entwicklung der Evolutionstheorie über Jahrhunderte gedauert hat und dass die ersten Ansätze die Evolution bzw. das Aussterben von Arten (als Fossilien gefunden) zu erklären, mit Naturkatastrophen, durch die sie vernichtet wurden, in Zusammenhang gebracht wurden. Man erklärte damit das Aussterben von Arten, aber zweifelte Gottes Werk nicht an.

Die wichtigsten drei Naturforscher vor Darwin, die in der Evolutionsbiologie im 18. und 19. Jh. „den Durchbruch“ geschafft haben und maßgeblich an der Entwicklung der heutigen „richtigen“ Evolutionstheorie beteiligt waren, sind Carl von Linné, Georges de Cuvier und Jean Baptiste Lamarck. (Es gab noch einige weitere Forscher, die sich mit der Evolution auseinander gesetzt und die Ideen der nachfolgenden Generationen angeregt haben, aber auf die werde ich nicht weiter eingehen)

Carl von Linné (1707-1778, schwedischer Naturforscher) war der Begründer der Systematik. Er ordnete/klassifizierte die damals bekannten Lebewesen in ein hierarisch aufgebautes Ordnungssystem. Er gliederte die Arten nach Ähnlichkeiten. Pflanzen teilte er nach den Blütenorganen und Tiere nach ihren anatomischen Merkmalen ein. Er gab den verschiedenen Arten einen Gattungs- und einen Artennamen. (lateinischer Doppelname: Erster Name – Gattung, Zweiter Name – bestimmte Art). Linné gab auch dem Menschen einen offiziellen Namen „Homo Sapiens“, der bis heute geblieben ist. Er ging jedoch noch wie seine Zeitgenossen von der Unveränderbarkeit der Arten aus.

Carl von Linné: „Es gibt so viele Arten, wie das unendliche Wesen im Anfang geschaffen hat.“

Beispiel: Familie der Katzen (Felidae) Tiger: Panthera tigris (Sibirischer Tiger – Panthera leo altaica) Löwe: Panthera leo (Panthera: Gattung der Großkatzen)

Georges de Cuvier (1767-1832) war der Begründer des Katastrophismus. Er entdeckte, dass die Fossilien, die er in unterschiedlichen Erdschichten fand, sich unterscheiden. Das bedeutet jede geologische Schicht weist ein anderes Artenspektrum auf. Cuvier war wie Linné ein Vertreter der Artkonstanz. Er erklärte seine Entdeckungen damit, dass Naturkatastrophen in größeren Zeitabständen die Tiere und Pflanzen in einem bestimmten Gebiet vernichten. Durch Neuschöpfung und Zuwanderung werden die betroffenen Gebiete wieder besiedelt.

Georges de Cuvier: „ Es gibt keinen fossilen Menschen.“

Jean Baptiste de Lamarck (1744-1829) war der erste Forscher, der eine umfassende Theorie über die Entstehung der Artenvielfalt und der Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt in seinem Werk „ Philosophie zoologique“ (1809) veröffentlichte. Er erkannte, dass unter den Lebewesen eine abgestufte Ähnlichkeit und Verwandtschaft herrscht. Es gibt zwischen den Arten also keine feste Grenzlinie, sondern sie gehen fließend ineinander über. So entwickelte er die Meinung, dass Arten verwandelbar sind und stellte eine Theorie über die Ursache des kontinuierlichen Artenwandels auf. Er war der erste Wissenschaftler, der ein Werk veröffentlichte, indem er behauptete, dass die verbreitete Meinung der Artkonstanz nicht richtig ist. Er legte auch für die Systematik eine neue Grundlage, indem er nun „Wirbeltiere“ und „Wirbellose Tiere“ unterscheidet.

Lamarck war der Auffassung, dass veränderte Umweltbedingungen veränderte innere Bedürfnisse und Gewohnheiten der Tiere hervorrufen. Sie haben nämlich einen inneren Trieb zur Vervollkommnung und dieser zwingt sie dann zu solchen Gewohnheiten und Bewegungen, die die Bildung von Organen, die sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchen, anregt. So ist seiner Ansicht nach ein Wandel der Arten möglich. Er stellte zwei Mechanismen auf, die die Evolution bzw. die Anpassung erklären sollen:

  1. Gebrauch und Nichtgebrauch: Körperteile, die intensiv benutzt werden, entwickeln sich größer und stärker und solche, die nicht gebraucht werden, verkümmern.
  2. Vererbung der erworbenen Eigenschaften: Die Eigenschaften, die das Individuum im Laufe seines Lebens durch Gebrauch und Nichtgebrauch erworben bzw. verloren hat, werden den Nachkommen weitergegeben/vererbt. Voraussetzung: die erworbenen Veränderungen beider Geschlechter müssen gleich sein

Jean Baptiste de Lamarck: “In Wirklichkeit ist das, was wir als System der Tiere und Pflanzen bezeichnen, ein Stammbaum, eine Ahnenreihe. Die Arten lassen sich nicht gegeneinander abgrenzen, sie gehen ineinander über, vom einfachen Infusorium bis hinauf zum Menschen. Die fossilen Formen des organischen Lebens sind die echten, richtigen Vorläufer unserer heutigen Lebewesen.”

4. Darwinsche Evolutionstheorie

Für die Entwicklung der Evolutionstheorie spielte Darwins fünfjährige Forschungsreise auf der „Beagle“, vor allem die Entdeckungen auf den Galapagos-inseln, eine bedeutende Rolle.

Er entdeckte Finken, die auf jeder Insel eine andere Schnabelform oder eine andere Farbe hatten, aber viele verwandte Züge aufwiesen, und auf dem nahe gelegen Festland nicht vorkamen. Darwin kam zu dem Entschluss, dass die Finkenarten des Festlandes die Insel vor langer Zeit besiedelt haben und die Nachkommen sich auf jeder Insel je nach Umgebung unterschiedlich entwickelt/angepasst haben. Wenn ihnen Nüsse als Nahrung zur Verfügung standen, besaßen sie einen größeren, härteren Schnabel zum Knacken, als diejenigen, die mit ihrem Schnabel Insekten aufpicken mussten.

Eine weitere Entdeckung waren Riesenschildkröten, deren Rückenpanzer je nach Insel eine andere Form hatten. Seine Erkenntnisse und Beobachtungen auf diesen Inseln konnte er mit der Vorstellung der Unveränderbarkeit der Arten und auch nicht mit Lamarcks Erklärung der Evolution (konnte sich nicht vorstellen, dass die Finken versucht haben Insekten zu essen, daran Geschmack bekommen haben, ihre Schnäbel angepasst haben und diese Veränderung an Nachkommen weitergegeben haben) zusammenbringen.

Charles glaubte an die Veränderbarkeit der Arten, aber hatte noch keine handfeste Erklärung warum bzw. wie sie sich verändern. Er sah nur, dass sie sich je nach Umgebung anpassen.

Die Galapagos-Inseln waren für ihn eine gute Grundlage seiner Forschung bzw. die Entdeckungen waren später ein stichhaltiger Beweis, da sie sich völlig selbst überlassen waren und nur eine Insel von etwa 200 Strafgefangenen bewohnt war. Diese Vulkaninseln konnten im Laufe der Zeit auch nur von wenigen Arten erreicht worden sein, die sich auf jeder Insel dann differenziert haben.

Darwin forschte in England weiter. Er sammelte und ordnete sein ganzes Leben schon Informationen und beschäftigte sich weiterhin mit den Erkenntnissen anderer Wissenschaftler.

Seine enge Zusammenarbeit mit Tierzüchtern brachte ihn auch ein großes Stück weiter. Er sah wie stark sich Individuen einer Art unterscheiden können und überlegte sich ob die Natur sich wie ein Züchter verhält. Auch der Aufsatz des britischen Ökonomen Thomas Malthus gab seiner Idee einen großen Anstoss. Dieser behauptete, dass die Bevölkerungszahl schneller ansteigt, als Nahrung zur Verfügung steht. Die Bevölkerungszahl muss verringert werden, ob durch Hungersnot, Krankheit oder Krieg. Es entwickelt sich also ein Kampf ums Überleben. Darwin war der Meinung, dass dieser Kampf ums Überleben auch in der Tierwelt herrscht und dass die eher vorteilhaften Variationen einer Art überleben.

So kam Darwin allmählich auf eine mit Beispielen untermauerte Theorie der Evolution durch natürliche Auslese (Selektion). In „The Origin of Species“ zeigt er nun die Abstammung der heutigen Lebewesen von früheren einfacheren und erklärt so die Artenvielfalt. Außerdem erkennt er das Prinzip der natürlichen Selektion als einen wichtigen Mechanismus der Evolution an.

Die grundlegensten Beobachtungen, durch die er auf seine Selektionstheorie kam, sind: (vor allem durch Malthus und durch Züchter)

  1. Alle Lebewesen erzeugen mehr Nachkommen, als zur Erhaltung der Art nötig wären. (Überproduktion)
  2. Der jeweilige Lebensraum der Arten weist beschränkte Ressourcen auf. (z.B. zu wenig Nahrungsquellen für die Überproduktion an Nachkommen)
  3. Die Populationen bleiben abgesehen von saisonalen Schwankungen auf lange Frist in ihrer Größe stabil.

–> Die Sterblichkeitsrate muss demzufolge relativ hoch sein

4. Jedes Individuum ist einzigartig. Die Individuen einer Art gleichen einander nicht vollkommen, sondern zeigen eine bestimmte Variationsbreite (Bau, Lebensweise und Verhalten). –> Variabilität

5. Die variierenden Merkmale sind erblich (Vererbung)

Darwins Schlussfolgerungen:

  • struggle for life Die Überproduktion an Nachkommen führt unter den Individuen der Population zu einem Kampf ums Dasein.
  • survival of the fittest In diesem Kampf ums Dasein (Kampf um Nahrung, Lebensraum und Geschlechtspartner) überleben nur diejenigen, die am besten an die bestehenden Umweltbedingungen angepasst sind.
  • Diese natürliche Auslese (natural selection) führt über viele Generationen zur Veränderung der Arten. Sie liest bevorzugt unter den vielen Varianten der Individuen die aus, die die bessere Anpassung haben, also geeigneter sind. Die natürliche Selektion und die ungerichteten erblichen Variationen der Individuen sind die treibenden Kräfte für die Evolution.
  • Isolation: Wird Teilpopulation einer Art z.B. geographisch abgetrennt, dann kann aufgrund verschiedener Variabilitäten oder veränderter Umweltbedingungen eine Aufspaltung einer Art in unterschiedliche Entwicklungslinien erfolgen  Entstehung einer neuen Art

Unter anderem: Biologie Oberstufe, Gesamtbuch, Cornelsen

Charles Darwin: “Ich bin vollkommen überzeugt, dass die Arten nicht unwandelbar sind, sondern dass die ein und derselben Gattung angehörenden in gerader Linie von anderen, gewöhnlich schon erloschenen Arten abstammen. Ich bin ferner überzeugt, dass die natürliche Zuchtwahl das wichtigste, wenn auch nicht das einzige Mittel der Veränderung gewesen ist.”

Die größte Provokation seiner Schrift „The Origin of Species“ war ein Satz, in welchem er auf die Herkunft des Menschen anspielte. Er sah die Möglichkeit, dass Affen und Menschen einen gemeinsamen Vorfahren haben. Mit der Vorstellung, dass der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution sei, kamen seine Zeitgenossen nicht zurecht. Außerdem verstanden sie den Satz falsch. Sie verstanden, dass der Mensch vom Affen abstammen würde, aber Darwin sah nur in Betracht, dass sie einen gemeinsamen Vorfahren haben.

4. Vergleich: Lamarcks und Darwins Theorie

Lamarck

  • Glaubt an die Veränderbarkeit der Arten
  • Lebewesen stehen in verwandtschaftlicher Beziehung zueinander  ausgestorbene Formen sind die Vorfahren noch Lebender
  • Anpassung durch Gebrauch und Nichtgebrauch von Körperteilen: Im Laufe des Lebens der Individuen bilden sich die Körperteile heraus, die sie oft gebrauchen und die, die sie nicht benötigen, verkümmern. Diese erworbenen Anpassungen können vererbt werden, wenn beide Eltern die gleichen Veränderungen aufweisen. So können sie auf Umweltveränderungen reagieren und sich anpassen. Anpassung durch Selektion.

Darwin

  • Glaubt an die Veränderbarkeit der Arten
  • Lebewesen stehen in verwandtschaftlicher Beziehung zueinander  ausgestorbene Formen sind die Vorfahren noch Lebender
  • Es gibt viele verschiedene Variationen von einer Population und diejenigen, die am besten an die Umweltbedingungen angepasst sind, haben die beste Chance aufs Überleben bzw. dann auf Nachkommen und die Vererbung ihrer Merkmale. Es bleiben so nur die am besten angepassten Lebewesen übrig. (survival of the fittest)

5. Die Weiterentwicklung der darwinschen Theorie

Auf Darwins Theorie bauen die heutigen, weiterentwickelten Theorien auf. Darwin sagte klar, dass alle Lebewesen von einfachen Vorläufern abstammen und dass das Prinzip der natürlichen Zuchtwahl ein Mechanismus der Evolution ist. Damit setzte er den Grundstein für die Entschlüsselung des Prinzips der Evolution. Bis heute wurde die Evolutionslehre weiterentwickelt und verfeinert. Darwins Ansatz stellte sich durch weitere Fakten als „richtig“ heraus.

Die Frage, wie die Variationen entstehen und wie die Vererbung der Merkmale funktioniert, konnte Darwin jedoch nicht beantworten. Dies wurde erst mit der Genetik möglich. Mendels Erkenntnisse über die Vererbung der Merkmale bei Erbsen bildeten die Grundlage der Genetik. Der Darwinismus wurde aufgrund neuer Erkenntnisse von der Genetik und Populationstheorie zur Synthetischen Evolutionstheorie erweitert. (Diese Theorie wurde dann noch durch zwei weitere erweitert, der Systemtheorie und der Frankfurter Evolutionstheorie.)

Man entdeckte immer weitere Fakten der Evolution, aber die wichtigsten sind immer noch die Überproduktion von Nachkommen, erbliche Variationen und die Selektion, die der Naturforscher Charles Darwin als erster seiner Zeit erkannte.

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